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Weiden
Kaufbeuren spart sich Fraktionsbüros
Förderung der Fraktionen in Bayern höchst unterschiedlich - Weiden zahlt vergleichsweise viel
Weiden. (rg) Für einen wichtigen Fußgängerüberweg vor der Gerhardinger Schule fehlen 25 000 Euro, rechnet Luise Nomayo vor. Und dennoch leiste sich Weiden einen Stadtrat, der sich selbst "in ausgesprochen feudaler Weise" an öffentlichen Haushaltsmitteln bedient, über 300 000 Euro pro Jahr verschlingt.
Harte Worte - untermauert mit einem detaillierten Zahlenwerk, das die Weidener Stadtratsbezüge als die mit Abstand höchsten von sechs vergleichbaren kreisfreien Städten ausweist (wir berichteten). Ausschlaggebend: die Zuschüsse für Fraktionsbüros. Knapp 100 000 Euro gibt Weiden dafür jährlich aus. Auf Platz zwei: Ansbach - mit gerade mal 43 000 Euro.Was treibt die Kosten in der Max-Reger-Stadt dermaßen in die Höhe? Vor allem die Schreibkräfte, welche die Stadt den beiden großen Fraktionen zahlt (je 28 239 Euro jährlich). Die drei kleinen haben je 4800 Euro Lohnkostenzuschuss zur Verfügung. Insgesamt wesentlich weniger Fraktions-Subventionen gewähren laut Nomayo-Studie Memmingen (31 200 Euro), Amberg (18 600) und Straubing (4800). Und Kaufbeuren ? Gar nichts. Null. Zuschüsse weder für Schreibkräfte noch für Büromaterial oder -Mieten. Dabei hält auch das Rathaus keine Fraktionsbüros vor, und auch die Aufwandsentschädigung für Fraktionsvorsitzende (insgesamt 14 400 Euro pro Jahr) nimmt sich vergleichsweise bescheiden aus (Weiden: 36 700 Euro). Der Grund? "Bei uns ist das einfach so", antwortet Thomas Zeh von der Rechtsabteilung in Kaufbeuren auf NT-Anfrage. Auch die Amberger sind einfach so. Einfach sparsam nämlich. "Kein Büro, keine Schreibkraft, keine Personalausstattung" billige die Stadt den Fraktionen, informiert Organisationsleiter Dr. Peter Donhauser. Und einen Zuschuss zum Sachaufwand jeweils nur auf Antrag - der Hauptausschuss entscheidet dann darüber. Ihren erhöhten Aufwand bekommen die Fraktionschefs mit monatlich 20 Euro pro Mitglied vergütet: insgesamt rund 8000 Euro.
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