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Von Stefan Voit  |  30.01.2010  | Netzcode: 2174397  |  193 Mal gelesen.

Von der Verstehbarkeit der Welt

Lutz Seiler liest im Literaturarchiv aus seinem Erzählband "Die Zeitwaage"

Sulzbach-Rosenberg. Die eigene Herkunft spielt im Leben immer eine Rolle. Die Frage nach dem Woher und dem Wohin, nach dem Gestern, dem Heute und dem Morgen. Für Lutz Seiler sind das wichtige Begriffe, die sich wie ein roter Faden durch seine Werke ziehen. Nach seinen bemerkenswerten Lyrikbänden "pech & blende" (2000) und "vierzig kilometer nacht" (2003) überrascht er jetzt mit dem Erzählband "Die Zeitwaage" (Suhrkamp Verlag), den er am Mittwoch im Literaturarchiv in Sulzbach-Rosenberg vorstellte.

Behutsamer Arbeiter



Seiler ist ein behutsamer Arbeiter im Umgang mit Sprache. Vielleicht hat dies damit zu tun, dass der 1963 in Gera Geborene zunächst Bauarbeiter, Maurer und Zimmermann war, bevor er mit dem Schreiben begann. Dieses intensive und genaue Arbeiten am Text zeigt sich bereits in seinen Gedichten und mehr noch in seinem neuesten Buch.

In 13 Erzählungen - darunter auch "Turksib", für das er 2007 in Klagenfurt mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde -, die an den unterschiedlichsten Orten spielen, blickt der Schriftsteller zurück auf eine vertraute Provinzwelt, auf ein Stück DDR-Geschichte.

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