Weiden
"Jetzt habe ich die größte Lust, wieder Prosa zu schreiben"
ARD-Hörspielpreis und Arno-Schmidt-Stipendium: Interview mit dem Schriftsteller, Dramatiker und Filmemacher Werner Fritsch
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| Arbeitet an vielen neuen Projekten: der Autor Werner Fritsch. Bild: Thomas Dashuber |
Jetzt wurde der in der Oberpfalz und Berlin lebende Schriftsteller, Dramatiker und Filmemacher mit zwei Preisen geehrt. "Enigma Emmy Göring" wurde zum ARD-Hörspiel des Jahres 2007 gewählt und er bekam das Arno-Schmidt-Stipendium 2007/2008. Die Kulturredaktion führte mit ihm dieses Interview.
Gleich zwei Auszeichnungen hintereinander: ARD-Hörspielpreis und Arno-Schmidt-Stipendium: Würdigt man jetzt endlich die umfangreiche Arbeit des Dramatikers und Schriftstellers Werner Fritsch?
Werner Fritsch: Nach der wunderbaren Veranstaltung in Schwalenberg, wo es ein Symposium zu meiner Arbeit gab und wo prominente Schauspieler wie Corinna Harfouch, Jennifer Minetti und der Salzburger Jedermann-Darsteller Peter Simonischek Texte von mir lasen, ist das eine weitere prominente Würdigung. Und es geht auch gut weiter: Es gibt im neuen Jahr "Nico"-Aufführungen in Nantes, in Kawasaki und in Tokyo. Außerdem ein Werner-Fritsch-Festival in Neuseeland, wo meine Filme gezeigt werden, wo Theaterstücke übersetzt und aufgeführt werden, wo es Vorträge gibt zu meiner Arbeit, wo ich im ganzen Land Lesungen habe und mit den Ureinwohnern, den Maori an meinem Film "Faust Sonnengesang" weiterdrehen kann.
Was bedeuten Ihnen diese Preise? Und wie wichtig sind sie für Sie persönlich?
Fritsch: Es ist eine große Ehre, das Arno-Schmidt-Stipendium zu bekommen. In meiner Jugend gab es nur zwei Antworten auf das Jahrhundert-Genie James Joyce: Samuel Beckett und Arno Schmidt. Arno Schmidt ist einer der größten Sprachkünstler unserer Literatur. Was den ARD-Hörspielpreis betrifft: "Enigma Emmy Göring" war ja bereits Hörspiel des Jahres 2006 - und es ist es ganz, ganz toll, dass sich meine Inszenierung meines Monologs gegen, auf zwei Jahre gesehen, über tausend Inszenierungen der ARD durchgesetzt hat.
Das Stipendium ist nicht nur mit 36 000 Euro dotiert, sondern wird für die Jahre 2007/2008 vergeben. Was hat es damit auf sich?
Fritsch: Der Arno-Schmidt-Preis wurde umgewandelt in ein Stipendium. Es ist auch gut so. Sonst geriete ich in Versuchung, es wie beim Robert-Walser-Preis und beim Preis des Landes Kärnten beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb und beim Rauriser Literaturpreis zu machen: Die Preissumme in meine Filme zu stecken wie damals in den Wenzel-Film "Das sind die Gewitter in der Natur".
Die Jury begründete die Vergabe mit der Aussage, der Autor "spüre der Präsenz und Verleugnung deutscher Vergangenheit in der Gegenwart nach". Wie wichtig ist Ihnen diese Auseinandersetzung?
Fritsch: Es gibt kaum ein Werk meiner Arbeit, in dem die deutsche "Erbschuld" Auschwitz oder im Fall unserer Heimat Flossenbürg nicht vorkäme, jahrelang habe ich versucht, den Opfern eine Stimme und Sprachlosen Sprache zuteil werden zu lassen. Erst jetzt versuche ich, mit "Jetzt Johanna" und "Faust Sonnengesang" all der Apokalypse eine Utopie entgegenzusetzen.
Wie werden Sie das Geld verwenden?
Fritsch: Ich habe jetzt einerseits zwei Jahre Zeit, sorgenfrei zu arbeiten, wo immer mich die Muse küsst, andrerseits wird ein Millionenpublikum mit meiner Arbeit konfrontiert, weil jede Sendeanstalt der ARD "Enigma Emmy Göring" ausstrahlen wird.
Im Suhrkamp Verlag ist ein neues Werk erschienen, Sie sind auf deutschen Bühnen präsent, im Hörfunk zu hören. Woran arbeiten Sie im Moment?
Fritsch: An meinen Filmen "Faust Sonnengesang" und "Ich wie ein Vogel". Ich schreibe an meinem Monolog "Nofretete" für Corinna Harfouch und habe durchs Arno-Schmidt-Stipendium auch die größte Lust, wieder Prosa zu schreiben: "Jetzt Johanna", wo ich zeige, wie im kindlichen Bewusstsein sich Sprache und Welt gegenseitig erschaffen.
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Ich habe Herrn Fritsch und seine Tochter heute erlebt und es war großartig.
Diese Sprache, dieser Tiefgang für Kindliches, Menschliches,
Natur, persöncihe Vergangenheit und Erfahrung aus der Kindheit und Heimat.
Ein Verlsut, wenn man das nicht erlebt hat,
Bravo Herr Frisch