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Stefan Voit |
02.02.2007
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Im Inneren des Zentrums
"Verpuppungen V": Ausstellung von Jeff Beer im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf - Interview mit dem Künstler
In dem kleinen Ort Gumpen (Landkreis Tirschenreuth) hat der Künstler Jeff Beer seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt. Hier holt er sich Kraft und Inspiration für sein Schaffen, das ihn in die Bereiche Malerei, Grafik, Farbholzschnitt, Skulptur, Fotografie, Musik und Schreiben führt.
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| Künstler Jeff Beer vor einem seiner Werke: Im Künstlerhaus Schwandorf ist bis Ende März seine Arbeit zu sehen. (Bilder: Ingrid Popp) |
Dieses Leben in der Region hat für ihn, der international renommiert und anerkannt ist, eine besondere Bedeutung: "Regional heißt für mich letztlich nichts anderes, als den unmittelbaren Lebens- und Wahrnehmungsraum, in dem man sich befindet, ernst zu nehmen." Die Kulturredaktion führte mit ihm dieses Gespräch.
Malerei, Grafik, Farbholzschnitt, Skulptur, Fotografie. Im Oberpfälzer Künstlerhaus zeigen sie 100 Arbeiten. Wie sind Sie an diese Ausstellung herangegangen und wie haben Sie ihre Objekte dafür ausgesucht?
Jeff Beer: Das Künstlerhaus ist eine der schönsten Ausstellungsstätten der Oberpfalz, es bietet auf drei Etagen großzügige, phantastisch geschnittene Räume und fabelhaftes Licht, sicherlich für jeden Künstler eine Herausforderung, vor allem, wenn man das große Haus alleine bespielt. Es erschien mir schon immer ideal, hier einmal aus allen meinen Sparten eine Art subkutan verknüpften Kosmos aufzubauen, mit dem Ansatz, die formalen und inhaltlichen Hauptkräfte anzudeuten, aus denen sich meine Arbeit speist.
Bildergalerie
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30 Bilder
Die Ausstellung von Jeff Beer "Verpuppungen V" ist vom 4. Februar bis 29. März im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf (Fronberger Straße 31) zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch und Donnerstag 12 - 18 Uhr; Sonntag 11 - 16 Uhr. Infotelefon: 09421/9716. (Alle Bilder: Ingrid Popp, Medienhaus Der neue Tag 2007)
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Deshalb ist meine Freude groß, dass sich jetzt diese Ausstellungsidee realisieren ließ, wofür ich mich bei den Verantwortlichen sehr bedanken möchte. Es war ganz klar, dass es eine entschieden mehrspartige Ausstellung werden sollte. Das OKH bietet die Möglichkeit zu einem synoptischen Überblick, zu einem Dialog der einzelnen Gattungen, die ja teils sehr eng miteinander verknüpft sind, wie etwa die ganz aktuellen Aquarelle, denen man es auf den ersten Blick vielleicht nicht ansieht, dass sie ganz eng mit meinen frühen Skulpturen zusammenhängen, von ihnen inspiriert wurden.
Entsprechend ging ich an die Auswahl meiner Objekte. Der heimliche Schwerpunkt liegt diesmal auf der Malerei, die sich schon immer aus der Aufmerksamkeit für die Farbe speist, andererseits auch ein großes Interesse am Wesen der Formenwelt und des Dinglichen kennt, insofern es gelingt, daraus für die Malerei einen Funken zu schlagen. Diese beiden Aufmerksamkeiten machen eigentlich den Grundklang der gesamten Ausstellung aus, nicht nur in der Sparte Malerei.
Es war sehr spannend, zu beobachten, wie sich allmählich eine Gliederung, ein Rhythmus für die so unterschiedlichen Werkformen wie Bilder, Skulpturen, Fotografien herausentwickelte - wie sich die Arbeiten quasi gleich Spänen auf einem Magneten um ein inneres Zentrum zu ordnen begannen. Das Ringen um eine schlüssige Ausstellungskonzeption ist immer eine Art Geburtserlebnis. Eine Ausstellung ist für mich mehr als nur eine temporäre ästhetische Konstellation, sie ist für mich auch ein auskristallisierter geistig-seelischer Kosmos.
