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Wurz
Lautenklänge in göttlicher Sprache
Lutz Kirchhof gestaltete Abschlusskonzert des 21. Wurzer Sommers
Das waren noch Zeiten, als Mann nicht mit PS-Stärken imponieren konnte, sondern die Damenwelt mit der Kultiviertheit des Lautenspiels beeindrucken musste, wollte er nicht solo bleiben. Nicht nur durch die Klänge seines 24-saitigen Instruments und Tabulaturen aus der Barock- und der Renaissancezeit, auch durch seine Moderation verstand der Musiker und Forscher Lutz Kirchhof seinen 150 Zuhörern die entspannte Stimmung einer vergangenen Zeit als Idyll zu vermitteln.Mit Lautenkunst der französischen Schule des 16. und 17. Jahrhunderts endeten am Samstag die 21. Wurzer Sommerkonzerte, deren Thema "Zauber des Barock - und mehr" in elf Konzerten rund 2000 Besucher in den historischen Pfarrhof von Wurz gelockt hatte. Die große Mehrzahl der Veranstaltungen konnte unter freiem Himmel, vor dem barocken Pfarrhof im Garten stattfinden. Lutz Kirchhof präsentierte sein Programm sowohl im Freien, wie auch im Gewölbe des Marstalls.
Der Lautenist platzierte die kunstvollen Werke französischer Meister zwischen zwei Suiten des Dresdners Sylvius Leopold Weiss, einem Freund Johann Sebastian Bachs. Dieser deutsch-barocke Rahmen passte vorzüglich um die Hörer mit der "stillen Musik der Laute" bekannt zu machen. Früher über Jahrhunderte das Instrument für alle Gelegenheiten, kann es sich heute kaum noch bemerkbar machen - es sei denn, ein Könner wie Lutz Kirchhof vermittelt das filigrane Tonbild seines komplexen Instruments, dessen Klänge nicht auf-, sondern anregen. So war nachvollziehbar, dass die Kompositionen von Robert de Visée dem Sonnenkönig in Versailles zur Entspannung dienten, und Denis Gaultier entwickelte gar eine göttliche Sprache in seiner Sammlung "La Rhétorique des Dieux", die in den vielsätzigen Suiten ganze Heerscharen von Göttern in ihren Charakteristiken beschrieb, wie im presto etwa die scheue Atalante, die ihren Freiern immer leichtfüßig davon rannte.
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