Von (rg) |
05.10.2007
| Netzcode: 1126336 | 182 Mal gelesen.
Weiden
Jetzt Reger-Tage in Korea
Seibert will Festivals an anderen Orten aufziehen - "Emotionsloser" Abschied
Weiden. (rg) Die Max-Reger-Tage ohne Kurt Seibert? Keine Chance. Der Musikprofessor wird das Festival weiter betreuen. Nur eben nicht in der "Max-Reger-Stadt". "Es wäre doch schade, das Konzept nicht mehr zu nutzen", meint der 63-Jährige. Derzeit steht er in Verhandlungen für "Max-Reger-Tage 2009" - in Korea. Angedacht sei auch eine intensive Kooperation deutscher Hochschulen "im Sinne der Reger-Pflege".
Seiberts Engagement in Weiden selbst endet jedoch am Samstag: Franz Josef Stoiber und der Weidener Kammerchor unter Leitung von Peter Pollinger gestalten das letzte Konzert der Max-Reger-Tage 2007 im Haus der Gemeinde. Und ab Montag "bin ich dann weg", stellt der Impresario trocken fest. Ein bitterer Abschied des Mannes, der das renommierte Festival vor neun Jahren initiiert hat. Das NT-Gespräch mit Prof. Kurt Seibert führte Ralph Gammanick.
Über Gemeinsamkeiten zwischen Ihnen und Max Reger ist des Öfteren augenzwinkernd spekuliert worden. Kommt nun hinzu, dass auch Reger einst im Unfrieden aus Weiden schied?
Seibert: Ich scheide ja nicht im Unfrieden. Schließlich kann ich auf schöne Erfolge zurückblicken. Vor zehn Jahren hätte der Oberbürgermeister die Max-Reger-Tage niemals zur Chefsache erklärt. So weit haben wir es immerhin gebracht ...
Das ist doch sicher nicht der größte Erfolg?
Seibert: Es gibt da einen großen Unterschied zwischen der Außen- und der Innenwirkung. Was die Reger-Tage außen für die Stadt bewirken, wird in Weiden selbst nicht gesehen.
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.
Von (rg) |
05.10.2007
| Netzcode: 1126336 | 182 Mal gelesen.
Weiden
Jetzt Reger-Tage in Korea
Seibert will Festivals an anderen Orten aufziehen - "Emotionsloser" Abschied
Der Prophet gilt nichts im eigenen Land?
Seibert: Ich sehe mich nicht als Propheten. Unser Ziel war, etwas "aus der Region für die Region" zu schaffen. Wenn ich beispielsweise ein Konzert in Kaltenbrunn für 100 Leute veranstalte, dann habe ich dort Weiden als Oberzentrum ins Gespräch gebracht. Sowas hat Nachhaltigkeit.
Und wie gestaltet sich die Wirkung nach innen?
Seibert: Da haben wir womöglich einen Fehler begangen. Wir haben sie zu positiv eingeschätzt, kamen angesichts der Erfolge gar nicht auf die Idee, dass die Reger-Tage in der Meinung der Bevölkerung negativ besetzt sein könnten. Das muss wohl so sein, sonst würde es keine Diskussionen über so lächerliche Beträge geben ...
Sie meinen den städtischen Zuschuss von 60 000 Euro?
Seibert: Ich habe einen Ruf zu verlieren. Ich muss draußen sagen: Ich bin der Intendant, ich mach's umsonst und habe 60 000 Euro zur Verfügung. Wenn ich das anderen Festivalleitern erzähle, sind die fassungslos. Ich sehe das so: Wir sind in Weiden in eine innenpolitische Diskussion geraten. Momentan herrscht ohnehin ein gereiztes Klima in der Stadt. Jeder schaut dem anderen in die Tasche. Das ist einfach Unsinn in meinen Augen.
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.
Von (rg) |
05.10.2007
| Netzcode: 1126336 | 182 Mal gelesen.