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Stefan Voit |
02.02.2007
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Im Inneren des Zentrums
"Verpuppungen V": Ausstellung von Jeff Beer im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf - Interview mit dem Künstler
Wie schwierig ist es für Sie, die unterschiedlichen Arbeitsfelder zu kombinieren: gedanklich, gefühlsmäßig, arbeitstechnisch, konzeptionell?
Beer: Grundsätzlich finde ich es schon sehr anspruchsvoll, sich innerhalb einer breit gefächerten Mehrspartigkeit zu bewegen, ist es doch selbstverständlich so, dass der eigene Anspruch in allen Feldern der gleiche ist. An allem wird mit der gleichen Intensität gearbeitet. Das bedeutet, dass jede einzelne Sparte so auftreten möchte, als würde man nichts anderes machen als zu malen, als zu zeichnen, zu bildhauen, und so weiter.
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| Die Eisenplastik nimmt eine wichtige Rolle im künstlerischen Werk Jeff Beers ein: ,Stag Talks' (Hirschgespräche) stammt aus dem Jahr 1995. |
Man sucht sich so eine verrückte Disposition nicht vorsätzlich aus - man ist von Natur aus so. Wie man damit fertig wird, wie man das umsetzt, steht auf einem anderen Blatt. Das erfordert eine eminente Energie, eine enorme Disziplin, und alles das, was es braucht, um vor allem von sich selbst als authentischer Künstler ernst genommen zu werden. Aber im Lauf der Jahre entwickelt man manuelle und geistige Werkzeuge, sozusagen Instrumente, mit denen man - von den Ausgangsfeldern herkommend - die Aktivitäten ganz selbstverständlich erweitert.
Und dann kommt der magische Punkt, wo auf einmal das Phänomen der Potenzierung, der Multiplikation eintritt. Es ist doch ganz klar, dass von einer komplexeren Auseinandersetzung in einem Spezialbereich letztlich wieder jede Anrainersparte profitiert, das ist doch überall so im Leben.
Was mich am mehrspartigen Arbeiten besonders interessiert, ist, dass durch dieses diagonal durch die Disziplinen gehende Arbeiten in die einzelnen Felder Tiefenschichten, sozusagen Zwischenböden und Lesarten hineinkommen, die sie von Haus aus nicht haben. Gerade das befruchtet ungemein. Konkret: wenn ich mir z.B. als Komponist des Umgangs mit den Farben aus der Malerei bewusst werde, also nicht nur die Farben der Instrumente des Orchesters denke und konzipiere, sondern wirklich in Farben denke wie in der Malerei, und umgekehrt in der Malerei die Strenge und völlige andere Organisiertheit des Tonraums, Fragen und Erfahrungen der Harmonikalität, des Kontrapunkts, der Rhythmik in die Malerei hinein anwende, nicht zwanghaft, sondern ganz frei, offen, experimentell, spielerisch, selbstverständlich, oder eben doch auch konzeptuell, immer anders, immer neu - , dann entsteht da dieses Dritte, von dem ich zu sprechen versuche.
Da wird es dann erst richtig interessant. Und so könnte man das durch alle Sparten deklinieren, in denen ich arbeite. Das ist eigentlich das Grundgefühl meiner Arbeit, die Überraschung, das stets Neue, Aufregende. Das ist wie Traubenzucker, der immer neu ins Erleben hineinkommt. Es gibt inzwischen mehr und mehr Adressen, die sich genau deshalb so stark für meine Arbeit interessieren.
Wenn man so ein Konzept 20, 30 Jahre lang aufbauen, durchhalten, immer weiter ausbauen, und inzwischen mit vielen Ausstellungen und Konzerten belegen kann, so ist das heute für einen außenstehenden Beobachter meiner Arbeit eine völlig andere Situation als am Anfang, wo es eher wie Hochstapelei geklungen haben mag, von solchen riskanten Entwürfen zu erzählen.
