Russland dreht am Gashahn
Abnehmer sprechen von immensen Einschnitten
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| Der russische Staatskonzern Gazprom weist die Anschuldigungen zurück. Bild: dpa |
Indirekt warf Medwedew dem Transitland Ukraine vor, wie in der Vergangenheit illegal Gas für den Eigenbedarf abzuzapfen. Der ukrainische Energieversorger Naftogas beteuerte hingegen, alle Transitverträge zu erfüllen. Die Ex-Sowjetrepublik ist das wichtigste Transitland für russisches Gas in die EU. Die finanziell angeschlagene Ex-Sowjetrepublik hat wegen des Superwinters derzeit einen Rekordverbrauch.
Beim deutschen Versorger Wingas in Kassel hieß es, die Lieferungen aus Russland seien am Mittwoch - gemäß einer vorherigen Absprache - gedrosselt worden. Derzeit werde der Bedarf verstärkt aus Erdgasspeichern in Deutschland bedient, sagte ein Sprecher. «Die Speicher sind gut gefüllt, und wir können die Kunden zuverlässig versorgen.» Allein aus einem Speicher in Rehden (Niedersachsen) könnten zwei Millionen Einfamilienhäuser ein Jahr lang versorgt
werden. Wingas bezieht knapp die Hälfte seines Erdgases aus Russland, der Rest stammt aus Westeuropa, vor allem aus der Nordsee.
Auch Eon-Ruhrgas verwies in Essen auf gut gefüllte Speicher. Liefereinschränkungen seien momentan nicht absehbar.
Zwischen Russland und der Ukraine gibt es immer wieder Streit um Gaslieferungen und -preise. Zuletzt hatte ein «Gaskrieg» 2009 zu wochenlangen Lieferengpässen auch in der EU geführt. Derzeit gibt es ebenfalls Differenzen zwischen Moskau und Kiew zu den Gasverträgen. Russland hatte zuletzt durch die Ostsee die Gaspipeline Nord Stream direkt nach Deutschland verlegt, um unabhängiger von der Ukraine zu
werden.
Italien warf Russland nach Angaben der Agentur Interfax vor, 20 Prozent weniger Gas geliefert zu haben. Ähnliche Anschuldigungen kamen auch aus Ungarn und Polen, wie die Moskauer Wirtschaftszeitung «Wedomosti» schrieb. Slowakische Medien berichteten von einer Kürzung von 30 Prozent. Das Wirtschaftsministerium in
Bratislava bestätigte die Information zunächst nicht, kündigte aber an, die Lage zu beobachten. In Tschechien gebe es bislang keine Liefereinschränkungen, sagte Milan Repka vom Gasnetzbetreiber Net4Gas.
Bereits zuvor hatten Medien berichtet, der russische Energieriese liefere weniger Gas als vereinbart, um die höhere Nachfrage auf dem heimischen Markt zu bedienen. Gazprom hatte dies ebenfalls zurückgewiesen.
OMV teilte mit, es werde keine Probleme geben. Durch «eine starke Inlandsproduktion und strategische Speichervorräte» könnten die fehlenden Gasmengen ersetzt werden. Das Unternehmen steht nach eigenen Angaben in Kontakt mit Gazprom.
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