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Von Andrea Prölß  |  01.09.2008  | Netzcode: 1518264  |  412 Mal gelesen.
Wurz

Liebesqualen und böhmische Musizierfreude

Martinu Quartett aus Tschechien zu Gast bei den Sommerkonzerten im alten Wurzer Pfarrhof

Das Martinu Quartett aus Tschechien erhielt für
Das Martinu Quartett aus Tschechien erhielt für seine Interpretation von Leos Janáceks "intimen Briefen" bei den Wurzer Sommerkonzerten viel Applaus. Von links: Lubomir Havlák (Violine), Irena Herajnová (Violine), Jitka Vlasánková (Violoncello) und Jan Jisa (Viola). Bild: apl
Intime Briefe, in Töne gefasst, die von Glück, Leidenschaft und Verzweiflung erzählen. Von Liebe eben. Von den Liebesqualen des tschechischen Komponisten Leos Janácek am Ende seines Lebens. Musik, die flüstert und schmeichelt, schreit und wütet. Da ist nichts mit entspanntem Zurücklehnen und seligem Einschlummern, wie man es bei den Wurzer Sommerkonzerten nun mal gerne tut.

Trotzdem. Musik, die keinen Raum gibt für weltentrückte Träume, Musik, die von Gegenwart und Wirklichkeit der Kunst erzählt, diese Musik geriet an einem Spätsommerabend im wunderschönen Wurzer Pfarrgarten zu einem fesselndem Hörerlebnis. Dazu trug nicht nur Janáceks emotional aufgeladene Musik bei. Dessen zweites Streichquartett, das den Titel "Intime Briefe" trägt und seiner späten Liebe zu Kamila Stösslová gewidmet ist.

Solche Musik braucht auch Interpreten, welche die personale Intimität wie ungebrochene Aktualität dieser gerade mal hundert Jahre alten Musik zu vermitteln wissen. Dem tschechischen Martinu Quartett gelang es am Samstagabend in besonderer Weise, in die seelischen Tiefen und Abgründe ihres Landsmannes Leos Janacek einzutauchen und mit packender Leidenschaft (ungemein präsent, Cellistin Jitka Vlasanková) wiederzugeben.

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