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Von erena Wolff, dpa |
08.02.2012
| Netzcode: 3132218 | 274 Mal gelesen.
So weit die Bretter gleiten
Bayerischer Wald ein Paradies für Langläufer
Grandiose Ausblicke bieten die Loipen im Bayerischen Wald an vielen Stellen. Bilder: dpa (3)
Franz Weinberger hat gleich zwei Dienstautos, um die ihn mancher beneiden dürfte. Das eine knattert und knarzt und braucht gelegentlich gutes Zureden. Das andere ist ein PS-Monster: rot, riesig, laut. Weinberger ist der Loipenmeister auf dem Bretterschachten, dem schneesichersten Langlaufgebiet im Bayerischen Wald. Auf dem alten Skidoo oder dem hochmodernen Pistenbully sitzend drückt er die Spuren für die klassischen Langläufer in den Schnee und walzt die Fläche für die Skater eben.
"Mehr als 80 Kilometer Pisten haben wir hier oben", erklärt Weinberger. "In einem durchschnittlichen Jahr kann man 150 bis 160 Tage langlaufen." Spätestens im November fängt die Saison an, oft dauert sie bis in den April hinein. "Und das schaffen wir, obwohl wir nur in 1120 Metern Höhe liegen."
Das Aktivzentrum, einige Kilometer von Bodenmais entfernt, ist ein Paradies für Skilangläufer. Die Spuren gehen durch den Wald, immer wieder öffnen sich Lichtungen mit grandiosen Ausblicken. "Bei Föhn kann man das Dachstein-Massiv und die Zugspitze sehen", erzählt der Loipenmeister. Oft herrsche dort oben eine Inversionswetterlage: Dann scheint auf dem Berg die Sonne, während das Tal unten wolkenverhangen ist. Für den Wächter der Loipen bedeutet das tägliche Präparieren viel Arbeit: "Spätestens um 4 Uhr morgens geht es los", erzählt er. Das Gebiet ist weiträumig, schon um 7 Uhr stehen die ersten Langläufer am Start beim Parkplatz des Aktivzentrums in Bodenmais. Dieses ist nur einer der vielen Orte im Bayerischen Wald, an dem sich die nordischen Skiläufer austoben. Mehr als 2000 Kilometer gespurter Loipen gibt es in den sechs Landkreisen, über die sich der älteste Nationalpark Deutschlands erstreckt.
Loipenmeister Franz Weinberger bereitet die Langlaufloipen auf dem Bretterschachten.
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Von erena Wolff, dpa |
08.02.2012
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So weit die Bretter gleiten
Bayerischer Wald ein Paradies für Langläufer
In durchschnittlichen Jahren ist an 150 Tagen das Langlaufen möglich. Viele Loipen führen durch weiträumige Waldgebiete.
Einer der schönsten und weitesten Wege ist die Bayerwaldloipe: 150 Kilometer führt sie von Lohberg bis nach Neureichenau. Vom Arber- und Ossergebiet bis hin zum Dreisessel verläuft die Route quer durch den Nationalpark. Nicht nur der Ausblick ist an vielen Stellen toll: Es gibt auch am Wegesrand allerlei zu sehen.
Die Geschichte der Region ist an vielen Stellen lebendig, etwa im Glasmuseum in Frauenau. Dort steht bis heute die älteste noch produzierende Glashütte Deutschlands. In Bayerisch Eisenstein ist der Bahnhof ein Stück Geschichte: Der Grenzbahnhof, während des Kalten Krieges durch Mauern und Zäune abgeschottet, ist erst seit 1991 wieder in Betrieb. Die Grenze zwischen Deutschland und Tschechien verläuft bis heute mitten durch das Empfangsgebäude. Das ist nicht der einzige Punkt, an dem die Bayerwaldloipe nah an die Grenze heranführt. Wem die 150 Kilometer zu kurz sind, der kann an einigen Stellen vom Bayerwald in den Böhmerwald wechseln. Überwiegend sind die Strecken auch für Anfänger geeignet.
Die Länge der Etappen schwankt zwischen 7 und 30 Kilometern. Wie lang eine Tagestour ist, hängt einzig von der eigenen Kondition ab. In der Nähe von Neuschönau bietet das sogenannte Baum-Ei interessante Einblicke. Es ist der Mittelpunkt des weltweit längsten Baumwipfelpfades.
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