230 Medienmitarbeiter in sieben Jahren getötet
Reporter ohne Grenzen: 70 Prozent starben bei gezielten Anschlägen
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| Meist waren es gezielte Attacken, bei denen die Journalisten starben. Bild: dpa |
In mehr als 80 Prozent der Fälle stammten die Täter aus den Reihen
bewaffneter Gruppen, die im Widerstand zur US-Koalition und der
irakischen Regierung stehen. Untersucht wurde der Zeitraum vom Beginn
des US-geführten Kampfeinsatzes am 20. März 2003 bis zum Rückzug der
letzten Einheit der US-Armee am 19. August. Die Zahl der getöteten Reporter sei höher gewesen als im Vietnam-Krieg, in dem in 20 Jahren 63 Journalisten ums Leben kamen.
Die meisten Todesopfer im Irak (fast 90 Prozent) waren laut Reporter ohne Grenzen einheimische Medienvertreter. «Vermutlich spielten in vielen Fällen die politische Ausrichtung oder Nähe zu ethnischen Gruppen der Medien, für die sie arbeiteten, eine Rolle», heißt es in der Mitteilung.
Der einzige Deutsche unter den Todesopfern war der «Focus»-Journalist Christian Liebig, der 2003 bei einem Raketenangriff starb. Er war in Begleitung der US-Armee, als «embedded journalist», unterwegs.
Nicht nur die Zahl der getöteten Medienvertreter war laut der Studie hoch. Es gab einen weiteren Negativ-Rekord: Mindestens 93 Medienmitarbeiter wurden im untersuchten Zeitraum entführt. 32 davon wurden ermordet, 47 frei gelassen. Das Schicksal weiterer 14 Entführter bleibe ungewiss.


































