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Von Andrea Prölß  |  31.08.2009  | Netzcode: 1978330  |  275 Mal gelesen.
Wurz

Hellwach und voller Leidenschaft

Das Klenke Streichquartett zu Gast bei den Wurzer Sommerkonzerten

Strafend ging da der Blick von Primaria Annegret Klenke gen Kirchturmspitze. Hatte doch die Wurzer Pfarrglocke lautstark und unbeirrbar demonstriert, was ihrer Meinung nach echte Dissonanzen sind und das Mozart'sche Menuett mit herrlich querständischen Glockenschlägen untermalt. Wenngleich kritisch vermerkt werden muss, dass bei allem Engagement dieser Einsatz um Längen zu spät kam.

Es ist die Adagio-Einleitung, welche Mozarts KV 465 den Beinamen "Dissonanzen-Quartett" bescherte. Schneidende Querstände und disharmonische Reibungen mit allen Merkmalen moderner Klangreihenmusik. Ähnliches gab es zuvor nur bei Claudio Monteverdi. Doch während man von einem komponierenden Doppelmörder kaum anderes erwartet, überrascht es beim Komponisten "Der kleinen Nachtmusik". Mozart als harmonischer Dekonstruktivist, der das tonale Gefüge seiner Zeit aus den Angeln hebt, für einen Augenblick die Brüchigkeit jeglicher Weltordnung schauen lässt, um dann unvermittelt, als wäre nichts geschehen, in der "Allerweltstonart C-Dur" zum Rokoko-Tagesgeschäft überzugehen.

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