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Von Susanne Wolke |
17.12.2011
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Burglengenfeld
Christkind, Nussknacker und Räuchermann
Ausstellung in Burglengenfeld zeigt weihnachtliche Volkskunst aus der Oberpfalz und dem Erzgebirge - Bis 8. Januar
Weihnachtskrippen haben eine lange Tradition. Der Legende nach gehen sie auf den heiligen Franz von Assisi zurück, der bereits im 13. Jahrhundert eine szenische Vorführung des Weihnachtsgeschehens gestaltete. Bilder: Gerhard Götz (8)
Die Zeiten ändern sich - manchmal. Als das Christkind vor rund 2000 Jahren in der Krippe lag, trug es kaum mehr als ein paar einfache Windeln. Als "Prager Jesulein" verfügt der Knabe mittlerweile über einen Kleiderfundus von knapp 100 Gewändern - Votivgaben, die das berühmte Gnadenbild aus aller Welt erhalten hat. Auch für manch frommen Anhänger des Heilands sind die kargen Zeiten längst vorbei. Dass der Advent einst als Fastenzeit galt, wird heute leicht vergessen.
Nicht so im Oberpfälzer Volkskundemuseum in Burglengenfeld. Hier herrscht noch Beständigkeit - auch was die traditionellen Sonderausstellungen zur Weihnachtszeit betrifft. Alle Jahre wieder greift man hier aus dem Vollen. Nussknacker, Krippen, Geschichtliches rund um Advent und Weihnachten: Einen ebenso sinnlichen wie informativen Ausflug in die weihnachtliche Zauberwelt verspricht auch die aktuelle Schau.
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"Weihnachtliche Volkskunst aus der Oberpfalz und dem Erzgebirge" lautet der Titel der Sonderausstellung. In Anlehnung an die Städtepartnerschaft zwischen Burglengenfeld und dem im Erzgebirge liegenden Johanngeorgenstadt wurde dafür ein gewohnt buntes Weihnachtspotpourri zusammengetragen.
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Von Susanne Wolke |
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Burglengenfeld
Christkind, Nussknacker und Räuchermann
Ausstellung in Burglengenfeld zeigt weihnachtliche Volkskunst aus der Oberpfalz und dem Erzgebirge - Bis 8. Januar
Die Schwibbögen aus dem Erzgebirge zeigen nicht nur weihnachtliche Motive. Auch traditionelle Berufe werden gerne dargestellt.
Weihnachtspyramiden stehen dort als Gruß aus dem Erzgebirge. Kostbare Nachbildungen des "Prager Jesuleins" - einem weltweit bekannten Gnadenbild, das das Christkind im Alter von etwa drei Jahren zeigt - befinden sich neben selbst gemachtem Christbaumschmuck aus Glanzpapier. Abteien, die ihre kostbaren Klosterarbeiten zur Verfügung stellten, dienen ebenso als Leihgeber wie Mitglieder des Freundeskreises des Volkskundemuseums Burglengenfeld.
Krippen und Nussknacker, Fatschenkinder und Süßigkeitenteller - der (Schwib)bogen im Oberpfälzer Volkskundemuseum spannt sich von den sakralen Elementen des Weihnachtsfestes bis hin zur handfesten Profanisierung. "Mit dem ersten Advent fängt das neue Kirchenjahr an", erklärt Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl einleitend den traditionellen Weihnachtsfestkreis. Das aus dem Lateinisch stammende Wort "Advent" bedeutet so viel wie Ankunft, also die Vorbereitungen auf das Geburtsfest Christi.
"Das Weihnachtsfest an sich wird etwa seit dem 8. Jahrhundert am 25. Dezember gefeiert", fährt Berwing-Wittl fort. Im Jahre 813 erklärte man den Tag auf der Mainzer Synode offiziell zum "festum navitas Christi", zum Fest der Geburt Christi.
Die kunstvollen "Fatschenkindl" werden seit der Rokokozeit vornehmlich von Nonnen gefertigt.
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Burglengenfeld
Christkind, Nussknacker und Räuchermann
Ausstellung in Burglengenfeld zeigt weihnachtliche Volkskunst aus der Oberpfalz und dem Erzgebirge - Bis 8. Januar
Krippen aus Papier waren früher eine günstige Alternative für ärmere Gläubige. Heute gelten sie als begehrte Sammlerobjekte.
"Die Weihnachtsfeierlichkeiten,wie wir sie heute kennen, werden in dieser Form seit der Biedermeierzeit im 19. Jahrhundert gefeiert", sagt Berwing-Wittl und meint damit Weihnachtsbaum, Kerzenduft, Geschenke und all die anderen Requisiten des häuslich-romantischen Festes.
