Von Stefan Voit |
13.05.2009
| Netzcode: 1827014 | 405 Mal gelesen.
Literarisches Roadmovie mit Biss und Ironie
Der Schriftsteller Thomas Klupp liest in Weiden aus seinem Erfolgsroman "Paradiso"
Weiden. Am Ende der Lesung war Thomas Klupp dann doch überrascht. "Ist das wirklich schon die dritte Auflage?", fragt er staunend. "Damit habe ich nicht gerecht!" Welcher Schriftsteller rechnet schon damit, dass sein Erstlingswerk so erfolgreich wird und zum Geheimtipp avanciert. Klupp ist etwas gelungen, von dem viele Autoren nur zu träumen wagen: Er hat mit "Paradiso" nicht nur einen lesenswerten Roman geschrieben, sondern er hat auch mit seiner jugendlichen, humorvollen, offenherzigen und frechen (Schreib)Art Leser und Kritiker gleichermaßen überzeugt.
Aufgewachsen in Weiden, hatte Thomas Klupp am Montag gewissermaßen ein Heimspiel, als er vor 100 Zuhörern in der Buchhandlung Rupprecht aus seinem Erfolgsbuch vorlas. Für ihn persönlich war es "definitiv meine unheimlichste Lesung". Das lag nicht nur daran, dass viele Freunde und Bekannte gekommen waren, sondern auch, dass seine Großmutter im Publikum saß. So entschloss er sich, seine "schärferen Passagen" außen vor zu lassen, um das Kapitel vorzulesen, in dem die Hauptperson Alex Böhm, von Potsdam nach Weiden fährt.
Von Stefan Voit |
13.05.2009
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Literarisches Roadmovie mit Biss und Ironie
Der Schriftsteller Thomas Klupp liest in Weiden aus seinem Erfolgsroman "Paradiso"
Die Max-Reger-Stadt und die Oberpfalz spielen dabei eine so wichtige Rolle, dass er ihnen mehrere Kapitel widmet. "Dass liegt einfach daran, dass dies ein Raum ist, den ich mir am leichtesten erschreiben kann", erzählt er im anschließenden Gespräch. Überhaupt sein Schreiben: Es scheint als wäre ihm alles zugeflogen. Mit einer Leichtigkeit lässt er seinen Protagonisten erzählen, schildert kleinste Details, würzt sie mit Ironie und mit einer Bildhaftigkeit, dass man zurecht von einem "todkomischen Roadmovie" sprechen kann.
Da spürt man natürlich auch seine Einflüsse aus der anglo-amerikanischen Erzählliteratur, darf den Vergleich mit Salingers "Fänger im Roggen" bringen und das Bedeutungsmoment Natur mit hervorheben.
Man hört ihm gerne zu, wenn er seine Geschichte erzählt, von Patrizia, die die Hauptperson in ihrem Kastenwagen, zusammen mit zwei Katzen, mitnimmt; als sie in Weiden einrollen, das Transparent mit der "unglaublichen Busennacht" lesen und durch die Altstadt ziehen.
Von Stefan Voit |
13.05.2009
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Literarisches Roadmovie mit Biss und Ironie
Der Schriftsteller Thomas Klupp liest in Weiden aus seinem Erfolgsroman "Paradiso"
Es sind vertraute Orte für das Weidener Publikum, und doch verfremdet, ironisch beschrieben und immer wieder Lacher hervorrufend. Klupp führt seine Leser durch seine Welt, lässt sie teilhaben an seinem modernen Schreib-Rhythmus, der zum Lesen animiert und neugierig macht.
Interessant wird es auch, als er ein vom Verlag gestrichenes Kapitel vorliest, das unter dem Arbeitstitel "Weiden Ankunft CSU", dann doch nicht erschien, weil es zu stark auf (politische) Ereignisse in der Vergangenheit Bezug nehmen könnte. Auch hier: Ironie, Witz, Satire und bissiges Beschreiben von bekannten Vorfällen.
Thomas Klupp hat mit "Paradiso" die Literaturlandschaft aufgemischt. Er hat gezeigt, dass man auf 200 Seiten frisch und überzeugend schreiben kann, dass es sich lohnt, sich gute Geschichten auszudenken und auf Papier festzuhalten. Es gibt, so der Autor, bereits Gedankenspiele für ein neues Buch. Wir sind mehr als gespannt!
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