Weiden
Jetzt Reger-Tage in Korea
Seibert will Festivals an anderen Orten aufziehen - "Emotionsloser" Abschied
Was nehmen Sie an Positivem mit aus den letzten neun Jahren?
Seibert: Wir haben eine Nachhaltigkeit erreicht, die ausstrahlt. Zuletzt gab es zwar negative Berichterstattung - aber in ganz Deutschland! Ein Zeichen dafür, dass wir wahrgenommen werden.
Mit welchen Gefühlen sehen Sie dem Abschlusskonzert am Samstag entgegen?
Seibert: Mit überhaupt keinen. Da bin ich emotionslos. Jedes Ding hat seine Zeit. Es hat sich herausgestellt, dass die Voraussetzungen für mich nicht mehr stimmten. Es hat auch mal eine Zeit gegeben, in der die Max-Reger-Tage und ich viele Preise gekriegt haben. Das war von allen Parteien im Stadtrat getragen. Da war Konsens, dass wir erfolgreich sind und der Seibert gute Arbeit macht. Jetzt heißt es, jeder ist ersetzbar. Das ist eine politische Entscheidung. Was soll ich dem nachtrauern?
Letztendlich waren Sie es, der gekündigt hat.
Seibert: Es war ja nicht so, dass ich beim Oberbürgermeister mit Schaum vor dem Mund gewütet hätte. Wenn ich so ein unberechenbarer Choleriker wäre, hätten wir es nie so weit bringen können. Ganz allgemein gesprochen: Die Konzeption, die ich vertrete, ist vom OB als nicht ausreichend empfunden worden. Es gab drei entscheidende Punkte. Erstens: eine ausreichende finanzielle Ausstattung. Zweitens: Kein Mensch mit meiner Qualifikation wird sich zu einem Angestellten des Kulturamts degradieren lassen. Drittens: Wir sollten die Auswärtskonzerte einstellen. Punkte, über die ich nicht verhandeln kann. Wenn Herr Seggewiß meint, er bekommt bessere Leute, mit denen er die Vorgaben umsetzen kann, dann soll er es mit anderen versuchen.
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.
Von (rg) |
05.10.2007
| Netzcode: 1126336 | 182 Mal gelesen.
Weiden
Jetzt Reger-Tage in Korea
Seibert will Festivals an anderen Orten aufziehen - "Emotionsloser" Abschied
Sehen Sie andere?
Seibert: Ich kenne niemanden. So viele gibt's nicht in Deutschland, die da kompetent sind. Sie müssen ein Programm entwerfen. Sie müssen die geeigneten Musiker finden, die ein Konzert einüben und zu einem bestimmten Termin Zeit haben - und gute Leute sind immer beschäftigt! In jedem einzelnen Konzert steckt ein riesiger Arbeitsaufwand.
Und "Vitamin B" - Ihre Beziehungen?
Seibert: Ich glaube nicht, dass ein solches Festival ohne Galionsfigur auskommen kann. Vielleicht macht's ja der OB als Reger-Fan.
Inwiefern kann Kurt Seggewiß auf das Netzwerk zurückgreifen, das Sie geknüpft haben?
Seibert: Er wird wohl sicher an gewisse Partner herantreten. Aber fänden Sie es gut, wenn Sie die Max-Reger-Tage 2008 mit den selben Leuten gestalten würden wie heuer - nur mit weniger? Es ist geradezu notwendig, dass sich ein solches Festival immer mehr öffnet, dass es wächst. Der besondere Charme der Reger-Tage war immer, dass die meisten Künstler persönlich engagiert waren. Ein berühmter Mann wie Ulf Schneider sagt mir: Heuer geht's leider nicht, aber nächstes Jahr müssen wir unbedingt wieder was miteinander machen. Und er bringt auch wieder befreundete Musiker mit. Das multipliziert sich. Wie beim Zauberlehrling.
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.
Von (rg) |
05.10.2007
| Netzcode: 1126336 | 182 Mal gelesen.
