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Von Kathrin Günther  |  23.04.2004  | Netzcode: 10547742  |  325 Mal gelesen.

"Tarantino ist der Beste"

Darryl Hannah, Michael Madsen und David Carradine über ihre Arbeit zu "Kill Bill"

München. Nun läuft Teil 2 von Quentin Tarantinos Epos "Kill Bill" in den deutschen Kinos an. DVon den Kritikern wird der Streifen als Meisterwerk gefeiert - und er selbst kann stolz sein, die komplexe Mischung aus verschiedenen Genres mit Bravour umgesetzt zu haben. Dabei unterscheiden sich die beiden "Kill Bill"-Filme gewaltig.

bill1
Schattenkämpfer: Die Braut (Uma Thurman) lernt asiatische Kampftechniken.
War der erste voller Action, gibt es nun längere Dialoge und den typischen makaberen Tarantino-Humor. Und: Bill, im ersten Teil nur mit der Stimme, einer Hand und einem Schuh präsent, tritt endlich voll in Erscheinung. Verkörpert wird er von David Carradine, der in den 70er Jahren als Caine in der TV-Serie "Kung Fu" den fernöstlichen Kampfsport weltweit berühmt machte. Zum Filmstart stellten sich die Darsteller Darryl Hannah, sie spielt Elle, die Rivalin der rächenden Braut; Michael Madsen (er spielt Bills jüngeren Bruder) und David Carradine unseren Fragen.

Mrs. Hannah, hat es ihnen Spaß gemacht, für die Rolle so fies und
gnadenlos zu sein?


Hannah: Ja, das hat wirklich viel Spaß gemacht. Der Charakter im Film hat nun mal diese Eigenschaften. Und es ist schon mal lustig so etwas übertrieben Angsteinflössendes zu machen.

Ihre Rolle war so übertrieben Böse, man könnte schon fast sagen, wie eine Ikone des Bösen. Das ist ganz ungewohnt, normalerweise spielen sie immer so nette Personen.

hannah
Daryl Hannah
Hannah: Das ist so ähnlich wie bei Halloween, wenn man in ein Kostüm schlüpft und auf einmal eine ganz andere Person darstellt. Man kann sich in eine ganz taffe oder gefährliche Person verwandeln. Das finde ich einfach lustig und es macht wirklich viel Spaß!

Wie war die Arbeit mit einem so außergewöhnlichen Charakter wie Quentin Tarantino?

Hannah: Das war fantastisch. Er ist so etwas wie der Traum jedes Schauspielers!

Woran liegt das?

Hannah: Er ist der ultimative Film- Fan und deshalb macht er auch diese herausragenden Filme für große Filmfans- und Filmliebhaber. Seine Filme sind einfach wie eine Liebeserklärung an das Kino!

Mr. Madsen, wie war es für sie als Schauspieler, mit Quentin zusammen zu arbeiten?

Madsen: Nun, ich denke er kennt mich sehr gut und wir vertrauen uns gegenseitig sehr! Das macht das Ganze etwas leichter, denn ich weis genau, was er will. Ich blicke einfach zu ihm auf und habe Vertrauen in das, was er mir sagt, was ich tun soll, oder welche Ideen er auch hat. Das Beste an ihm ist, dass er für alles offen ist!

Gibt es denn noch weitere Fortsetzungen von "Kill Bill"?

Madsen: Vielleicht gibt es in fünf oder sechs Jahren den dritten Teil. Außerdem ist auch die Rede davon, dass in zehn Jahren eventuell Part vier folgt. Aber die Story muss wohl erst noch erfunden werden.

Madsen
Michael Madsen.
Mr. Carradine, waren sie enttäuscht in "Kill Bill" keine richtige Kampfszene zu haben?

Carradine: Nein, ich wurde ja als Schauspieler engagiert. Das ist ein Unterschied in den USA. Es war mir eine Ehre.

Wie ist die Arbeit mit Quentin Tarantino?

Carradine: Er ist der Beste!

Warum?

Carradine: Er ist einfach ausgezeichnet. So wie er seine Arbeit macht er weiß einfach was er tut, er kann das Geld gut einsetzten und er ist sehr freundlich, sehr zuvorkommend.

Wie viel Freiheit gibt er seinen Schauspielern?

Carradine: Eigentlich kaum! Eben so viel, wie er verantworten kann.

Fühlen sie sich in "Kill Bill" wie Superman- die Schauspielerei betreffend?

Carradine: Nein, eher wie Batman- oder Bad Man. Ich spiele ja den Bösewicht. Außerdem habe ich keine Superkräfte! Ich kann zwar wirklich viel machen, aber nein, Super-Kräfte hab ich wirklich nicht.

Eigentlich sollte ja Warren Beaty ihre Rolle spielen. Warum sind sie der Bessere?

David
David Carradine.
Carradine: Ich vergleiche mich nicht mit Warren. Warren hätte die Rolle sicherlich ausgezeichnet gespielt. Aber Quentin hat meine Biographie gelesen. Er war schon immer ein Kung-Fu-Fan und hat so ziemlich alle Filme dazu gesehen. Schließlich konnte er sich ein Bild von mir machen. Nachdem sich der Part von Bill etwas änderte und man dafür auch Schwerter schwingen musste, änderte sich auch die Vereinbarung, die man Anfangs mit Warren hatte. Die Vorbereitungen hätten nicht mehr nur Wochen sondern Monate gedauert! Ich hatte in der Hinsicht einfach mehr Erfahrung.

Hatten sie etwas Einfluss auf ihre Rolle?

Carradine: Ich habe schon versucht genau den exakten Wortlaut den Quentin mir vorgab exakt beizubehalten. Er hat alles schließlich über Jahre geplant. So hatte er auch schon sämtliche verschiedenen Möglichkeiten geprüft. Quentin ist aber sehr aufgeschlossen wenn man neue Ideen hat. Er hält nicht zu 100 Prozent am Drehbuch fest.

Poster Kill Bill 2
Für Bill ist das Schwert wohl das Wichtigste. Was ist das Wertvollste in ihrem Leben?

Carradine: Ich hatte schon vor dem Film einige Schwerter. Ich denke, das kann man nicht an einem Objekt festmachen. Im Augenblick habe ich 18 Gitarren. In meinem ganzen Leben hatte ich etwa 60 Stück!. Ich habe ein Klavier. Autos, Waffen... ich will nicht sagen, dass ich dass alles sammle, aber ich liebe das Zeug einfach. Aber das sind alles nur Gegenstände. Die sind nicht das Wichtigste im Leben. Das wichtigste für mich ist eigentlich meine 25-jährige Tochter.

War Ihr Vater Vorbild für sie?

Carradine: Ja, in gewisser Weise schon, auch wenn die Art wie wir schauspielern unterschiedlich ist. Aber auch viele andere waren Vorbilder für mich!

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