Von Stefan Voit |
23.07.2009
| Netzcode: 1924764 | 336 Mal gelesen.
Pulver bei "Waterloo" verschossen
Partystimmung mit "Abba Mania" bei den Schlossfestspielen in Regensburg - Band mit Schwächen
Regensburg. Es waren einmal vier Jungs aus Liverpool, die eroberten die Welt und sorgten für die "Beatle Mania". Eines Tages trennten sie sich und ließen Millionen Fans zurück. Und es waren einmal vier Menschen aus Schweden, die nannten ihre Band nach den Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen und schrieben Pop-Songs, die unvergänglich sind.
Und es gibt vier Künstler, die unter dem Show-Titel "Abba Mania" angetreten sind, das Erbe dieser Band weiter zu verwalten. Am Dienstag machte die Produktion bei den Thurn und Taxis Schlossfestspielen in Regensburg Station.
Eine "Zeitreise in die Ära von Glitzer & Glamour" war angekündigt, und viele der Besucher hatte ihre 70er-Jahre-Kleider aus dem Schrank geholt und sich ein wenig Abba-mäßig aufgestylt. Man war gespannt, was Frida (Debbie Watt), Agnetha (Nadine Edwards), Benny (Dale Forbes) und Björn (Steve Bryden) an diesem lauen Sommerabend auf die Bühne zaubern würden.
Gewisses Etwas fehlt
Der Vorhang fiel, und mit "Waterloo" verschossen die Vier plus Band irgendwie ihr Pulver. Zwar schafften sie es, das Publikum mitzureißen, zum klatschen, tanzen und mitsingen zu animieren, aber irgendwie fehlte das gewisse Etwas.
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Pulver bei "Waterloo" verschossen
Partystimmung mit "Abba Mania" bei den Schlossfestspielen in Regensburg - Band mit Schwächen
Natürlich hatten sie alle großen Hits mit dabei, denn eigentlich hatten Abba nur große Hits: "Mamma Mia", "Honey Honey", "One Of Us", "Money, Money, Money", "The Winner Takes It All" und wie sie alle heißen ... Aber: Eine Blondine macht eben noch keine Agnetha!
Aus London kommt sie, die angeblich erfolgreichste Abba-Show, und die beiden Sängerinnen bemühten sich redlich, die Kultklassiker der Schweden zu interpretieren. Aber genau hier merkt man, wie genial die Songs von Benny Andersson und Björn Ulvaeus eigentlich sind, wie komplex und vielfältig die kompositorischen Strukturen sind, und dass es sich dabei nicht nur um simple Tralala-Songs handelt. Diesem Anspruch wird "Abba Mania" an diesem Abend zumindest nicht gerecht. Zum einen ist der Sound - zumindest für die höher Sitzenden - schlecht abgemischt: Das darf solch einer internationalen Produktion nicht passieren. Zum anderen haben die Begleitmusiker ihr - sicherlich vorhandenes - musikalisches Können nicht unter Beweis gestellt. Zu brav und bieder spielten sie die Lieder, in die Tiefe gingen sie selten.
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Pulver bei "Waterloo" verschossen
Partystimmung mit "Abba Mania" bei den Schlossfestspielen in Regensburg - Band mit Schwächen
Auch die beiden Sängerinnen blieben hinter ihrem Können zurück. Die wechselnden Kostüme waren ganz nett und auch die einstudierten Tänzchen konnten sich sehen lassen. Bei den gesanglichen Darbietungen kamen sie aber bei weitem nicht an die Originale heran. Da spürte man dann doch, welche Brillanz und Genialität in dieser legendären Gruppe steckte.
Lieber auf Schallplatte
Das Publikum wollte feiern - mit recht. Wer einfach die Songs von Abba hören und genießen wollte, kam bestimmt auf seine Kosten. Wer wirklich Abba zu schätzen weiß, zieht seine LPs aus dem Regal, legt "Dancing Queen" auf und tanzt. Es geht auch ohne Plateau-Schuhe!
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