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09.02.2010  | Netzcode: 2188107  |  128 Mal gelesen.
Weiden

Klimawandel trifft den Wald

Josef Riederer referiert bei Schutzgemeinschaft Deutscher Wald über Folgen der Erderwärmung

Weiden. "Die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Waldbäume". Das brisante Thema, zu dem die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald eingeladen hatte, lockte zahlreiche Zuhörer an. Mit Josef Riederer, Leiter des Forstbüros Ostbayern, hatten Vorsitzender Günter Grabs und Geschäftsführer Reiner Butz den "Standort-Papst" der Oberpfalz gewonnen. Er hat bereits vor 20 Jahren die Standortkartierung für die regionalen Forstbetriebsgemeinschaften durchgeführt.

"Seit etwa einem Jahrhundert verändert der Mensch die ökologischen Bedingungen auf der Erde in einem solchen Umfang, dass erhebliche Auswirkungen auf die Biosphäre zu erwarten sind", erklärte der Diplom-Forstwirt eingangs. Unter den vielfältigen Umweltproblemen, die sich daraus ergeben, stehen der durch die Erhöhung des Kohlendioxidgehaltes der Atmosphäre bedingte Treibhauseffekt und eine sich daraus ergebende Klimaveränderung im Vordergrund des Interesses.

"Der Klimawandel", so der Referent, "ist kein in ferner Zukunft stattfindendes Ereignis. Er hat uns und unsere Wälder schon seit geraumer Zeit im Griff." Die aktuellen Klimaprognosen gehen von einer Temperaturerhöhung bis 2100 von 1,5 bis 3,7 Grad Celsius aus. Der weltweite Anstieg von Kohlendioxidkonzentraten sei primär auf den Verbrauch fossiler Energieträger zurückzuführen. Ursache sei das Zurückdrängen der Wälder zugunsten anderer Formen der Landnutzung.

Während sich frühere Klimaänderungen aus natürlichen geophysikalischen Vorgängen ergeben hätten, handele es sich gegenwärtig um Prozesse, die vom Menschen selbst ausgelöst würden. Es sei zu befürchten, dass sich die in erster Linie auf Treibhausgase zurückzuführende Klimaveränderung viel schneller vollziehe als vorausgesagt. "In einer Geschwindigkeit, der die Adaption von Pflanzen, Tieren und Ökosystemen nicht zu folgen vermögen", so der Referent. Darin liege die große Herausforderung der Forstwirtschaft. Die Ausmaße der Klimaveränderung könnten aber nicht hinreichend vorausgesagt werden. Witterungsextreme - wie trockene Sommer und der damit verbundene erhöhte Schädlingsbefall - sorgten für Ertragseinbußen. Diesen Klimaänderungen sei die Baumwahl anzupassen.

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