Von (uz) |
09.02.2010
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Weiden
Bier zu Zeiten des Pharaos
Schon die alten Ägypter brauten Gerstensaft: allerdings nicht nach dem Reinheitsgebot
Weiden. (uz) Hätten die alten Ägypter das Bayerische Reinheitsgebot von 1516 gekannt, dann hätten sie bestimmt gemerkt, dass ihr Bier nicht schmeckte. Bier war zwar auch zu Pharaos Zeiten ein Grundnahrungsmittel, wie bei uns in Bayern. Aber einem heutigen Gast des Münchner Hofbräuhauses hätte der antike Gerstensaft vom Nil bestimmt den Magen umgedreht. Hopfen und Malz - Gott erhalt's.
Ägyptens Braumeister waren nämlich dem Bäckermeister gar nicht so unähnlich. Die stopften damals einfach Brotlaibe in maßkruggroße Tongefäße, schütteten Wasser drüber, versetzten das Ganze mit Datteln und ließen es gären. Den Leuten wurde dieses Gebräu dann wirklich als Bier verkauft, das dann vorzugsweise, und aller Wahrscheinlichkeit nach auch Kater fördernd, wie Babybrei per Strohhalm gesaugt wurde.
Warum wir das wissen? Die Ägyptologin Roxane Bicker aus München erzählte die "Heim und Herd"-Geschichten Interessenten im Internationalen Keramikmuseum. Es war der vorletzte Vortrag zum Begleitprogramm "Altes Ägypten", das am 4. März mit dem Vortrag "Wissenschaft und Medizin" enden wird. Anschließend wandert die ägyptische Ausstellung nach München.
Neben der Kunst des Bierbrauens und Brotbackens, schilderte die Expertin auch Weinanbau und Rinderhaltung. "Der einfache Ägypter wird wohl nie einen Bissen Rindfleisch abbekommen haben", sagte sie. "Dies blieb der reichen Elite vorbehalten." Bauern hätten Brot gegessen und vielleicht Fisch und Geflügel, das sie im Dickicht des Nilgürtels fangen konnten.
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Weiden
Bier zu Zeiten des Pharaos
Schon die alten Ägypter brauten Gerstensaft: allerdings nicht nach dem Reinheitsgebot
Lehmhütten weggespült
Überhaupt: "Bauern haben nichts hinterlassen." Alles weg. Ihre Lehmhütten wurden vom Nilschlamm weggespült. Ihre Geschichte habe nicht überdauert. Was vom alten Ägypten überliefert sei, sei allein das, was in den Gräbern der Reichen, in Inschriften und auf Stelen überdauert habe.
Die Häuser der Elite hätten bis zu zwei Meter dicke Außenmauern gehabt. Warum? "Dicke Wände halten die Wärme draußen." In ihrem Vortrag beleuchtete die Ägyptologin die Bausubstanz und Architektur der alten Ägypter. Während Priester-Villen einschließlich der Gesinderäume bis zu 4000 Quadratmeter Wohnfläche gehabt hätten, musste das normale Volk, mussten Familien, in Gebäuden in der Größe heutiger Studentenwohnungen hausen.
"Tempelanlagen waren damals auch Vorratsanlagen. Hier wurden Steuerabgaben, wie Getreide, eingelagert." Während die "Großen" ihr Leben genießen konnten, mussten sich die "Kleinen" zehn Tage die Woche (die ägyptische Woche war drei Tage länger als unsere) abrackern.
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09.02.2010
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Weiden
Bier zu Zeiten des Pharaos
Schon die alten Ägypter brauten Gerstensaft: allerdings nicht nach dem Reinheitsgebot
Lesen und Schreiben konnte nur eine kleine Elite. Etwa ein Prozent der Gesamtbevölkerung. Anhand von Holzmodellen könne man heute nachvollziehen, wie Wohngebäude damals ausgesehen hatten. "Die meisten hatten nur eine Etage, einen Windfang und ein begehbares Dach."
Spartanische Einrichtung
Die Einrichtungen seien spartanisch gewesen. Geschlafen habe man nicht auf Kissen, sondern auf einer Kopfstütze in Form einer Holzgabel. Bewohner waren nur die Kernfamilie: Eltern und Kinder. Man habe auch Kinderspielsachen gefunden: "Eine Katze zum Hinterherziehen, die den Mund öffnen konnte oder eine Maus, die mit dem Schwanz wedelte."
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