Weiden
Ein deutliches Signal aus der Region
Das Projekt Landestheater Oberpfalz: Interview mit Matthias Winter, Intendant der Stadtbühne Vohenstrauß
Weiden. Die Bühnenlandschaft in der Oberpfalz ist in Bewegung: Im April geht die über 40-jährige Arbeit der „Kleinen Bühne“ in Weiden zu Ende, der Verein löst sich auf. Die Theaterfreunde in der Max-Reger-Stadt werden ab dann vor einem geschlossenen Vorhang sitzen.
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| Matthias Winter will für die Oberpfalz ein Zeichen setzen. Bild: Wilck |
Sie haben am Donnerstag im Weidener Kultur- und Tourismusbeirat die Pläne für das Landestheater Oberpfalz vorgestellt. Worum geht es dabei?
Matthias Winter: Mit dem Auslaufen der Tätigkeit der „Kleinen Bühne“ Weiden wird in der Stadt ein Vakuum in Sachen Theater entstehen. Für die Stadt kamen deshalb die Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz und die Chefin der Regionalbibliothek, Sabine Guhl, auf mich zu, um ein Konzept zu erarbeiten. Ich habe mir entsprechende Gedanken gemacht und die Ideen mit den Mitgliedern der Stadtbühne eingehend diskutiert. Von Anfang an war klar, welche Chancen in einer Kooperation zwischen Stadt und Land liegen. Wenn wir alle Kräfte zusammenführen können, dann ist das eine perfekte Ausgangssituation für ein Landestheater Oberpfalz.
Landestheater gibt es in Niederbayern oder Schwaben. Was sind die Vorteile einer Landesbühne?
Winter: Der größte Vorteil ist es, dass die Oberpfälzer dann nicht mehr nach Hof, Regensburg oder Nürnberg fahren müssen, um Theater mit Niveau zu erleben.
Was sind die Aufgaben eines Landestheaters?
Winter: Eine Landesbühne ist dazu da, Theater abseits der großen Zentren zu machen. Stefan Tilch, Intendant des Landestheaters Niederbayern, beantwortete mir dieselbe Frage einmal so: „Wir sind das niederbayerische Theater. Wir haben die Menschen dieser Region im Auge und begleiten sie auf künstlerischem Weg.“ So ähnlich sehe ich auch das Anforderungsprofil des zu schaffenden Landestheaters Oberpfalz. Unsere Aufgabe läge also darin, Themen der Region aufzugreifen, zu kommentieren und mit Einflüssen externer Künstler zu vergleichen und hinauszutragen.
Mit dem Ende der „Kleinen Bühne“ gibt es die Chance für einen Neuanfang. Was bedeutet dies konkret für die Kulturstadt Weiden?
Winter: Es bedeutet einen Neuanfang, das ist richtig, und zwar mit den damit verbundenen Herausforderungen und Chancen. Konkret heißt das: Ich werde versuchen, das Angebot in der Stadt in den Bereichen Kleinkunst, Kabarett, Kinder-und Jugendtheater zu verbreitern und gleichsam die Qualität, die die „Kleine Bühne“ vorgelegt hat, zu halten oder sogar noch zu erhöhen.
Ich denke aber nicht nur an die Stadt Weiden, sondern an die gesamte Region. Wenn es uns gelingt, dieses Projekt zu stemmen, dann setzen wir ein Zeichen aus der Oberpfalz, das man im Rest Bayerns so sicher nicht erwartet hat. Anderswo schließen Theater, wir machen eins auf.
Haben Sie bereits konkrete Pläne oder Überlegung für Aufführungen und Spielorte?
Winter: Die Pläne liegen in der Schublade meines Schreibtisches. Ich kann verraten, dass weiterhin bekannte Stars in Weiden auftreten sollen. Doch vorerst ist die Stadt am Zug. Wir von den Burgfestspielen Leuchtenberg haben die notwendigen organisatorischen Dinge in die Wege geleitet und werden das Landestheater Oberpfalz in jedem Fall gründen. Wir laden Weiden herzlich dazu ein, bei diesem regionalen Großprojekt dabei zu sein.
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