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Von Anastasia Poscharsky-Ziegler  |  26.08.2008  | Netzcode: 1512523  |  357 Mal gelesen.
Wurz

Ungarisches Feuer und argentinischer Tango

Wurzer Sommerkonzerte: Das Ventus Bläserquintett bietet über 300 Gästen mehr als Salzburger Flair

Das Ventus Bläserquintett faszinierte die über
Das Ventus Bläserquintett faszinierte die über 300 Zuhörer auch mit ungarischen und argentinischen Klängen. Bild: apz
Aus der Mozartstadt Salzburg reiste am Sonntag (nach überstandener Reifenpanne) das Ventus Bläserquintett zu den 21. Wurzer Sommerkonzerten an. Die vier Herren und die Dame sind allesamt Mitglieder der Camerata Salzburg oder des Mozarteum-Orchesters und hatten für das Gartenkonzert jedoch mehr im Gepäck als süße musikalische Mozartkugeln.

Auch ungarisches Feuer und südamerikanische Exotik gehörten dazu. Fagottist Christoph Hipper steckte sich zur Tango-Suite sogar rote Häuptlingsfedern ins Instrument. Das windige Spätsommerwetter bescherte dem Ensemble zudem neue Erkenntnisse in Sachen "Wäscheklammertechnik" zur Sicherung der Notenblätter.

Welt der Oper besucht



Apropos Technik: Die war instrumental gesehen schon beim ersten Stück, einem Abstecher in die Welt der Oper, perfekt. In vollendeter Harmonie und Feinabstimmung eröffnete Moritz Plasse mit seiner "Zauberflöte" (Flöte) das Konzert, mit Oboistin Isabella Unterer und Klarinettist Gabor Lieli immer wieder in klangfarbenreiche und nuancierte Trialoge verstrickt, in die sich Hornist Markus Hauser und Fagottist Christoph Hipper - immer wieder spielfreudig losgelöst von ihren grundlegenden Tiefen - bereichernd einmischten.

Nach Eindrücken aus der beliebtesten Oper der Welt erfreute nach einem beschwingt heiteren Divertimento Joseph Haydns als Leckerbissen Mozarts "Stück für ein Orgelwerk in einer Uhr", das einst für das Kunstkabinett des Grafen Deym erschaffen wurde, aber meist in der Klavierfassung dargeboten wird, obwohl Orgelklang doch mehr mit Pfeifen und Flöten zu tun hat. Flotte Zungen und blitzschnelle Finger waren bei den fünf "Alten ungarischen Tänzen" von Ferenc Farkas (1905 bis 2000) gefragt, der trotz seiner 700 Kompositionen bei uns recht unbekannt ist.

Nicht modern verfremdet, sondern maßvoll in eine hohe Klangsprache übertragen, feiert Farkas hier das folkloristische Idiom seines Landes, das bei Klarinettist Lieli bestens aufgehoben war. Der Ungar stand auch bei György Ligetis "Sechs Bagatellen" oft an stimmführender Front: Hier trafen osteuropäisches Temperament und moderne Tonsprache oft kollidierend und reibend zusammen, eine gewisse Ruhe und Harmonie kehrten nur zum Adagio "In memoriam Béla Bartók" ein. Zum letzten Satz "Molto vivace" (der zu kommunistischen Zeiten wegen seiner Dissonanzen nicht gefragt war) griff Flötist Plasse zur Piccoloflöte und setzte Spitzenakzente im Diskant.

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