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| Detail aus dem Aquarell ,Guitar People' (2004). |
Sie haben aber nicht nur die große Ausstellung in Schwandorf, sondern sind auch inzwischen international ein gefragter Künstler. 2007 finden zahlreiche Ausstellungen statt, u.a. im Passauer Museum Moderner Kunst, in Russland, Polen, Tschechien, und 2008 auch in den USA. Besonders in Russland gibt es mehrere Ausstellungen. Wo zeigen Sie dort Ihre Arbeiten und wie ist die Resonanz auf die Werke?
Beer: Ich war im vergangenen Jahr 5-mal nach Russland eingeladen. Die Fotografien zum Thema WASSER scheinen sich zu einer Art Selbstläufer zu entwickeln, was mich sehr überrascht und natürlich sehr freut. Waren die Ausstellungen anfangs nur in Moskau und Sankt Petersburg zu sehen, so folgten schon bald weitere Einladungen, etwa nach Kaliningrad, dann ohne mein weiteres Zutun im November 2006 nach Krasnojarsk, und für Januar-Februar 2007 sogar eine Ausstellung ins Arsenjew-Museum im fernen Wladiwostok, die erst vor wenigen Tagen eröffnet worden ist.
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Stefan Voit |
02.02.2007
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"Verpuppungen V": Ausstellung von Jeff Beer im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf - Interview mit dem Künstler
Jeff Beer Kurzbio
Geboren 1952 in Mitterteich (Oberpfalz). Zeichnet und malt seit früher Kindheit. Studium an der Hochschule für Musik in Würzburg (Komposition, Perkussion und Klavier). Stipendien in Paris und New York. Bereitet in zahlreichen ,New York Sketchbooks' seine Bildhauerei vor, die er ab 1984 mit unterschiedlichen Materialien konsequent umzusetzen beginnt.
Seit 1985 ist das Eisen der zentrale Werkstoff seiner plastischen Arbeit. Fotografiert seit mehr als 25 Jahren mit dem Konzept einer kontinuierlichen Beobachtung des unmittelbaren Lebens- und Wahrnehmungsraums. Widmet sich seit einigen Jahren verstärkt auch dem großformatigen Farbholzschnitt. Konzerte, Ausstellungen, Bühnen- und Raumkonzepte im In- und Ausland.
Durch die langjährige Auseinandersetzung mit verschiedenen Sparten hat sich Jeff Beer ein einzigartiges Verknüpfungspotential geschaffen, das sein künstlerisches Werk immer mehr charakterisiert.
Quelle: www.jeffbeer.de
Jedes Mal war die Resonanz hervorragend. Es gab mehrere Reportagen im Russischen Fernsehen, etliche Rundfunkinterviews, zahlreiche russische Interneteinträge, und sehr positives Feedback aus Wladiwostok, das bereits mit einer weiteren Einladung zum Thema "Meer" verknüpft ist - Wladiwostok liegt ja am Japanischen Meer. In allen bisherigen Städten fand ich eine ausgesprochene Sensibilität für das Wasser vor, die Newa in Sankt Petersburg gehört zum Lebensgefühl der Petersburger, genauso die Moskwa in Moskau, oder in Wladiwostok das Japanische Meer, die ins Meer mündenden Flüsse.
Es berührt mich tief, wenn sich jetzt quasi über unsere stille Waldnaab, die ich schon sehr lange beobachte, nicht nur fotografiere, sondern auch zeichne - all diese Dialoge eröffnen, bis weit in das ferne Russland hinein und nächstes Jahr sogar an den Hudson River nach New York. Was mich aber immer neu erstaunt, ist die außerordentliche Sensibilität und Tiefe der russischen Ausstellungsbesucher, die sich neben den persönlichen Gesprächen vor allem in den auffallend differenzierten Eintragungen in den Gästebüchern manifestiert, was bei uns in dieser Qualität und Dichte kaum zu finden ist.