Weiden
Jetzt Reger-Tage in Korea
Seibert will Festivals an anderen Orten aufziehen - "Emotionsloser" Abschied
Bei dem ging's aber negativ aus.
Seibert: Bei uns war's positiv. Dieses Netzwerk, das sich immer weiter entwickelt hat, machte den Nachteil wett, dass wir kein Geld hatten. Als Hochschulprofessor kenne ich halt viele Leute, bin viel herumgekommen in den letzten 30 Jahren.
Nach Ihrer Meinung müssen Max-Reger-Tage ohne Kurt Seibert scheitern?
Seibert: Der OB sagt: Jeder ist ersetzbar. Ich meine: Never change a winning team. Wissen Sie, Weiden ist im engeren Sinne keine Kulturstadt, hat kein Orchester, kein Theater. Aber es gab Persönlichkeiten wie Bernhard M. Baron, die Weiden eine Außenwirkung als Kulturstadt beschafften. Zu den Max-Reger-Tagen ist die Stadt im Grunde gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Das interessierte nur eine verhältnismäßig kleine Schicht - und die ist sich auch noch uneins. Es ist immer schlecht, wenn Kultur konkurriert statt Synergieeffekte zu nutzen.
Wieviel Arbeit haben Sie ehrenamtlich ins Festival gesteckt?
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.
Von (rg) |
05.10.2007
| Netzcode: 1126336 | 182 Mal gelesen.
Weiden
Jetzt Reger-Tage in Korea
Seibert will Festivals an anderen Orten aufziehen - "Emotionsloser" Abschied
Seibert: Ich war jetzt drei Monate hier. Es ging aber schon immer im Winter los. Jeden Tag widmete ich mich für mehrere Stunden den Planungen. Seit meiner Kindheit bin ich mit Reger-Musik vertraut. Solche Projekte werde ich auch in Zukunft machen. Dann halt anderswo.
Sie hätten aber auch gerne in Weiden weitergemacht?
Seibert: Natürlich. Ich hatte dem OB ursprünglich geschrieben, ich mache so lange weiter, wie ich kann. Aber ich wollte für die Zeit danach vorsorgen. Mein Ziel war, dass die Arbeit des Intendanten in irgendeiner Form bewertet wird. Denn es würde schwierig sein, nochmal einen wie mich zu finden. Einen, der's zum Nulltarif machen würde. Das war ja auch der Sinn des Fördervereins. Der sollte, wenn er mal stark genug ist, eine halbe Intendantenstelle finanzieren. Die andere Hälfte hätte die Stadt tragen können.
Was wird jetzt aus dem Förderverein?
Seibert: Keine Ahnung. Pikanterweise ist in der Satzung das Ziel verankert, die Max-Reger-Tage in der Region und auch außerhalb Bayerns zu fördern. Als Oberbürgermeister ist Seggewiß übrigens Mitglied des Beirats. Der Förderverein wird sich wohl neu definieren müssen. Das ist aber Sache des Vorsitzenden, Regierungspräsident Wolfgang Kunert. Ab nächster Woche gehöre ich nicht mehr dem Vorstand an.
Wie geht es bei Ihnen persönlich weiter?
Seibert: Ich habe jede Menge zu tun. Natürlich werde ich mich in Zukunft nicht nur mit Max Reger beschäftigen. Zwei Reisen führen mich nach Polen, zu Konzerten und einem Meisterkurs, ein paar Konzerte sind in Deutschland angesetzt. Außerdem stehen CD-Aufnahmen an. Im März folgt eine Chinareise: In der Sechs-Millionen-Stadt Qingdao hat man anlässlich Olympia einen neuen Konzertsaal gebaut. Den weihe ich ein. Meisterkurse mit mir finden auch in Deutschland statt. Sicher der eine oder andere auch in der Region.
Wie würden Sie sich verhalten, wenn Sie eine Einladung erhielten, bei den Weidener Max-Reger-Tagen zu spielen?
