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Von Andrea Prölß  |  01.09.2009  | Netzcode: 1980070  |  281 Mal gelesen.
Wurz

Das Publikum locker im Griff

Entspanntes Easy Listening in Wurz mit dem Posaunenquartett Opus 4

"Das Werk hat sieben Sätze. Emotional bedingt könnte man nach dem fünften klatschen, aber erst am Ende sollten Sie applaudieren!" Mittels solcher Moderationen werden heutzutage nicht nur Kinder an den Konzertbetrieb herangeführt. Schön, wenn dann einer auch gleich noch die verflixte Sache mit der Applausordnung klärt.

Jörg Richter, musikalischer Leiter und Moderator des Posaunenquartetts Opus 4, hatte sein Publikum gut im Griff. Die vier Bläser des renommierten Leipziger Gewandhausorchesters waren am Sonntag zu Gast im Wurzer Pfarrgarten und sorgten hier nicht nur für geordnete Beifallskundgebung, sondern auch für unterhaltsames Easy Listening.

Auf dem Programm: Leipziger Allerlei. Angefangen von Tanzsätzen Alter Meister bis hin zum George-Gershwin-Potpourri. Leipzig verpflichtet!: Nicht fehlen durfte also Musik von Johann Sebastian Bach, dem man in Ermangelung von Originalkompositionen mit Bläser-Transkriptionen die Reverenz erwies. Neben der "Air" aus der Orchestersuite D-Dur gab man die Bearbeitung einer Bach'schen Orgelfuge, deren Sechzehntel-Laufwerk die vier gehörig auf Trab brachte. Ansonsten ließ man es mit der Abgeklärtheit erfahrener Profis angehen. Spielen, ein bisschen plaudern und in aller Ruhe die Noten befestigen. Die ruhige Gangart übertrug sich auf das Publikum, das sich entspannt zurücklehnte, folgsam an den vorgegebenen Stellen applaudierte und dabei doch noch genügend Entscheidungsfreiheit inne hatte, um via Beifallsintensität kund zu geben, dass der jazzige Teil nach der Pause am besten gefiel.

Runder, satter Bläsersound, gepaart mit Drive und Spielwitz entführten bei Milton Dietrichs "Octopus" in ungeahnte Subbass-Untiefen, ließen den Dixie-Klassiker "Alexander's Ragtime Band" aufleben und brachte Oldies und Goldies von Gershwin relaxed zum Swingen. Um den Zugaben fordernden Applaus brauchte sich Jörg Richter spätestens ab diesen Zeitpunkt nicht mehr zu kümmern.


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