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Von Andrea Prölß  |  20.08.2007  | Netzcode: 11061192  |  273 Mal gelesen.

Beeindruckend für Ohr und Auge

Über 400 Besucher feiern im Wurzer PFarrgarten das Petersburger Cello Ensemble

Wurz. Nicht kleckern, sondern klotzen. Take ten. Dachte sich seinerzeit Anatoly Nikitin und gründete das zehnköpfige Petersburger Cello Ensemble. Wem das noch nicht genügt, der sei an das "Berliner Dutzend", die zwölf Cellisten der Berliner Philharmoniker verwiesen. Zeiten, als man sich mit nur drei Tenören begnügte, scheinen endgültig passé zu sein. Der Kulturbetrieb treibt bunte Blüten. Sehr zur Freude des Publikums.

Nicht kleckern, sondern klotzen. Dachte sich auch dieses und strömte so zahlreich wie schon lange nicht mehr nach Wurz. Erinnerung wurden geweckt, Erinnerungen an das erste Wurzer Sommerkonzert vor gut 20 Jahren, als "1000 Ohren" aufmerksam lauschten, was sich denn so tut im bis dato verschlafenen Wurzer Pfarrgarten. Rund 800 Ohren waren es diesmal, die wiederum gespannt der Dinge harrten. Nicht kleckern, sondern klotzen. Dachte sich schließlich und letztendlich auch das Petersburger Cello Ensemble und gab jeglichen kammermusikalischen Anspruch an der hölzernen Eingangspforte ab.

Es gab dem Publikum, was des Publikums ist: beeindruckende Klangfülle, gegen die sich nur noch die Schläge der Wurzer Kirchturmuhr behaupten konnte, nicht unbedingt auf Intonationsfeinheiten setzend.

Schönste Eintracht



Zelebriert wurde das Konzert von zehn jungen Musikern (keiner älter als 31 Jahre), deren musikalisches Engagement dafür immer wieder zur Augenweide geriet, wenn man in schönster Eintracht die Bögen schwang oder bei Ravels "Pavane pur une infante défunte" schwärmerisch den Blick gen Abendhimmel hob. Apropos Programm. Das bestand selbstredend aus Arrangements bekannter, mal weniger bekannter Easy Listenings von Händel bis Villa-Lobos, überwiegend im elegisch-melancholischen Tonfall, von Wilfried Hillers pfiffigem "Klapperschlangen-Tango" einmal abgesehen. Bis zuletzt ließ man das Publikum doch tatsächlich in dem Glauben, dass die russische Seele halt nicht anders kann.

Der Gegenbeweis kam erst im Zugabenteil: Mit einem kurzen, aber überaus effektvollen Abstecher in jazzige Gefilde, wo man plötzlich die Celli grooven ließ, dirty notes genüsslich auskostete und lustvoll verwegen den walking bass zupfte. Ein Abstecher, der seine Wirkung nicht verfehlte. 800 Ohren stellten sich noch einmal auf, hätten gerne noch mehr davon gehört.

Nach dem Motto, nicht kleckern, sondern klotzen, feierte man mit Bravo-Rufen und Standing Ovations das Petersburger Cello Ensemble.


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