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Von Andrea Prölß  |  31.07.2007  | Netzcode: 11051345  |  309 Mal gelesen.

Säbeltanz und Truthahn-Trott

Posaunenquintett Berlin eröffnet schwungvoll die Wurzer Sommerkonzerte

Wurz. Es gibt Musiker, die laufen erst während der Zugaben zur Höchstform auf. Und es gibt Musiker, da klappt es bereits in den ersten drei Takten. Dann kann die Kritikerin sich entspannt zurücklehnen. Mit dem entspannten Zurücklehnen wurde es beim Auftakt des Wurzer Sommers dennoch nichts. Das lag beileibe nicht an der Qualität der musikalischen Darbietung, sondern an den wenig Entspannung gewährenden Kirchenbänken der Wurzer Pfarrkirche.

Wieder einmal hatte Veranstalterin Dr. Rita Kielhorn ihren "Kampf gegen das Wetter verloren". Triste Leere im Wurzer Pfarrgarten, volle Sitzbänke in der benachbarten St. Matthäus Kirche. Trotz dunkler Regenwolken zog es viele Freunde der Wurzer Sommerkonzerte ins Eröffnungskonzert der Jubiläumssaison 2007. 20 Jahre Wurzer Sommerkonzerte: Für die Veranstalterin Grund genug, erfolgreiche Ensembles noch einmal einzuladen. Den Anfang machte das Posaunenquintett Berlin, das bereits zweimal in Wurz gastierte und begeisterte.

Und auch bei ihrem dritten Auftritt hatten die fünf Herren aus Berlin (allesamt der Meisterschmiede von Ludwig Güttler entsprungen) das nötige Rüstzeug für einen unterhaltsamen Abend im Gepäck: Abwechslungsreiche Literatur, schmissige Arrangements und die nötige Mischung aus Können und Spaß an der Freud. Sauberer Bläserklang bei den Werken Alter Meister und Volksliedbearbeitungen, Pep und Spielwitz bei den Abstechern in jazzige Gefilde nach der Pause.

Da spielte man dann Klassiker wie Dave Brubecks "Blue Rondo a la Turk" oder Leonard Bernsteins wunderbares "Somewhere", ließ lässig und entspannt den Truthahn trotten ("Turkey Trot" aus Bernsteins "Divertimento for Orchestra") und legte zum Schluss einen astreinen, fetzigen "Säbeltanz" von Aram Chatschaturian aufs Parkett. Besser gesagt, auf den gefliesten Altarraumboden. Etwaiges Stirnrunzeln des Hl. Matthäus, Patron der Wurzer Pfarrkirche, wurde mit einem anrührend schönen "Lobe den Herren" besänftigt, in das die eine oder andere Stimme aus dem Publikum spontan mit einfiel.


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