Weiden
CSU Rehbühl begehrt auf
Gerd Demleitner fordert "sichtbares Zeichen" für Neuanfang - Gerangel um Termine und Kandidaten
Weiden. (ps) In der Weidener CSU rumort es weiterhin. Jetzt begehrt der CSU-Ortsverband Rehbühl auf. In einem internen Schreiben an den engeren Kreisvorstand forderte Ortsvorsitzender Gerd Demleitner eine vorgezogene Sitzung des geschäftsführenden Kreisvorstands und dass mit der Stadtratsliste 2008 ein sichtbares Zeichen für den Neuanfang gesetzt werde.
"Dringend notwendige Entscheidungen können bei der misslichen Lage der CSU in Weiden nicht auf die lange Bank geschoben werden", forderte er in dem Brief noch eine Sitzung im Monat August. Das Datum ist inzwischen vom Tisch."Anregung von Demleitner"
"Der geschäftsführende Vorstand wird am 5. September zusammentreten", berichtet Bürgermeister Lothar Höher. "Die Anregung von Gerd Demleitner habe ich noch vor den Ferien an Georg Girisch herangetragen, und der war sofort einverstanden", sagt Höher. "Gut möglich, dass ich den Namen Demleitner da nicht erwähnt habe." Girisch selbst beharrt im Gespräch mit dem "Neuen Tag" nämlich darauf, er habe gleich nach der OB-Wahl mit Lothar Höher vereinbart, den geschäftsführenden Vorstand für 3. September einzuberufen. Demleitner habe darauf keinen Einfluss gehabt. Nur weil die stellvertretende Kreisvorsitzende Dagmar Brühler am Montag noch im Urlaub sei, habe man den Termin jetzt auf 5. September verschoben.
"Wir müssen miteinander reden, nicht übereinander." Mit diesen Worten wehrt Gerd Demleitner zunächst einen Kommentar zum Inhalt des Briefes ab, berichtet dann aber: "Erste Gespräche mit Mitgliedern der Kreisvorstandschaft, die es betrifft, haben bereits stattgefunden. Wir sind auf einem guten Weg."
Die Weidener CSU stehe nun vor drei Aufgaben: "Als erstes müssen wir einen neuen Kreisvorsitzenden wählen. Wenn Lothar Höher antritt, stehe ich selbstverständlich hinter ihm." Dann sei ein Stellvertreterposten neu zu besetzen. "Da möchte ich keine Namen nennen." Und schließlich: Um ein deutliches Zeichen für den Neuanfang zu setzen, spiele sicher die Frage der Kandidatenreihung bei der Stadtratswahl 2008 eine wichtige Rolle. "Die ideale Lösung ist mit Sicherheit ein Kompromiss", gibt sich Demleitner diplomatisch. "Jeder hat bestimmte Wünsche zu seinen Kandidaten. Es ist ureigenste Aufgabe der Delegiertenversammlung, die zu diskutieren. Danach stehen wir dann auch hinter der Liste."
"Wir müssen sowohl personell als auch in der Sache neue Wege gehen, um das Vertrauen der Bürger zurück zu gewinnen", räumt Lothar Höher ein. Denn: "Das Bild, das die CSU derzeit in der Öffentlichkeit darstellt, ist eine Katastrophe." Seine Vorstellung zur Stadtratsliste. "Schon auf den ersten zehn Listenplätzen müssen auch junge Leute, die nächste Generation, vertreten sein. Wir werden aber verdiente Stadträte nicht einfach wegschicken." In puncto Kreisvorstand rechnet Höher damit, dass sich Wolfgang Pausch oder Hans Blum für den freiwerdenden Stellvertreterposten bewerben dürften.
"Drei junge Heißsporne"
"Da gibt's drei junge Heißsporne, die wollen alles auf dem öffentlichen Markt austragen und frühzeitig wissen, auf welchen Plätzen sie landen", ärgert sich Girisch. Der Brief der CSU Rehbühl habe keine Änderung bewirkt. "Die Kreisdelegiertenversammlung wurde nur deshalb auf den 12. September vorverlegt, weil Lothar Höher am 13. verhindert ist."
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