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Von Andrea Prölß  |  10.11.2008  | Netzcode: 1599690  |  448 Mal gelesen.
Windischeschenbach

Kavalier mit boshaften Absichten

"Frauenflüsterer" Martin Herrmann begeistert auf der Futura-Bühne

Martin Herrmann: Man beachte den Nachnamen. Zusammengesetzt aus "Herr" und "Mann". Wessen Name nach eigener Aussage "die Weiblichkeit doppelt ausgrenzt", der muss diesen Mangel in irgendeiner Form kompensieren. Deshalb konzentriert sich Martin Herrmann auf das, was ihm - nicht nur dem Namen nach - so fehlt: auf Frauen. Weil er diese Studien mit der ihm eigenen Akribie betreibt, wurde er zum Experten in punkto Weiblichkeit, zum "Frauenflüsterer".

Als solcher tourt der in Heidelberg lebende "Exil-Bayer" seit vielen Jahren durchs Land. Windischeschenbach lag dabei schon öfters auf seiner Route. Nach längerer Pause stattete er am Wochenende der Futura-Bühne wieder einen Besuch ab, erwischte dabei den wohl ungünstigsten Zeitpunkt, als man in Weiden Kulturgenuss im Schnelldurchlauf absolvierte, und sah sich dem zahlenmäßig überschaubaren "inner circle" der Anhängerschaft gegenüber.

Dennoch. Kulturgenuss gab es auch abseits vom Weidener Event-Geschehen. Ein Abend in intimster Brettl-Atmosphäre mit Neuem und Bewährtem aus dem Erfolgsprogramm "Der Frauenflüsterer". Ein leiser Abend. Herrmann gehört nicht zu den satirischen Marktschreiern. Leise, mit sanft schmeichelnder Stimme und bedachter Wortwahl, korrekt bis staubtrocken, also in perfekter Kavaliers-Attitüde verpackt kommen seine Pointen daher, um sich dann als messerscharfe, ja bisweilen schamlose Boshaftigkeiten zu entpuppen. Mit maliziösem Lächeln serviert.

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