Weiden
Der "Sozialtarif" bleibt Vision
Bürgerliste will sparsamen Gasverbrauch belohnen - Werkausschuss nicht überzeugt
Nicht bereit waren die Mitglieder des Werkausschusses, der "visionären Idee" der Bürgerliste zu folgen: Dr. Christian Deglmann schlug eine Tarifstaffelung vor, die sparsameren Gasverbrauch mit niedrigerem Preis belohnt. Damit werde das bisherige Tarifsystem (mit der Höhe des Verbrauchs sinkt der Preis) auf den Kopf gestellt."Wir schaffen Anreize, mit Energie sorgsam umzugehen, fördern damit Maßnahmen zur Wärmedämmung", betonte Dr. Deglmann. Das hätte natürlich Vorbildcharakter und wäre nicht zum Nachteil der Stadtwerke. Zugleich sei Weiden damit einer der Vorreiter für einen Sozialtarif. "Wer nichts verbraucht, zahlt nichts, auch keinen Grundpreis."
Stadtwerkeleiter Johann Weiß meinte, dann müsse bei Nichtverbrauchern der Gaszähler ausgebaut werden. Dazu Deglmann: "Sie bauen auch nicht den Motor aus, nur weil ihr Auto mal in der Garage steht."
Dennoch blieb Deglmanns Vorschlag erfolglos. Gerade bei den Großverbraucher-Tarifen, so Hans Sperrer (CSU), werde mit spitzem Bleistift gerechnet. Mehrverbraucher würden von den Stadtwerken "abspringen", zu anderen Lieferanten wechseln. "Wir würden uns dafür Kunden ins Haus holen, die wenig verbrauchen und ihr Gas sogar umsonst bekommen. Das kann uns nicht überzeugen." Auch Gisela Helgath (Die Grünen) und Josef Melch (SPD) befürchteten bei einem Sozialtarif gewaltige Wettbewerbsnachteile für die Stadtwerke.
Oberbürgermeister Kurt Seggewiß betonte: "Beim Gaspreis sind wir schon verdammt gut." Unter den 302 deutschen Energieversorgern bieten die Stadtwerke Weiden den drittbilligsten Tarif.
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