Nairobi/Hamburg
Deutscher Frachter von somalischen Piraten gekapert
13 Besatzungsmitglieder an Bord
Nairobi/Hamburg. (dpa) Somalische Piraten haben am Donnerstag im Golf von Aden den deutschen Tanker „Longchamp" in ihre Gewalt gebracht. Das bestätigten ein Mitarbeiter der Reederei in Nairobi sowie ein Sprecher des Hamburger Schiffsfinanzierers MPC, der an dem Schiff beteiligt ist. Die Piraten konnten das rund 3500 Tonnen große Schiff in den frühen Morgenstunden kapern, obgleich es in einem internationalen geschützten Konvoi fuhr und die indische Marine noch einzugreifen versuchte, sagte der MPC-Sprecher. Der Kapitän des Schiffes habe in einem kurzen Telefonat erklärt, alle 13 Besatzungsmitglieder seien wohlauf. Es handele sich um 12 Filipinos und einen Indonesier.
Der Tanker sei nun aus dem Konvoi ausgeschieden und steuere auf die somalische Küste zu, sagte der MPC-Sprecher. Er rechne mit einer Lösegeldforderung. Das Schiff sei versichert gegen die Folgen von Krieg, Terrorismus und Piraterie.
Vor der somalischen Küste sind in diesem Jahr bereits drei Schiffe von Piraten gekapert worden. Im Kampf gegen die Seeräuber sind zur Zeit vier Schiffe, darunter auch eine deutsche Fregatte, und drei Aufklärungsflugzeuge von EU-Ländern im Einsatz. Sie sollen vor allem Containerschiffe und Tanker vor Angriffen im Golf von Aden schützen, der wichtigsten Handelsroute zwischen Europa, der arabischen Halbinsel und Asien.
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