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Wurz
Von Liebesleid und tierischem Vergnügen
Das Calmus Ensemble begeistert mit europäischen Madrigalen bei den Wurzer Sommerkonzerten
Nicht alle Doppelmörder komponieren. Wenn doch, dann ist das Ergebnis genial. Zumindest im Falle des berühmt-berüchtigten Don Carlo Gesualdo, Fürst von Venosa, der zuerst seine junge Frau samt Liebhaber um die Ecke brachte und danach Musik schrieb, die vierhundert Jahre später mit einer Modernität und Radikalität daherkommt, dass es dem Hörer den Atem verschlägt.Hunde, Katzen und Eulen
Mit querständischen Harmonien und "verbotenen" Intervallen fasst Gesualdo seine geradezu masochistische Lust am Liebesleid in Töne. Zeitgenossen wie Hans Leo Hassler halten es da eher mit dem brav biederen Motto "Tanzen und Springen". Und dann gibt es noch ein paar "tierisch" Ausgeflippte wie den guten Adriano Banchieri, der Hunde, Katzen und Eulen den "contrapunto bestiale" anstimmen lässt. Ein weites Themengebiet, dessen sich die Madrigalkomponisten des 16. Jahrhunderts bedienten. Wer dennoch glaubte, sich den Madrigal-Abend bei den Wurzer Sommerkonzerten ersparen zu können, der hat vielleicht das Highlight der diesjährigen Saison verpasst. Eingeladen war das junge fünfköpfige Calmus Ensemble Leipzig. Vier exquisite Männerstimmen und eine sich wunderbar darin einfügende Sopranstimme bestraften die Zuhausegebliebenen und beglückten die rund 120 Besucher mit Madrigalen aus Deutschland, Italien, Spanien, England und Frankreich.
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