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Von Frank Stüdemann  |  21.04.2006  | Netzcode: 10868544  |  271 Mal gelesen.

Hetzjagd quer durch New York

Jetzt im Kino: Richard Donners "16 Blocks" mit Bruce Willis und Mos Def

Bruce Willis hat diesen Rollentyp zwar nicht erfunden, aber perfektioniert: Den des Helden, der mehr einstecken muss als er austeilen darf, der getretene Hund im Kampf für das Gute. Selbst sein John MacLane in den "Stirb Langsam"-Filmen bekam immer erst ordentlich die Hucke voll, bevor er die bösen Jungs erledigen konnte.

16 blocks
Polizist Jack Mosley (Bruce Willis) ist beileibe kein strahlender Superheld. Er hat zwar das Herz eines Kriegers, aber leider auch die Leber eines Säufers. (Bilder: Warner Bros.)
Dass er diese Art Mann in "16 Blocks" noch ausgiebiger spielen darf als bisher, sieht man schon in der ersten Einstellung, die uns Willis als Polizist Jack Mosley vorstellt: Hustend und mit gesenktem Kopf stolpert er eine Treppe herauf, um dann in einem dämmrigen Appartment auf eine Leiche aufzupassen.

Mehr Kriminalistenarbeit wird ihm nicht mehr zugetraut, mehr Verantwortung nicht mehr übertragen, denn Mosley, ein ausgebrannter Alkoholiker, hat seine besten Tage als Gesetzeshüter schon lange hinter sich. Umso weniger verwundert es, wenn sein Vorgesetzter ausgerechnet ihn auswählt, um Babysitter für den Gauner Eddie Bunker (Mos Def) zu spielen. Mosley soll den geschwätzigen Kleinkriminellen vom Polizeihauptquartier zum Gerichtsgebäude bringen, das 16 Häuserblocks entfernt liegt.

16 blocks
Geht über Leichen: der korrupte Polizist Frank Nugent (David Morse).
Dort soll Bunker vor einem Untersuchungsausschuss aussagen, pünktlich um 10 Uhr, sonst wird die Verhandlung ohne ihn geschlossen. Mosley ist von dem Idiotenjob nicht besonders angetan, packt seine "Fracht" ins Dienstfahrzeug und bahnt sich seinen Weg durchs New Yorker Verkehrschaos. Als er allerdings am Schnapsladen seiner Wahl anhält, um sich schnell frischen Stoff zu besorgen, wollen Unbekannte seinen Passagier erschießen.

In letzter Sekunde kann der lebensmüde Cop Bunker das Leben retten. Aber als sich beide nach der Schießerei in einer Kneipe in Sicherheit bringen und Mosley Verstärkung anfordert, wird im klar, wer den wichtigen Zeugen unbedingt tot sehen will: seine eigenen Polizeikollegen, allen voran Mosleys ehemaliger Partner Frank Nugent (David Morse). Doch der längst abgeschriebene Versager mit der Schnapsfahne gibt seinen Schützling nicht auf: Er will Bunker zum Gericht bringen ... lebend.

16 blocks
Der Gauner Eddie Bunker (Mos Def).
Der 76-jährige Altmeister Richard Donner, der neben den "Lethal Weapon"-Filmen mit Mel Gibson und Danny Glover auch Klassiker wie "Das Omen" und "Superman - der Film" drehte, liefert mit "16 Blocks" einen wunderbar altmodischen Polizisten-Film ab, der für Bruce Willis maßgeschneidert ist. Die Story nach dem Muster "zwei ungleiche Partner schliddern von einer Katastrophe in nächste" mag nur wenige Überraschungen bieten, das Finale mag unter seinem dünnen Zuckerguss eine Füllung mit hochkonzentrierter 08/15-Moral verbergen - die Geradlinigkeit der Geschichte macht das wieder wett.

Statt zeitaufwändig einen passenden Hintergrund (üblicherweise: Ehefrau tot, davongelaufen oder beides) für den alkoholsüchtigen Protagonisten zu dichten oder sonstige Entschuldigungen zu drechseln, erzählt "16 Blocks" tatsächlich "nur", wie der Held seinen Schützling von A nach B zu bringen versucht und dabei auch sein eigenes Leben rettet. Und das ist unglaublich spannend.

16 blocks
Regie: Richard Donner.

Mit Bruce Willis, Mos Def, David Morse, Cylk Cozart.
Buch: Richard Wenk.
Kamera: Glen MacPherson.
Musik: Klaus Badelt.
102 Minuten, frei ab 12 Jahren.

Im Internet: www.16blocks-derfilm.de




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