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Von Thomas Dobler  |  16.05.2009  | Netzcode: 1832221  |  473 Mal gelesen.
Weiden/Bamberg

Entspannte Songs eines schelmischen Sängers

Liedermacher Wolfgang Buck veröffentlicht neue CD „Asu werd des nix“

Weiden/Bamberg. So ganz traut er sich noch nicht in die fremde Oberpfalz. Dabei müsste der fränkische Liedermacher Wolfgang Buck von seinen paar zaghaften Konzertabstechern in das fränkisch-oberpfälzische Zonenrandgebiet eigentlich wissen, dass ihm auch im Lande des „Wou“- und „Dou“-Zungenschlags durchaus Sympathie entgegen gebracht wird.

Und wer sich nur ein bisschen anstrengt, versteht Bucks Texte sogar ganz gut. Beste Voraussetzungen also, auf einen Künstler aufmerksam zu machen, der im sprachlichen Bermudadreieck zwischen Würzburg, Hof und Ansbach Konzertsäle füllt und Fans zu Tausenden zählt.

50 000 Tonträger hat Wolfgang Buck, der in Erlau bei Bamberg lebt, bislang abgesetzt, und das ist ziemlich respektabel für einen Mann, der im Hauptberuf evangelischer Pfarrer ist und als Kleinkünstler durch Orte tingelt mit Namen wie Kautendorf, Dörfles-Esbach und Gefrees. Nein, man darf nicht gemein sein: Nürnberg, Würzburg und ähnlich Hochburgen geballter fränkischer Kultur sind auch auf der Liste der Auftritte.

Buck hat jetzt eine neue CD veröffentlicht. Damit auch der Außerfranke sieht, wie sich der Mann auf der Bühne gibt, liegt gleich noch eine DVD bei, die den schelmischen Barden in Aktion zeigt. „Asu werd des nix“ heißt die Scheibe und das ist doch wirklich nicht schwer zu übersetzen: „So wiad des nix“.

Dabei kann man fast sicher sein, dass das eben genau so doch etwas wird. Denn „Asu werd des nix“ ist trotz des pessimistischen Titels eines der schönsten und gefühlvollsten Alben des Sängers geworden. 13 neue Songs, sehr entspannt im heimischen Studio aufgenommen, ohne viel Schnickschnack: Gesang, zwei oder drei Gitarrenspuren - fertig.

Auf der neuen Unplugged-CD des Sängers und Gitarristen mit dem weichen fränkischen Akzent werden auf manchmal hinterfotzige Weise elementare Fragen beantwortet: Ob „des Glügg“ darin besteht, dass man sein Lebtag darauf wartet? Ob einer, der immer ein Depp war, weise wird, wenn er „old“ ist? Oder ob aus dem kleinen Wolfgang was geworden ist, der sich als Kind im Dorf immer anhören musste: „Asu werd des nix“? Fränkische Geschichten am Leben entlang, die Wolfgang Buck, der optimistische Skeptiker, hintersinnige Komödiant und eigenbrötlerischer Menschenfreund da erzählt. Es tauchen außerdem auf (in der Reihenfolge ihres Erscheinens): Verrostete Fässer mit Plutonium, eine sadistische Schulsekretärin, die Musikgruppe „Die fränkischen Bressackblunzen“, der alte Kamerad Jimi Hendrix, das Prosecco-Geschwader bei einer päpstlichen Audienz, der heilige Philip Morris, der fliegende Robert, ein Kabeljau, ein blauer VW-Käfer und ein sternenfunkelndes Abendlied des evangelischen Liederdichters Paul Gerhardt. Und das alles eingebettet in wunderbar erdiges Gitarrenspiel.

Und weil sich Buck auch in den nächsten Wochen noch nicht in die Oberpfalz traut, sollte man vielleicht eine ethnologische Musikexpedition Richtung Westen wagen: Am 16. Mai gastiert er in Forcheim (Herder-Gymnasium), am 23. Mai in Gunzenhausen (Lutherhaus) und am 24. Mai in Neuburg/Donau (Apostelkirche.


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