Handystrahlen töten Hodenzellen
«Jugend forscht»: Zwillinge (20) stellten direkten Einfluss fest
Alarm schlagen», betonte Tamara Buck am Freitag im Gespräch mit der
Nachrichtenagentur dpa in München. «Wir haben eine leichte Tendenz
festgestellt, dass die Zellen bei Handy-Strahlung vermehrt absterben,
aber das ist noch nicht signifikant.»
Die Arbeit der eineiigen Zwillingsschwestern ist eine von zwölf Forschungsarbeiten, die Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am
Montag in München auszeichnen will. Insgesamt werden 23 junge Leute
im Alter zwischen 16 und 20 Jahren für ihren erfolgreichen
Forschungsdrang geehrt. «Unsere Preisträgerinnen und Preisträger sind
leuchtende Beispiele für Forscherneugier, aber auch für Eigeninitiative und Durchhaltevermögen», sagte Seehofer nach Angaben der Staatskanzlei.
Neben den Schwestern Buck erhält auch der 19 Jahre alte Lukas Kerner für seine wissenschaftliche Arbeit zum Thema «Kräuter- und Gewürzbiere» einen Preis. Seine Idee entstand, weil immer mehr Großbrauereien in den vergangenen Jahren Bier-Mischgetränke mit künstlichen Aromastoffen auf den Markt brachten. «Ich möchte mit meiner Arbeit zeigen, dass Biere auch mit natürlichen Mitteln im Geschmack positiv verändert werden können.» Das probierte der Gymnasiast in der heimischen Küche aus - mit Erfolg.
Alltagsbeobachtungen gaben auch bei Tamara und Rebekka Buck den
Anstoß zu ihrer Forschungsidee. Dass Handy-Strahlen Auswirkungen auf
den Kopf haben, sei ja bekannt - aber auch andere Körperteile könnten
möglicherweise betroffen sein, so ihre Idee. «Wir haben festgestellt,
dass immer mehr Leute in unserer Umgebung ihr Handy in der Hosentasche tragen. Und da sind die Hoden nun mal in der Nähe», sagte
Tamara, die an der LMU München Medizin studiert und gerade in ihr zweites Semester gestartet ist.
Um an das Material für ihre Versuche zu kommen, nahmen die beiden
Schwestern, die aus Baden-Württemberg stammen, Kontakt zur Uni
Tübingen auf. «Die haben so ein paar Geschlechtsumwandlungen im Jahr
und da fällt schon einmal etwas an.» Für den Bundeswettbewerb, zu dem
die beiden jetzt antreten werden, wollen sie weitere Versuchsreichen
durchführen. «Wir interessieren uns vor allem für die Langzeitwirkungen. Ein Bub bekommt mit 14 sein Handy - was passiert in zehn oder 20 Jahren mit ihm?»
Tamara und Rebekka Buck werden in der Kategorie «Biologie»
ausgezeichnet, gemeinsam mit zwei jungen Leuten, die sich Gedanken
gemacht haben über Storchschnabelgewächse als Heilmittel. Im Bereich
«Mathematik/Informatik» gewinnt eine minutengenaue Sonnenuhr einen
Preis, in der «Technik»-Kategorie eine Meerwasserentsalzungsanlage.
Preisgekrönt ist auch die Idee des 19 Jahre alten Robert Schaller aus
Hof, der mit Hilfe der Physik GPS-Systeme genauer machen will.
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.


































