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Von Uwe Ibl  |  16.11.2004  | Netzcode: 50628800  |  1227 Mal gelesen.

Sagenhafte Ausblicke aus 826 Metern Höhe

OWV Georgenberg betreut Wandergebiet - Rundtour über den Schellenberg mit Einkehr in der Alten Mühle Gehenhammer

Georgenberg. Über abgerundete Granitbrocken, scharfkantige, silbrig glitzernde Steine, Moos, Wurzeln und Flechten geht es langsam, aber stetig bergauf, Schritt für Schritt. Die Luft ist frisch. Immer wieder schickt ein Pilz sein Aroma dem Wanderer in die Nase.

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Am Drachselbächl zwischen Waldkirch und Georgenberg lädt die Mühle Gehenhammer zur Rast ein. Im Innern ist das historische Mahlwerk sehens- und sein kontinuierliches Klappern hörenswert. (Bilder: Ibl)
Für den begeisterten Mittelgebirgswanderer ist der Abschnitt von der Planer Höhe oberhalb von Waldkirch hinauf zum Schellenberg ein Weg wie aus dem Bilderbuch. Fernab von bustouristischen Zielen, die die Massen anziehen, beeindruckt der Oberpfälzer Wald durch seine Schlichtheit, in der es aber doch ständig etwas zu entdecken gibt. Hier sind es unter anderem der Drachselfels und die Tafelbuche, an der sich fünf Wege treffen.

Der OWV Georgenberg, allen voran Vorsitzender Manfred Janker, haben sich viel Mühe gemacht und die Routen rund um ihre Gemeinde markiert und ausgeschildert. Zur Orientierung hilft auch der heuer von Janker herausgebrachte "Wanderführer Gemeinde Georgenberg". Das Büchlein ist so geschrieben, wie ein Einheimischer einem Urlaubsgast den Weg erklärt, ohne Umschweife. Dennoch sollte sich der Wanderer auch mit dem Kartenlesen ein wenig auskennen. Außerdem enthält es manchen Tipp, besonders zu den Einkehrmöglichkeiten. Immer wieder führen die Routen zur Alten Mühle in Gehenhammer, die der OWV aufwendig hergerichtet hat und seit fast 30 Jahren als kleines Museum mit gemütlicher Brotzeitstube für die Öffentlichkeit betreibt.

Viel Platz ist nicht in der alten Knechtskammer. Da heißt es zusammenzurutschen und miteinander zu reden oder zu singen. Schließlich finden sich immer wieder auch Musikanten aus der näheren und weiteren Umgebung ein - fast ganz sicher zum Stammtisch am Freitag. Ingrid und Helmut Moldan sorgen seit zwei Jahren von Dienstag bis Sonntag dafür, dass der Ofen die Stube gut wärmt und sich die Gäste mit Getränken und Brotzeiten stärken können.

Drei Stunden Gehzeit sollte man einrechnen für den Rundweg von der Planer Höhe über den Schellenberg, entlang der Grenze zur Mühle und zurück zum Parkplatz. Zwischen der Unterstellhütte und dem Baumhacklbrunnen beginnt der mit einer schwarzen Eins und Zwei auf weißem Grund markierte Weg hoch zur Tafelbuche und halb links weiter auf dem Nurtschweg, Markierung gelb-rot-gelb, geradewegs hoch zur Ruine Schellenberg.

Bei schönem Wetter sollte man den Aufstieg zum Aussichtsturm suchen, bei Nebel eröffnen die Felsentürme Einblicke in die Entstehungswelt von Sagen und Mythen. Am Ende der Granitwelt zweigt ein Pfad rechts hinunter und dort wieder rechts auf eine der überbreiten Forststraßen ab, die neben der Erholungsfunktion auffälliges Symbol der anderen, der forstwirtschaftlichen Seite der Waldnutzung sind. Es sind nur wenige 100 Meter, bis der Wanderer an einer Kreuzung links in eine weitere Schotterstraße einbiegt.

Variante: Eine Variante ist es, kurz vorher nach links über den Bach und dann direkt an der Grenze entlangzulaufen, bis sich der Weg im Wald verzweigt. Rechts geht es etwas schneller zur Mühle, halblinks bietet sich ein weiterer Abstecher an mit wunderbarer Aussicht von Neudorf über Neukirchen zu St. Christoph und ins Böhmische. (Die genauer Routenführung lässt sich gut auf einer Wanderkarte ablesen)

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Bis in den späten Herbst finden sich entlang der Wege rund um Georgenberg wunderbare Blüten wie die des hochgiftigen Roten Fingerhutes.
Nach etwa einem Kilometer endet diese. Der Weg führt rechts auf einer ebenso breiten Forststraße weiter. Nach zwei Kurven - linker Hand lassen sich Grenzpfähle zwischen den Bäumen entdecken - bietet sich endlich Gelegenheit, nach links in einen etwas engeren Fahrweg abzuzweigen. An einem Baum findet sich eine verblassende Markierung rotes Kreuz auf weißem Grund. Immer parallel zum Talgrund schlängelt sich der Weg am Hang entlang, um nach knapp zwei Kilometern hinunter zum Bach zu streben. Rund 50 Meter vor der Brücke, am lichter werdenden Wald rechts abbiegen bis zu einer Forststraße, an der ein vermoostes Schild den Weg links in Richtung Mühle weist.

Nach zehn Minuten ist ein Parkplatz und nach einem knappen Anstieg das OWV-Heim erreicht. Zurück zur Planer Höhe geht es oberhalb der Mühle durch das Gehöft Reber, an der Kapelle links, dann über die Wiese in den Wald und durch einen Hohlweg zur Forststraße empor. Linker Hand führt sie zurück zur Tafelbuche, von wo gleich drei Wege für die letzten Meter zur Planer Höhe bereitstehen: zum einen die linke, die Schotterstrecke; zum Zweiten der Aufstieg, Markierung eins oder zwei, und zum Dritten ein kleiner Abstecher mit lohnendem Blick auf Waldkirch, der zunächst ebenso wie die zweite Variante den Weg fast geradeaus nimmt, aber nicht schon nach ein paar Metern, sondern erst an einer weiteren Forststraße links abbiegt.

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