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Spielwitz und melancholische Nachtstimmung
Pianist Vadim Chaimovich zu Gast bei den Wurzer Sommerkonzerten
Wurz. "Es pulsiert in ihm bereits Beethovenscher Geist!" So Hans von Bülow seinerzeit über das Klavierschaffen von Domenico Scarlatti, den "Progonus" der klassischen Klaviersonate. Für den Klassikliebhaber von heute gelten Scarlattis Klaviersonaten allerdings immer noch als trockene Vorstudien für das Sonatenschaffen von Mozart, Haydn und Beethoven. Bedeutungsloser Nebenschauplatz, welchen man gerne den Alte Musik Freaks überlässt.Den Gegenbeweis trat am Wochenende der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete, junge litauische Pianist Vadim Chaim (zuletzt Meisterschüler von Peter Rösel in Dresden) an, der am Samstag den ersten Klavierabend bei den diesjährigen Wurzer Sommerkonzerten mit einer Gegenüberstellung von Scarlatti und Beethoven eröffnete.
Und an dieser Scarlatti-Interpretation hätte von Bülow wohl seine helle Freude gehabt. Mit frischem, unverkrampftem Spiel förderte Chaimovich Scarlattis Witz und Lust an Narreteien zutage und unterstrich eindrucksvoll dessen Nähe zum humor- und ironiegeladenen "Beethovenschen Geist".
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