Weiden
Alles für die Patienten
Fachärzte kontern Vorwürfe: Lassen niemanden im Stich
Zum NT-Gespräch hat Andreas von Bohlen Fotos mitgebracht. Keine schönen Fotos. Aufgenommen erst am Dienstagvormittag, zeigen sie blutige Operationen an Abszessen im Mund. "Stellen Sie sich vor, dabei würden wir auf die Narkose verzichten", sagt der Anästhesist. Und betont: Wenn es ihm allein um die Vergütung ginge, dürfte er die Narkose in solchen Fällen nicht mehr vornehmen. Für 45 Euro pro Patient und Quartal, wie es das neue Regelleistungsvolumen vorsehe, sei sie nicht machbar. "Aus eigener Tasche zahle ich 100 Euro dazu."Ein Beispiel, mit dem von Bohlen verdeutlichen will: "Wir weisen keine Patienten ab." Fachärzte, die ihre Patienten "als Spielball benutzen" oder gar "im Stich lassen"? Der Vorwurf aus Reihen der Krankenkassen (NT vom Dienstag) schmerzt. Und bleibt nicht unwidersprochen. Der stellvertretende Vorsitzende des Ärzteverbundes Oberpfalz Nord: "Wir schreiben keine Privatrechnungen, die der Patient zu tragen hat. Wir weisen keinen Notfall ab. Aber wir drängen auf eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse. Wenn wir nicht auf unsere Kosten kommen, gibt es uns spätestens Ende des Jahres nicht mehr. Dann würden wir unsere Patienten tatsächlich im Stich lassen."
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