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Von Stefan Voit  |  27.01.2010  | Netzcode: 2170169  |  343 Mal gelesen.
Weiden

Fremde Welten im Zwischenraum

Fritz Thiem zeigt bis 7. Februar neue Arbeiten in der kleinen Galerie des Kunstvereins

Angeregt unterhält sich Wolfgang Herzer (rechts)
Angeregt unterhält sich Wolfgang Herzer (rechts) vom Kunstverein Weiden mit dem Künstler Fritz Thiem. In der neuen "Kleinen Galerie im Zwischenraum" sind Thiems Arbeiten noch bis 7. Februar zu sehen. Bild: Voit
Wolfgang Herzer nennt ihn einen "wichtigen kulturellen Klimafaktor im Zusammenwirken der Generationen". Und in der Tat schreitet der Weidener Künstler Fritz Thiem (Jahrgang 1939) mit einer spielerischen Leichtigkeit über Grenzen zwischen Tradition, Moderne und Avantgarde hinweg, als hätte er nie etwas anders gemacht.

In der "kleinen Galerie im Zwischenraum", dem neuen Schauraum des Kunstvereins, zeigt er computer-optimierte Collagen. Diese "kleine Spielwiese für spontane Einfälle" markiert, laut Herzer, auch ein neues Aufbruchsignal für diese kulturelle Institution.

Fritz Thiem (Studium 1960/61 an der Ecole des Beaux Arts in Paris, 1961/66 Akademie der Bildenden Künste München) erzählt in seinen "locker gebündelten Bemerkungen" von Duchamps und Picasso, Readymades und Komantschen-Sprache, Fundstücken und springenden Funken. Dieser sprachlich-philosophische Kunst-Diskurs war gleichzeitig Anleitung und Hinführung zu den gezeigten Bilderwelten. Wie Höhlenmalereien des 21. Jahrhunderts oder futuristische Kirchenfenster wirken die Collagen, die aus Reststücken größerer Arbeiten zusammengefügt wurden. Die graphisch und farbig optimierten C-Prints sind visuelle Reflexe, Eindrücke vom Saum der Wahrnehmung, Lichtbilder aus der Dunkelkammer.

Schichtungen, Schnitte und Risse verdeutlichen die farbigen Übersetzungen, setzen die fotografischen Vergrößerungen in einen neuen, spannenden Kontext. "Was bleibt, ist immer das, was man gesehen hat.", sagt Thiem zu seinen Arbeiten. Die "Zwischenräume" laden zu neuem Sehen ein!

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