Tötungsdelikt in Weiden: Rentner auf Spaziergang
Vier Tage nach Gewaltverbrechen an Wolfgang B.: Noch kein Durchbruch
Es zeigt sich auch immer deutlicher, dass der 66-jährige Rentner nicht der Typ für zwielichte Dinge war. Wolfgang B. hatte über drei Jahrzehnte in einem Weidener Bauunternehmen gearbeitet. Der gelernte Maurer genoss das volle Vertrauen seiner Vorgesetzten und wurde vor allem als Bauführer für größere Projekte eingesetzt, wie etwa Hallenbau. Sein damaliger Chef beschreibt den stattlichen 1,85-Meter-Mann als ruhig, zuverlässig und fleißig. Bei aller Besonnenheit wurde Wolfgang B. auch als durchsetzungsfähig geschätzt, als einer, der sich nicht unterbuttern ließ. Man traut ihm durchaus zu, bei Unrecht mutig einzuschreiten.
Die Zunft der Baumeister lag Wolfgang B. im Blut. Schon der Großvater (gleichen Namens) betrieb ab 1920 ein Bauunternehmen mit Zimmerei und Sägewerk in der Regensburger Straße. Zum Anwesen gehört auch ein geräumiges Wohnhaus, in dem Wolfgang B. schon seit vielen Jahren allein lebte. Der große Garten neben dem stillgelegten Sägewerk war seit der Pensionierung seine Leidenschaft. Im Sommer genoss er die Wärme auf einer Sonnenliege, im Winter fütterte er die Vögel.
So kennen ihn die Nachbarn. Als „feinen, ruhigen Mann“, der den betagteren Herrschaften in der Nachbarschaft beim Äpfel ableeren half und immer zu ein paar netten Worten über den Zaun bereit war. „Wir hatten immer ein gutes Verhältnis.“ Die Familien lebten über Jahrzehnte Tür an Tür. „Wir waren völlig geschockt, und sind es jetzt noch. So etwas gibt es doch gar nicht.“ Jetzt ist das Nachbarhaus versiegelt, die Rolladen sind heruntergelassen. Eine große Verwandtschaft hatte Wolfgang B. nicht. Die Kinder leben auswärts. Von seiner Frau hatte sich Wolfgang B. schon vor vielen Jahren getrennt.
Gut frequentierter Weg
Die Polizei bestätigt, dass der 66-Jährige „höchstwahrscheinlich“ zu einem Spaziergang unterwegs war. Über das Wochenende gingen beim Kriminaldauerdienst einige Hinweise ein, die von der „Soko Stoppelfeld“ abgeklärt werden. Der Spazierweg ist gut frequentiert, die Ruhebank ist beliebter Treffpunkt junger Leute. Auch am Abend der Tat waren doch einige Menschen unterwegs: Zunächst kümmerte sich ein 35-jähriger Hundehalter um das Opfer. Der 66-Jährige soll ihm gesagt haben, er sei „zusammengeschlagen“ worden: „Die wollten mich umbringen.“ Wenig später stieß ein weiterer Spaziergänger zum Unglücksort, der beim Verletzten blieb, bis der Arzt kam. Wolfgang B. starb an Stichverletzungen im Rücken, zugefügt mit einem Survival-Messer mit Sägeklinge.
Das Pärchen, das mit einem silbernen oder hellblauen Kombi am Tatort gesehen wurde, konnte noch nicht ermittelt werden. Kurzum: „Keine neuen Erkenntnisse.“
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