Vieles davon hat allerdings eine weitaus längere Tradition. Der Ursprung der Weihnachtskrippe etwa ist einer Legende nach Franz von Assisi zu verdanken. Mit einem Futtertrog samt Ochs und Esel im Hintergrund habe dieser bereits 1223 erstmals das Weihnachtsevangelium vor szenischer Gestaltung gelesen. Seit der Zeit der Gotik wurde die Geburt Christi dann nicht mehr nur auf Wandgemälden dargestellt, sondern auch anhand von Krippenfiguren aus Holz oder Marmor. Ehemals nur in Kirchen und Klöstern aufgestellt, eroberten die Krippen seit dem 19. Jahrhundert auch die Privathäuser. Nicht nur in Oberammergau und Berchtesgaden hat die Krippenschnitzkunst eine bis heute gepflegte Tradition. Auch aus der Oberpfalz stammen viele Prachtstücke. Raumgreifende Exemplare stellen dies in der Burglengenfelder Ausstellung unter Beweis.
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Burglengenfeld
Christkind, Nussknacker und Räuchermann
Ausstellung in Burglengenfeld zeigt weihnachtliche Volkskunst aus der Oberpfalz und dem Erzgebirge - Bis 8. Januar
Die Nuss für diesen knapp meterhohen Gesellen muss erst noch gezüchtet werden.
Im krassen Gegensatz zu den dicht bevölkerten Ställen und Grotten der mit viel Liebe zum Detail ausgeschmückten Krippen stehen die verlassen wirkenden "Fatschenkindl". Seit der Rokokozeit gibt es diese kunstvollen Darstellungen des Christkindes in den prächtig ausgeschmückten Schreinen, die mit der ursprünglichen Krippe etwa genauso viel Ähnlichkeit haben wie mit einem kleinen Sarg.
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Künstlerisches Geschick
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Die Klosterschwestern jedenfalls, die die Figuren mit viel künstlerischem Geschick herstellten und dann umhätschelten, konnten hier wohl unbefriedigten Mutterinstinkten frönen. "Fatschen" ist die süddeutsche Bezeichnung für das straffe Wickeln des Kleinkindes in Windeln und Tücher.
Eine ganze Schar wesentlich irdischerer Gestalten hat sich aus dem partnerschaftlich verbundenen Erzgebirge im Oberpfälzer Volkskundemuseum eingefunden: Räuchermännchen gehören in dieser Region neben den ebenfalls vertretenen Weihnachtspyramiden und den Schwibbögen zur typischen Volkskunst der Advents- und Weihnachtszeit.
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Burglengenfeld
Christkind, Nussknacker und Räuchermann
Ausstellung in Burglengenfeld zeigt weihnachtliche Volkskunst aus der Oberpfalz und dem Erzgebirge - Bis 8. Januar
Weihnachtskrippen sind stets mit viel Liebe zum Detail gestaltet.
Die Erscheinungsformen der Duft spendenden Holzfiguren sind vielfältig: Neben bekannten Berufen wie Kaminkehrer, Bergmann, Soldat oder Jäger gibt es auch Schneemänner oder Fliegenpilze. Besonders beliebt war lange Zeit "der Türke". Schließlich brachte dieser den Tabak im 16. Jahrhundert nach Europa.
Verwandt mit den Räuchermännchen sind die figürlichen Nussknacker. Sie entstanden seit der Mitte des 19. Jahrhunderts nach dem Vorbild des Buches "König Nussknacker und der arme Reinhold" von Heinrich Hoffmann. Ein armer kranker Junge wird darin im Traum von einem Nussknacker durch das Land des Spielzeugs geführt.
Die Gesellen mit dem kräftigen Gebiss, die heute zum Elementarbestand jeder Weihnachtsdekoration gehören, erfand man ursprünglich aus vorwiegend praktischen Gründen: Nüsse stellten durch ihren Fett- und Energiegehalt schon immer wichtige Nahrungsmittel in der entbehrungsreichen Winterzeit dar. Die Konsequenz waren verschiedene Methoden, diese mit Hilfe von Hebelwirkungen zu knacken.
Von dieser Aufgabe ist der rund meterhohe Nussknacker, der nun in der Burglengenfelder Ausstellung platziert ist, zweifelsfrei entbunden. Die Zeiten ändern sich, auch für Nussknacker.
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Die Ausstellung "Weihnachtliche Volkskunst aus der Oberpfalz und dem Erzgebirge" ist bis zum 8. Januar 2012 im Oberpfälzer Volkskundemuseum, (Berggasse 3, in Burglengenfeld) zu sehen.
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