Von (uz) |
31.03.2008
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Weiden
Gackern gehört zum Geschäft
"Sing Out" und "Altneihauser" begeistern in restlos ausverkaufter Max-Reger-Halle
Weiden. (uz) Die existenzielle Frage, wer als erster da war, das Huhn oder das Ei, ist am Samstagabend in der Max-Reger-Halle rasch geklärt. Die Henne. Und zwar ein ziemlich ulkiges Federvieh, das da im Lichtkegel über die Bühne flattert. Ein Huhn, das scheinbar goldene Eier legt. Denn die Halle ist ausverkauft. Restlos.
Wundert sich nicht nur über andere, sondern auch über sich selbst: Norbert Neugirg, Kommandant der "Altneihauser".
Das mannsgroße Geflügel ist längst zum Markenzeichen des Gesangsensembles "Sing Out" geworden. Die Krummennaaber Combo weiß: Gackern gehört zum Geschäft. Aber wie heißt es auch so schön: "Flieg mit den Adlern und scharre nicht mit den Hühnern!" Weshalb die Vokalisten beim ersten Konzert in Weiden, das auf ihre eigene Kappe geht, auf den Beistand der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" setzen.
Neugirg: Strauß und Stoiber
Im Gepäck der aufgekratzten Wehr: Der "schizophrene" Kommandant Norbert Neugirg. Einer, der doch tatsächlich glaubt, er sei Franz-Josef Strauß und Edmund Stoiber. Phänomenal, wie er sich ans Rednerpult krallt: "Die Bayern sind furchtbar g'scheit. Wie oft staune ich über mich selbst. Da haut's Fetzen aus mir raus, wo ich mir sag: "Schau a mal an, mein lieber Freund! Wo des alles herkommt."
Die Halle tobt. Aber Neugirg ist noch nicht fertig. Er formuliert eine um die andere bayerische Gedankenblase. In seiner Doppelfunktion als Stoiber/Strauß trommelt er gegen die "andern": Contra "G'schwerl, Preiß'n, Annektierte, Ostler, Neulinke, Ungläubige, Nicht-CSUler und ähnliches außerbayerische Gesockse." Also gegen "tief unter bayerischem Niveau dahin vegetierende Bevölkerungsteile." Denn Gott sei Dank sei die weiß-blaue Welt noch in Ordnung. "Mir san mir und mir san Papst!"
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31.03.2008
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Weiden
Gackern gehört zum Geschäft
"Sing Out" und "Altneihauser" begeistern in restlos ausverkaufter Max-Reger-Halle
Aber ganz ohne Kommentar kommen natürlich auch die Gäste nicht weg. Bedauerlich: "Geschätztes Volk der Kleinstadt Weiden, die Sie's g'wohnt sind, dass Sie leiden, seit der rote Seggewiß den Höher in die Tiefe riss." Ein eineinhalbfacher Tusch darauf.
Die "Liechtensteiner Polka" wird dagegen ersatzlos gestrichen. Die will er seinem Publikum in diesen Zeiten nicht antun. Man wisse ja nie, wie die derzeit bei einigen Leuten ankommt.
Umso mehr überzeugen "Sing Out" mit ihren qualitativen Fixpunkten. Ein angesagter Cocktail aus Schlager und Pop. Zunächst geht's "Ab in den Süden". Dann wird am "Lollipop" gelutscht. Und Heini Klumm schickt "Germany's next Topp-Moppel" auf den Catwalk. Natürlich gackernd von besagter Henne begleitet.
Man merkt schnell: Da sind echte Troubadoure am Werk, "Männer", die mit ihren "Frauen" - passend zum Wetter: "Es ist Sommer" - im "Caravan of Love" an den "River of Dreams" zum Baden fahren. Riesenapplaus ist zu hören, als das achtköpfige Ensemble die Robbie-Williams-Hymne "Angels" fast in die Halle hinein schmachtet.
Von (uz) |
31.03.2008
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Weiden
Gackern gehört zum Geschäft
"Sing Out" und "Altneihauser" begeistern in restlos ausverkaufter Max-Reger-Halle
Lieder mit Ironie gewürzt
Im zweiten Teil werden Chansons und Schlager hochgehalten. Das Publikum zeigt viel Spaß am deutschen Liedgut, das vom prächtig aufgelegten "Sing-Out"-Ensemble mit viel Ironie und parodistischem Beigeschmack präsentiert wird. Beim "Ba-Ba-Banküberfall" verhaftet ein Uniformierter mit Blaulicht auf dem Kopf und einem grünen Bobby-Car an der Leine einen bestrumpften Übeltäter.
Schließlich wird "Griechischer Wein" genippt und mit dem "Häuptling der Indianer" die Friedenspfeife geraucht. Manchmal glaubt man, die Solisten würden von einem ganzen Orchester begleitet. Dabei gibt es nur einen einzigen Klavierspieler. Tränen, Kusshände. Es gibt noch drei hippe Zugaben, ehe die schrille, vokalbetonte Gruppe auf "Country Roads" von dannen fährt.
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