Seibert: Das hängt von den Bedingungen ab. Es wäre eine finanzielle Sache. Aber die werden mich ganz bestimmt nicht einladen.
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.
Tolles Wetter und tolle Stimmung - das ergab unterm Strich ein wirklich tolles Fest, das die Massenrichter Hüttenschützen anlässlich ihres 40-jährigen Vereinsbestehens feiern konnten.
Die
mehr...
"Lustige Konrader" blicken auf 40 Jahre Amateurtheater zurück
Sie scherten sich gar nichts ums Champions-League-Finale, sondern feierten am Samstagabend ihr 40-jähriges Vereinsjubiläum: "D' lustigen Konrader".
mehr...
Caritas-Schwangerschaftsberatung besteht seit 30 Jahren - Neue Aufgaben- und Problemfelder
45 000 Gespräche in 30 Jahren: "Damit war praktisch schon eine ganze Kleinstadt bei uns zur Beratung", rechnet Ursula Malterer vor. Die Themenschwerpunkte allerdings haben sich in den vergangenen drei Jahrzehnten stark gewandelt. Finanzfragen und medizinische Aspekte rücken in der Schwangerschaftsberatung der Caritas immer mehr in den Vordergrund.
mehr...
Einem gemeinnützigen Zweck floss erneut der Erlös der Christbaumabholaktion zu. Diesmal hatte die Kirwagemeinschaft Schlicht für die KLJB die Aktion übernommen.
Im Januar wurden die
mehr...
In Kreuth ist das 9. Internationale VW- und Audi-Treffen für Freunde besonderer Fahrzeuge
Tiefer, breiter, härter. Und lauter - so "gepimpt" mögen viele Autobegeisterte ihre fahrbaren Untersätze am liebsten. Zu bewundern sind am Pfingstsonntag mehrere Hundert solcher Fahrzeuge beim 9. Internationalen VW- und Audi-Treffen auf dem geteerten Campingplatz hinter dem Waldhotel in Kreuth bei Rieden.
mehr...
Architekten bauenauf Karlheinz Beer
Weiden.(wd) In den vergangenen 20 Jahren hat sichDipl.-Ing. Karlheinz Beerein überregionales Renommee als Architekt und Stadtplaner,
mehr...
Delegiertenwahlen der CSU Weiden Ost - Lukas: Sechs Millionen für Realschul-Renovierung
Wenn alle an einem Strang ziehen, dann habe die CSU gute Chancen bei Wahlen. Das erklärte Stadtrat Alois Lukas vor den Mitgliedern des Ortsverbands Weiden Ost. Und zumindest im Vorfeld der Bundestagswahl zieht der Ortsverband an einem Strang: Einstimmig nominierten die Christsozialen die Delegierten zur Stimmkreiskonferenz.
mehr...
Heimatfreunde Mooslohe ehren sechs Schützenkönige - Einzug im geschmückten Wagen
Es war ein ganz besonderer Termin für die Heimatfreunde Mooslohe: Die Ehrung von sechs neuen Königen im Vereinslokal "Zum alten Schuster" stand an - und der Schützenverein wusste, dem Anlass entsprechend zu feiern.
mehr...
Alte Zöpfe abschneiden? Bei der Friseurinnung Nordoberpfalz scheint das nicht nötig. Im Gegenteil: Bei der Jahreshauptversammlung wählten die Mitglieder ihren bisherigen Obermeister Harald Raml einstimmig für weitere drei Jahre. Ebenso deutlich bestätigten die Stimmberechtigen auch seine langjährige Stellvertreterin Renate Weiß im Amt.
mehr...
Sieben Kinder feiern in der Pfarrei Sorghof Erstkommunion
Vier Mädchen und drei Buben durften in der Herz-Jesu-Kirche in Sorghof zum ersten Mal zum Tisch des Herrn gehen. Aus diesem Anlass war im Altarraum ein großes Kreuz aufgestellt, um das sich ein
mehr...