Manns Mannsbilder
Visuelles Muskelspiel von Regisseur Michael Mann: Colin Farrell und Jamie Foxx in "Miami Vice" - Jetzt im Kino
Bringen wir es hinter uns. Es folgen Dinge, die in "Miami Vice" (Kino-Version 2006) nicht vorkommen: Musik von Jan Hammer, Alligator Elvis, Informant Izzy, Männerfüße ohne Socken in Lederslippern, die Sätze "Vice, mein Freund" oder "Hey, Crockett, que pasa?" sowie jegliche Form von Humor. Was, fragt sich jetzt der Serien-Nostalgiker, ist dann dieser Film?
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| Die Nacht, die Stadt, die Cops: Crockett (Colin Farrell, links) und Tubbs (Jamie Foxx). Bilder: UIP |
Ganz so einfach ist es nicht, wenn der Regisseur Michael Mann heißt. Der 63-jährige Mann, der in den letzten Jahren mit cineastischen Meilensteinen wie "Heat" und "Collateral" seinen Ruf als einzigartiger Visualist zementiert hat, war in den 80er Jahren ausführender Produzent von "Miami Vice" und ausschlaggebend für den Stil der Reihe. Warum also ist er zu "Miami Vice" zurückgekehrt?
"Bin ich gar nicht", sagte Mann kürzlich dem britischen Filmmagazin "Empire", "ich habe nur das genommen, was mich schon 1984 an ,Miami Vice' interessiert hat, und es auf eine Story angewandt, die im Jahr 2006 spielt." Er habe schon immer was über diese beiden Typen machen wollen, so Mann weiter, "über die melodramatischen Situationen, in denen sie sich befinden, und über das Abenteuer der Undercover-Arbeit."
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| Regisseur Michael Mann. |
Montoya heuert sie an, aber Yero bleibt misstrauisch - umso mehr, weil Crockett ganz offensichtlich ein Verhältnis mit der Gespielin des Chefs, der kühlen Isabella (Gong Li), anfängt. Als dann auch noch Tubbs' Freundin Trudy (Naomie Harris) entführt wird, wissen die beiden Polizisten, dass nicht nur ihre Tarnung in Gefahr ist...
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| Lieutenant Castillo (Barry Shabaka Henley) gibt Tubbs und Crockett Anweisungen per Handy. |
Sie haben keine Rückendeckung, keine Verstärkung, die im Hintergrund wartet. Ihre Tarnung muss wirken, darf nicht auffliegen. Dieses dunkle Herz der TV-Serie, das die Einsamkeit der Helden und ihre für den Job gefährliche Sehnsucht nach dem ganz normalen (Liebes)-Leben enthält, hat Michael Mann heraus operiert und in seine Filmwelt verpflanzt.
Und diese künstlerische Welt besteht nicht zuletzt aus grandiosen Nachtaufnahmen: Wie kein anderer Hollywood-Filmemacher inszeniert Mann die nächtliche Stadt als gefährliche Gegenwelt, als urbanen Dschungel.
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| Brenzlige Situationen gehören zum Alltag der beiden Undercover-Ermittler. |
Wenn man beispielsweise Crockett und Tubbs im Vordergrund sieht, im Hintergrund die Millionen Lichter der Stadt und dazu den diffus erleuchteten Himmel über Miami sowie das bedrohliche Aufflackern eines Gewitters, dann ist das eine Szenerie, die auf normales Filmmaterial schon wegen der Lichtverhältnisse nicht zu bannen wäre. Lediglich der etwas zu häufige Einsatz von handgeführten Kameras und ihren wackligen Aufnahmen trübt den Genuss - fördert aber auch den offenbar gewollten Dokumentarfilm-Charakter des Streifens.
Wer sich also an solch visueller Pracht, zwei wuchtigen Schießereien sowie allerlei optischem Fetisch ergötzen kann, der wird mit "Miami Vice" trotz der fehlenden Anlehnung an die kultige Fernsehserie seine Freude haben.
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| Bereit zum großen shoot-out. |
Bleibt also zu hoffen, dass Mann vielleicht einen Director's Cut des Films nachreicht, der "Miami Vice" als ganz große, dramatische Undercover-Oper zeigt. Bis dahin sollten Fans der Serie nicht allzu viel vom Kinofilm erwarten. Fans von Michael Mann hingegen kommen bei dieser kraftvoll bebilderten Moschus-Macho-Mischung voll auf ihre Kosten.
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Mit Jamie Foxx, Colin Farrell, Gong Li, Naomie Harris, Ciaran Hinds, Barry Shabaka Henley, John Ortiz.
Musik: John Murphy.
Kamera: Dion Beebe.
132 Minuten, frei ab 16 Jahren.
Im Internet: movies.uip.de
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TV-Kult
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| 'Miami Vice' in den 80er Jahren: Don Johnson (links) als Crockett und Philip Michael Thomas als Tubbs. |
In den Hauptrollen waren Don Johnson als Crockett und Philip Michael Thomas als Tubbs zu sehen, zudem Edward James Olmos als wortkarger Lieutenant Martin Castillo. Neben dem Outfit der Hauptfiguren machte vor allem die Einbindung von Pop- und Rockmusik in die Szenerie die Serie wegweisend.
Unvergessen ist zum Beispiel, wie Crockett und Tubbs zu "In The Air Tonight" von Phil Collins durchs nächtliche Miami brausen. Die Titelmelodie des tschechischen Musikers Jan Hammer wurde weltweit zum Hit. (üd)
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- Trailer: "Miami Vice" (2006) | 4,32 MB, MOV-Format (kostenloser Quicktime-Player erforderlich)























