Von Stefan Voit |
29.07.2009
| Netzcode: 1932898 | 513 Mal gelesen.
Bühnenbretter für Landestheater vorbereitet
Weidener Stadtrat gibt grünes Licht für neues Schauspielprojekt - Interview mit zukünftigem Intendanten Matthias Winter
Weiden. Die Würfel sind gefallen: Am Montag gab der Weidener Stadtrat - mit einer Gegenstimme - grünes Licht für das im Herbst neu zu gründende Landestheater Oberpfalz. Die Nachfolge-Organisation der "Kleinen Bühne" hatte in den letzten Monaten für Diskussionsstoff in der Politik- und Kulturszene gesorgt. Die Kulturredaktion sprach mit dem zukünftigen Intendanten Matthias Winter.
Sind Sie erleichtert, dass der Weg jetzt frei ist?
Winter: Erleichtert bin ich schon - aber der Weg ist noch lange nicht frei, sondern er hat eben erst begonnen. Auf gesicherter Grundlage können wir jetzt die Planungen konkret vorantreiben und umsetzen. Daher danke ich dem Weidener Stadtrat für sein Vertrauen und hoffe, die in das Projekt gesteckten Erwartungen auch erfüllen zu können.
Wie weit sind Ihre Planungen gereift und wann werden Sie die Theatersaison eröffnen können?
Winter: Voraussichtlich im Oktober 2010 kann Weiden mit der ersten Spielzeit des Landestheaters Oberpfalz rechnen. Ein früherer Einstieg unsererseits wäre in der Kürze der Zeit übers Knie gebrochen. Dessen war sich die "Kleine Bühne" wohl bewusst und war deshalb darauf bedacht, eine vollständig organisierte Saison an ihre Nachfolger zu übergeben. Die Spielzeit 09/10 ist sozusagen noch das Abschiedsgeschenk. Übergangsweise ist die Stadt Weiden Veranstalter. So gewinnt das Landestheater ausreichend Zeit, einen spannenden Auftakt vorzubereiten.
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Weidener Stadtrat gibt grünes Licht für neues Schauspielprojekt - Interview mit zukünftigem Intendanten Matthias Winter
Ein Kritikpunkt war ja immer das "ausgedünnte Tourneetheater". Damit, so befürchteten einige, würde auch die Qualität wegbleiben. Gibt es schon gezielte Produktionen, auf die sich das Publikum freuen kann?
Winter: Von Ausdünnen kann da keine Rede sein. Es wird vielmehr ein breiteres Angebot aus einer Hand geben. Ich habe auf jeden Fall schon die "Schachnovelle" von Stefan Zweig optioniert und strecke derzeit meine Fühler in verschiedene Richtungen aus. Konkret in Verhandlungen bin ich mit namhaften Kollegen der Sommerakademie für bairisches Volksschauspiel, mit in Weiden bestens bekannten professionellen Schauspielern und Dozentenkollegen der Schauspielschule Regensburg. Aber auch Eigenproduktionen werden auf dem Spielplan stehen.
Wichtig ist mir ein Mix aus in Weiden bestens bekanntem Tourneetheater, dem sehr gut angenommenen Theater aus der Leuchtenberger Schmiede, alternativen Theaterformen mit bekannten Schauspielern und völligen Neuerungen im Spielplan. Ich werde alle meine Kontakte in die Waagschale werfen. Oberste Prämisse ist aber die Bezahlbarkeit. Ich möchte auf keinen Fall, dass man in Weiden oder Leuchtenberg auf den Kosten zu hoch fliegender Träume oder Erwartungen sitzenbleibt.
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Weidener Stadtrat gibt grünes Licht für neues Schauspielprojekt - Interview mit zukünftigem Intendanten Matthias Winter
Was passiert mit den Abonnenten?
Winter: Die Abonnenten liegen uns als treue Theateranhänger natürlich sehr am Herzen, die wir auch in Zukunft gerne an unserer Seite wüssten. Wir werden deshalb versuchen, das Abo-System aufrechtzuerhalten, und hoffen, dass ein vielfältigeres Theaterangebot einerseits den eingefleischten Weidener Theatergängern entgegenkommt und gleichzeitig auch Neukunden ins Theater lockt. Im Laufe der kommenden Saison werde ich den Kontakt zum Stammpublikum suchen.
Freie und professionelle Theatergruppen wie das "schauspiel weiden" haben Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet. Werden auch solche Projekte in Planungen mit eingebunden?
Winter: Ich habe erst vergangene Woche mit Stephan Brunner von "schauspiel weiden" telefoniert. Wir haben beiderseits großes Interesse daran, auf welcher Ebene auch immer, unter Beibehaltung der jeweiligen Identität gemeinsam Theater in der Region zu machen. Wir haben auch vereinbart, auf jeden Fall zu kooperieren.
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Gibt es bereits konkrete Pläne für ein Kindertheater?
Winter: Natürlich soll es auch Theater für Kinder geben. Aber speziell in diesem Bereich müssen wir uns von gängigen Vorstellungen befreien und unseren Nachwuchs dazu bringen, mitzumachen und selber kreativ zu werden. Die Schule ist da sicherlich der geeignete Lernort. Derzeit bin ich konkret mit einem Weidener Gymnasium in Kontakt, um einen Versuchsballon in Sachen Live-Hörspiel steigen zu lassen.
Am Freitag gibt es ein erstes Gespräch zwischen Dieter Lohr vom Lohrbärverlag aus Regensburg und einer Weidener Lehrkraft. Näheres wird noch nicht verraten - Theater ist ja eine spannende Angelegenheit!
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