In Sankt Petersburg wurde ich zwei Tage nach der Ausstellungseröffnung spontan ins renommierte Nationale Zentrum für Russische Fotografie zu einer Meisterklasse eingeladen, wo ich vor einem Fachpublikum aus Fotografen, Studenten und Kuratoren nicht über meine Bilder, die ja in der Ausstellung präsent waren, sondern über die Philosophie des Fotografierens und des Sehens gesprochen habe. Das gehört für mich bisher zu den nachhaltigsten Erlebnissen, da in dieser für mich äußerst spannenden, durchaus auch riskanten Situation Bild, Struktur und Sprache zu einer Einheit verschmolzen.
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Stefan Voit |
02.02.2007
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Auf der III. Internationalen Biennale für Fotografie in Kaliningrad vertreten Sie im Februar sogar die Bundesrepublik Deutschland als Jurymitglied. Wie kam es zu dieser Einladung, und welche Aufgaben haben Sie?
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| Details aus dem Farbholzschnitt ,Phänomenologie I' (1999). |
Beer: Wie immer gibt es zu allem eine Vorgeschichte, die eigentlich schon im Jahre 2000 beginnt, als ich zum ersten Mal zu einem Solokonzert und einer Meisterklasse nach Moskau eingeladen war. Diese Auftritte führten zu einer Folgeeinladung des Goethe-Instituts, das mich inzwischen auch als Bildenden Künstler wahrgenommen hatte. 2002 zeigte ich dann im Moskauer DOM den Zyklus "Zwischen Jahren und Zeiten".
Die Besprechungen waren außerordentlich positiv, was neue Menschen für meine Arbeit zu interessieren begann und zu den aktuellen Einladungen für 2006-2008 führte. Einer der aktuellen Höhepunkte in Russland ist für mich nicht nur die überraschende Ernennung als Jurymitglied der Biennale in Kaliningrad Mitte Februar, sondern vor allem die Einzelausstellung zur Biennale selbst, die im "Museum des Weltozeans" untergebracht sein wird.
Dort werde ich neue Fotografien zum WASSER zeigen, aber auch Arbeiten, die bisher noch nirgends zu sehen waren. Die Jury der III. Internationalen Biennale für Fotografie hat insbesondere die Aufgabe, die offiziellen Kunstpreise zu ermitteln, Meisterklassen zu geben, praktische und theoretische Kurse zu organisieren, und am Katalog zur Biennale mitzuwirken.
Ist diese internationale Anerkennung endlich eine Art "Ernte" Ihrer jahrzehntelangen Arbeit?
Beer: Was sich mir in den letzten Jahren zeigt, ist eine deutliche Zunahme der Ausstellungs- und Konzerteinladungen. Ob ich das allerdings als "Ernte" dessen auffassen darf, was ich bisher an Kraft, Zeit und finanziellen Mitteln in meine Arbeit gesteckt habe, bleibe dahingestellt. Ich habe immer unverbrüchlich daran geglaubt, dass Qualität und Authentizität ihren Weg machen und letztlich für die Entwicklung eines Künstlers und seines Werks ausschlaggebend sind.
Wenn es ihm gelingt, sein Talent immer neu in eine qualitativ dichte, inspirierte Arbeit umzuwandeln, jenseits der kurzlebigen Moden eines immer korrumpierteren Kunstmarkts, dann ist er schon einen großen Schritt weiter. Authentizität, Kontinuität und Lebendigkeit sind und bleiben für mich das Entscheidende. Aus ihnen entsteht im Werk mit den Jahren ein Kraftfeld. Wenn Menschen kommen, die dieses Kraftfeld einerseits wahrnehmen, mir andererseits einen Tausch anbieten, indem sie von mir eine Arbeit erwerben, um künftig mit dem Ergebnis meiner Suche zu leben, ich im Gegenzug dafür eine Zeit weiterarbeiten kann, dann ist das für mich die menschlich schönste, authentischste und existentiell geerdetste Form der Anerkennung.
