Weiden
Weiden bleibt bunt
Eindrucksvolle Demonstrationen gegen Neonazis
Weiden. (wüw) Der OB war zufrieden. „Ich denke wir haben mit unserem beeindruckenden Zug ein tolles Zeichen gesetzt“, erklärte Stadtoberhaupt Kurt Seggewiß, nachdem er mit dem Zug der „Demonstration der Demokraten“ wieder an den Unteren Markt zurückgekehrt war.
Eine dreiviertel Stunde zuvor war der OB gemeinsam mit 600 Demonstranten aufgebrochen, um zu zeigen, dass in der Stadt kein Platz ist für braunes Gedankengut. Organisiert hat die Demonstration der DGB im Anschluss an seine Kundgebung zum 1. Mai. Dort waren zunächst etwa 350 Zuhörer vor Ort, „aber nach und nach sind immer mehr Menschen dazugestoßen“, erklärte der DGB-Bezirksvorsitzende Helmut Fiedler.Fiedler stellte sich mit Seggewiß, Bürgermeister Lothar Höher und anderen Vertretern der Stadt an die Spitze der Demonstration, die über das Untere Tor, den Schlörplatz und die Bürgermeister-Prechtl-Straße zur Konrad-Adenauer-Anlage zog. Am Denkmal für die ermordeten Juden hielten die Demonstranten kurz inne, um einer Rede des Leiters der Flossenbürger KZ-Gedenkstätte, Jörg Skriebeleit, zuzuhören.
Der Historiker berichtete von den Erfahrungen, die er als Gedenkstättenleiter mit Nazis machen musste. Diese würden immer dreister auftreten und auch nicht davor zurückschrecken, Gedenkfeiern der Überlebenden des Lagers zu stören. „Die heutigen Nazis zeigen, dass sie weiter morden würden, wenn sie könnten“, so Skriebeleit. „Sie leugnen den Holocaust nicht mehr, sie bekennen sich ganz offen dazu.“
Nach dem Stopp zog die Demonstration über die Sedanstraße zurück zum Ausgangspunkt. Dass das Ziel, ein Zeichen gegen Rechtsradikale zu setzen, erreicht wurde, bestätigte auch Bernd Westphal. Das Bundesvorstandsmitglied der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie war aus Hannover als Hauptredner zum Weidener DGB gekommen. Nach der Demo erklärte er beeindruckt: „Die Menschen haben gezeigt: Weiden ist tatsächlich bunt.“
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