Weiden
Wo die Abwrackprämie keinen lockt
Käfer-Treffen vor Media-Markt gut besucht - Spezial-Werkstatt „Bug Box“ wird 15 - Oldtimer aus ganz Europa
Weiden. (duf) Die Abwrackprämie ist hier verpönt. Beim großen Käfer-Treffen kommen am Sonntag Liebhaber alter Autos aus ganz Europa zusammen. „Die Abwrackprämie bedeutet den Tod einer ganzen Generation von Oldtimern“, bedauert beispielsweise Marc Hänel aus Frankfurt. Er besitzt selbst zwei Käfer, hat sie aber nicht mit nach Weiden gebracht. Auf die Idee, sie verschrotten zu lassen, käme er im Traum nicht. „Oldtimer haben immer eine Geschichte. Da ist der Reiz viel größer als bei einem neuen Auto.“
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| Eine neue Generation Oldtimer-Fans wächst heran. Diese zwei Jungs hatten ihr Lieblingsmodell schnell gefunden. Bild: Wilck |
Knuffig, aber mit Leistung
Warum er gerade auf Käfer abfährt? „Die sind einfach knuffig“, sagt Hänel. „Und bringen trotzdem Leistung, bis zu 200 PS.“ Außerdem bemerkt er: „Mit keinem anderen Auto wurde ich so oft angesprochen.“ Wenn er seinen Käfer auftankt, wollen oft gleich mehrere Leute mit ihren Handys Fotos schießen. Hänel nimmt's gelassen und grinst: „Wer so viel Zeit und Geld in ein Auto steckt, freut sich natürlich über Reaktionen.“ So wie Helmut Landherr, der auf einem Klappstuhl vor seinem grauen VW-Bus sitzt. „Mein Vater hat schon einen gefahren, vor einem halben Jahr habe ich mir auch einen zugelegt.“ Der Bus passt perfekt in den Landherr's VW-Fuhrpark. Dazu gehören noch drei „Einser“ Golf, zwei Jetta und ein „Dreier“ Golf. Und welches Auto benutzt er im Alltag? „Meinen Audi RS 4“, gibt Landherr lachend zu.
Die Stimmung ist gut auf dem Parkplatz vorm Media-Markt. Alte Freunde treffen sich, neu erworbene und frisch restaurierte Autos werden stolz präsentiert. Den Verursacher des ganzen Spektakels trifft man ganz erst ganz hinten im Verkaufsraum der „Bug Box“. Walter Jelinek, der vor 15 Jahren die Spezialwerkstatt für Käfer und VW-Busse gründete, ist umzingelt von Leuten. Geduldig beantwortet er Fragen zu Ersatzteilen und Modellen. All die Prachtexemplare, die vor dem Media-Markt parken, hat er noch gar nicht gesehen. „Ich komm hier schlecht weg“, meint er und zuckt die Schultern. Trotzdem ist heute ein Glückstag für ihn. Blickt er doch auf eine 15-jährige Erfolgsgeschichte zurück: 1994 begann er allein, alte Autos herzurichten. Heute hat er acht Mitarbeiter, ist auf Jahre ausgebucht.
Bis aus England angereist
Auch am Sonntag zeigt sich, wie bekannt die „Bug Box“ mittlerweile ist: Über 200 Besitzer von Käfern, VW-Bussen und anderen Oldtimer sind Jelineks Einladung gefolgt. Bis aus England, Holland, Österreich, Italien, Frankreich, Polen, Tschechien und der Schweiz sind die Auto-Freunde angereist. In einem Punkt sind sie sich einig: Verschrotten würden sie ihre Lieblinge niemals. Denn was sollten sie mit einem Neuwagen? Da gibt's ja nichts dran zu schrauben.
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