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"Verpuppungen V": Ausstellung von Jeff Beer im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf - Interview mit dem Künstler
Trotz allem internationalen Renommees haben Sie weiterhin die Oberpfalz als Ihren Lebensmittelpunkt. Wie wichtig ist die Verwurzelung in der Region und wie setzt sich diese in Ihren Arbeiten fest?
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| Beer inmitten seiner Arbeit. |
Beer: Ich fühle mich mit der Region auf komplexe Weise verbunden. Ich bin in der nördlichen Oberpfalz geboren und hier aufgewachsen. So gibt es neben dem starken Bezug zum landschaftlich Charakteristischen, in das man von Anbeginn an hineinwächst, und worüber man sich erst ziemlich spät bewusst wird, wie tief das geht und was das eigentlich bedeutet - natürlich auch viele menschliche Bezüge. Ab einem bestimmten Alter gibt es den Grundzug, das Nest zu verlassen. Auch mir erging es so.
Ich studierte in Würzburg, lebte danach eine zeitlang im Ausland. Nach Jahren war es mir aus der Ferne möglich, die Oberpfalz sozusagen "von außen" zu sehen. Ich begann, sie ganz neu wahrzunehmen, und es war schließlich das sich ankündigende Spektrum der neu entdeckten Qualitäten, das mich bewog, wieder in diese Landschaft zu ziehen, nicht "zurück zu", sondern in etwas ganz Neues, das noch keinen Namen hatte. Bewusst wählte ich einen Ort, den ich in meiner Kindheit und Jugend nicht kannte - Gumpen. Heute erst fange ich an zu verstehen, wie gut die Entscheidung war, mich hier neu angesiedelt zu haben, eine Entscheidung, die noch immer hält.
In meiner künstlerischen Arbeit gibt es viele Querverbindungen zu dem, was ich aus dem relativ zurückgezogenen Leben hier herausdestilliere. Das speist sich aus vielen Quellen, Beobachtungs- und Reflektionsschichten, die sich oft erst nach Jahren für die Arbeit nutzbar machen lassen. Ich spreche ja nicht von einem oberflächlichen, leicht abzugreifenden, quasi touristischen Umgang dessen, was ich hier als das interessanteste und authentischste Potential der Region wahrnehme. /Regional/ heißt für mich - konsequent zu Ende gedacht - letztlich nichts anderes, als den unmittelbaren Lebens- und Wahrnehmungsraum, in dem man sich befindet, ernst zu nehmen.
Das berührt den ganzen Menschen, sein Lebensgefühl, seine Körperlichkeit, seine Gedanken, Kolorit und Charakter seiner unmittelbaren Umgebung, die Menschen seines Lebensfeldes, die Landschaft, die Himmel über einer Landschaft, schlichtweg alles. In meiner Arbeit sind diese Verbindungen zu den Wurzeln wohl am deutlichsten in der Fotografie und im Schreiben zu orten. Eine wirklich spannende Frage, über die man nicht genug nachdenken kann.
Information
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| Das Künstlerhaus in Schwandorf. |
Die Ausstellung von Jeff Beer "Verpuppungen V" ist vom 4. Februar bis 29. März im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf (Fronberger Straße 31) zu sehen.
Ausstellungseröffnung: 4. Februar (11 Uhr). Werkeinführung: Dr. Martin Angerer ( Direktor der Museen der Stadt Regensburg). Jeff Beer spielt eigene Kompositionen auf Schlaginstrumenten. Finissage der Ausstellung: 29. März (20 Uhr) mit Kompostionen des Künstlers, präsentiert von Jeff Beer und Gästen.
Öffnungszeiten: Mittwoch und Donnerstag 12 - 18 Uhr; Sonntag 11 - 16 Uhr.
Infotelefon: 09421/9716.
Weitere Informationen:
www.atelierjeffbeer.de
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Oberpfälzer Künstlerhaus
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