Von Susanne Wolke |
21.11.2007
| Netzcode: 1177833 | 567 Mal gelesen.
Sanfte und typisch weibliche Kunst
Die Regensburger Galerien Ludwig Hammer und Dr. Erdel Verlag zeigen Bilder von Hélène de Beuvoir
Anschreiben gegen den nahen Tod: Der Schriftsteller Wolfgang Borchert schuf in der kurzen Zeit, die ihm blieb, ein faszinierendes Werk. Bild: dpa
Regensburg. Simone de Beauvoir war nicht mit allem zufrieden, was ihre kleine Schwester so tat. Manche Eigenschaften, die die zwei Jahre jüngere Hélène an den Tag legte, konnte die Frauenrechtlerin einfach nicht für gut heißen. Zum Beispiel: Hélène konnte exzellent kochen und war eine treue Ehefrau. Außerdem: Hélène war Malerin. Doch auch wenn Simone de Beauvoir kundtat: "Das Malen ist nichts für eine Frau." Hélène ließ sich nicht beeinflussen und ging ihren Weg.
Gefragter denn je
Heute zeigt sich: Simone de Beauvoir hatte sich getäuscht. Ihre jüngere Schwester Hélène ist mittlerweile dabei, der Schriftstellerin und Sartrefreundin den Rang abzulaufen. Und das zeigt nicht nur die Doppelausstellung "Hélène de Beauvoir - toujours et partout", die in den Regensburger Galerien Dr. Erdel Verlag und Galerie Hammer gezeigt wird.
Sechs Jahre nach dem Tod Hélène de Beauvoirs sind ihre zartfarbigen Ölgemälde, Aquarelle und Grafiken gefragter denn je. "Im Internet wird Hélène mittlerweile öfter angeklickt als Simone", sagt Ludwig Hammer. "Es ist alles eingetreten, was wir vorausgesagt haben", fügt der Regensburger Galerist hinzu. Denn Ludwig Hammer war sich schon immer sicher: "Hélène de Beauvoir wird einmal berühmt."
Von Susanne Wolke |
21.11.2007
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Sanfte und typisch weibliche Kunst
Die Regensburger Galerien Ludwig Hammer und Dr. Erdel Verlag zeigen Bilder von Hélène de Beuvoir
Ludwig Hammer kannte Hélène de Beauvoir gut. Sehr gut sogar. Seit er die feine französische Dame 1970 auf einem Dampfer von Japan nach Russland traf, verband die beiden eine enge Freundschaft. Mehrmals besuchte Hélène den gebürtigen Weidener und seine Familie.
Ludwig Hammer hielt sich seinerseits oft bei Hélène de Beauvoir im Elsass auf. Dort hatte die Diplomatengattin nach langen Jahren der Wanderschaft quer durch die ganze Welt ihren Rückzugsort gefunden.
Nach dem Tod Hélènes im Jahr 2001 war Ludwig Hammer der erste, der Werke aus ihrem Nachlass ankaufen konnte. Seine Galerie in den Regensburger Altstadtgassen entwickelte sich zu einem Anlaufpunkt für Anhänger der Malerin. Und die werden nun immer mehr. "Es ist so viel passiert in der letzten Zeit." Ludwig Hammer blickt auf eines der bunten Bilder Hélènes über dem Sofa seiner Galerie.
Erst im Sommer hat er eine große Ausstellung über die Künstlerin in der Städtischen Galerie Erlangen mitgestaltet. Nun präsentiert der Galerist die große Pariserin in Regensburg. Die Doppelausstellung der Galerie Hammer und des Dr. Erdel Verlags zeigt neue Bilder direkt aus dem Atelier der Künstlerin.
Von Susanne Wolke |
21.11.2007
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Sanfte und typisch weibliche Kunst
Die Regensburger Galerien Ludwig Hammer und Dr. Erdel Verlag zeigen Bilder von Hélène de Beuvoir
Die beiden Ausstellungen führen das breite Spektrum Hélène de Beauvoirs vor Augen. Doch egal ob die Künstlerin den Kubismus, den Orphismus oder die Spritztechnik Jackson Pollocks aufgegriffen hat: Ihre Bilder zeichnen sich stets durch zarte, freundliche Farben aus. Die meist abstrahierten, aber nie ganz abstrakten Gemälde und Aquarelle zeigen immer wieder Blumen, Frauen und Tiere.
Venedig ist oft dargestellt, dann wieder Skifahrer in den Alpen oder handarbeitende Frauen auf Sardinien. Als Vorlage für die immer wiederkehrenden Tiger dienten der Malerin ihre drei Katzen. Die Bilder Hélène de Beauvoirs sind frisch und bezaubernd. Und - auch wenn die gestrenge Schwester Simone das vielleicht nicht gerne hören würde: In ihrer Sanftheit möchte man sie als typisch weiblich bezeichnen.
Dem Betrachter scheint sich in der Malerin eine feinsinnige kultivierte Frau zu offenbaren. "Hélène de Beauvoir war eine Pariserin bis ins letzte", bestätigt Ludwig Hammer. "Eine richtige Dame und eine großartige Frau."
Von Susanne Wolke |
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Sanfte und typisch weibliche Kunst
Die Regensburger Galerien Ludwig Hammer und Dr. Erdel Verlag zeigen Bilder von Hélène de Beuvoir
Inniges Verhältnis
Mit ihrer Schwester Simone hatte Hélène de Beauvoir ansonsten übrigens ein inniges Verhältnis. Und letztendlich freundete sich die Ältere dann doch mit der Malerei ihrer Schwester an. 1960 attestierte Simone Hélène in einem Brief: "Welch herrliche Bilder! Alle bewundern sie! Du hast deinen Coup gemacht!"
Öffnungszeiten: Galerie Hammer bis 31. Dezember: Montag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr und Samstag von 11 bis 16 Uhr; Dr. Erdel Verlag: bis 30. November Mittwoch und Freitag von 16 bis 19 Uhr.
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