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Von Christian Vogl  |  16.04.2007  | Netzcode: 10998124  |  534 Mal gelesen.

Filmtipp: "Der müde Tod" von Fritz Lang

Deutschland 1921

Ein Filmklassiker ist heute (und nur heute) in der von Dr. Helmut Hein und dem Regensburger "Regina Filmtheater" veranstalteten Reihe "Kanon 99" zu sehen: Der erste Klassiker des deutschen Stummfilms, der in seiner poetischen Dichte und der Suggestion der filmischen Mittel von keinem anderen mehr übertroffen wurde. Es geht um die urromantische Erzählung von der reinen, absoluten Liebe, die selbst die Grenze des Todes überwinden möchte - und am Ende scheitert. Der Tod ist freilich bei Fritz Lang seines Handwerks überdrüssig und er gibt den Liebenden drei Chancen: diese Episoden des großen Spiels zwischen Liebe und Tod spielen in einem exotisch überzeichneten, in Accessoires aller Art verliebten Phantasie-Orient und geben Fritz Lang, diesem unübertroffenen Virtuosen des neuen Kunst- und Massenmediums Film, die Gelegenheit sowohl die Meisterschaft der Mittel als auch seine Fähigkeit zur metaphorischen Verknappung und Verdichtung vorzuführen.

Fritz Lang der müde Tod Szenenfoto
Bild: Deutsche Kinemathek

Zum Inhalt des Films (Quelle: filmportal.de)



Ein junges Mädchen bittet den Tod um das Leben ihres verstorbenen Geliebten. Er führt sie in einen Raum voller Kerzen. Es sind die Lebenslichter der Menschen, die dort brennen und verlöschen, sobald ein Leben zu Ende geht.

Drei sind schon weit heruntergebrannt, und wenn es ihr gelingt, nur eines vor dem Verlöschen zu bewahren, erhält sie ihren Geliebten zurück. In drei visionären Episoden – sie spielen an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten im Orient, im Italien der Renaissance und im kaiserlichen China – erlebt sie das Schicksal und Scheitern ihrer Liebe. Noch einmal gibt der Tod ihr eine Chance, wenn sie für das Leben des Geliebten ein anderes erhält. Doch auch das gelingt ihr nicht. Erst als sie sich selbst opfert – sie rettet ein Kind aus den Flammen – werden die Liebenden im Tod vereint.


Mitwirkende



Regie: Fritz Lang
Drehbuch: Fritz Lang, Thea von Harbou
Kamera: Fritz Arno Wagner (Venezianische, orientalische und chinesische Episode); Erich Nitzschmann (Altdeutsche Episode); Hermann Saalfrank
Produktionsfirma: Decla-Bioscop AG (Berlin)
Produzent: Erich Pommer

Musik: Giuseppe Becce (1921); Peter Schirmann (1966); Wilfried Schröpfer (1983); Karl-Ernst Sasse (1996)

Darsteller: Lil Dagover, Walter Janssen, Bernhard Goetzke, Rudolf Klein-Rogge, Hans Sternberg, Erich Pabst, Edgar Klitsch, Mizzi Schütz, Gottfried Huppertz, Karl Harbacher

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