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Von Irma Held |
03.12.2011
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Schwandorf
Kunz-Werke fernab der Bayernhymne
Teil der Sänger- und Chorbewegung - Sonderausstellung im Schwandorfer Stadtmuseum bis 29. April
Konrad Max Kunz, Türmersohn, königlicher Chordirektor und Komponist der Bayernhymne. Er schaut immer auf die Museumsbesucher, auch wenn er nicht im Mittelpunkt einer Ausstellung steht. Bilder: Götz (4)
Die Benefizveranstaltung datiert auf 2. April 1876. Die Schwandorfer Liedertafel gibt ein Konzert für eine Grabbüste von Konrad Max Kunz auf dem Münchner Südfriedhof. Das Konzert bringt 160 Reichsmark ein. 135 Jahre sind seitdem vergangen. Die Schwandorfer Liedertafel heißt längst Sängerbund 1861, Kunz' Lied der Bayern ist Anfang der 60er Jahre zur Bayernhymne geadelt worden, der Komponist ruht inzwischen auf dem Friedhof seiner Heimatstadt.
Und im dortigen Stadtmuseum treffen sich jetzt Sängerbund und Künstler in einer Ausstellung wieder. Vordergründig als gewagte Komposition anmutend, ergeben sich bei tieferen Einblicken viele Gemeinsamkeiten und Berührungspunkte, die über das bloße Zusammentreffen zweier Jubiläen - 150 Jahre Sängerbund 2011 und 200. Geburtstag von Konrad Max Kunz 2012 - weit hinausgehen. Für den Kunz-Kenner und Autor Thomas Göttinger geht es darum bürgerliche Musikkultur und -pflege zu zeigen. Kunz sei eben aus der Stadt herausgewachsen. Der Chordirektor an der königlichen Hofoper an der Maxstraße organisierte große Sängerfeste. Er gehörte in München der Gesellschaft Frohsinn an, in der sich laut Göttinger Dilettanten und Profis gleichermaßen tummelten.
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Schwandorf
Kunz-Werke fernab der Bayernhymne
Teil der Sänger- und Chorbewegung - Sonderausstellung im Schwandorfer Stadtmuseum bis 29. April
Ein Querschnitt aus der Geschichte des Sängerbundes: Die Schriftstücke, Liederbücher und vieles andere lagerte jahrzehntelang im obersten Fach einer Schrankwand.
Die Ausstellung "Kunz & Co. - 200 Jahre Schwandorfer Musikgeschichte(n)" legt den Schwerpunkt ganz bewusst nicht auf die Bayernhymne, deren Melodie Kunz 1860 als Zunftlied für die Bürger- und Sängerzunft zum Text von Michael Öchsner komponiert hat. Sie offenbart vielmehr das musikalische Schaffen des königlichen Chordirektors jenseits von "Gott mit Dir, Du Land der Bayern", der zu bestimmten Anlässen Musik machen musste, und einen Chor mit eiserner Hand, wie Zeitzeugen berichten, dirigierte.
Das Schwandorfer Stadtmuseum zeigt Originalbilder aus München als Leihgabe des dortigen Stadtmuseums und als Highlight erstmals in der Geburtsstadt des Komponisten Originalnotenblätter von Kunz aus der Bayerischen Staatsbibliothek. Auf den Autograph ist Museumsleiterin Eva Maria Keil besonders stolz.
Die Schau soll sich weder auf Musikkenner noch auf Kunz fokussieren, sondern sich für die breite Öffentlichkeit interessant machen, deshalb ist, natürlich nicht zufällig, eine Geigenwerkstatt eingerichtet worden. Die blaue Arbeitsschürze des Geigenbauers wirkt dabei so lässig auf den Schemel geworfen, als wäre Meister Horst Goldfuß nur mal kurz einen Kaffee holen gegangen. Mit Goldfuß ist ein weiterer Profi in Sachen Musik aus der Stadt hinausgewachsen. Die Exponate in den Vitrinen üben nicht nur auf Musiker ihren Reiz aus.
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Schwandorf
Kunz-Werke fernab der Bayernhymne
Teil der Sänger- und Chorbewegung - Sonderausstellung im Schwandorfer Stadtmuseum bis 29. April
In der Region erstmals zu sehen sind Originalnotenblätter von Kunz. Museumsleiterin Eva Maria Keil schätzt diese Ausstellungsstücke - Leihgaben aus München - ganz besonders.
Diese wohlgeformten, noblen Juwelen kontrastieren mit der schlichten Wirtshausszene im andern Teil des Museums und die passt genau zu Kunz sowie zur Chor- und
Deckblatt für die Kunz-Kompositionen zum Maskenfest der Künstler.
Sängerbewegung, der er zeitlebens verbunden war, und hat auch mit dem Sängerbund zu tun. Die "Goldene Gans" (heute Schmidt-Bräu) war viele Jahre der Treffpunkt des Sängerbundes, sozusagen die Vereinswirtschaft. Geselligkeit wurde im Wirtshaus gepflegt, da wurde politisiert, diskutiert und eben auch gesungen. Mit der Thalia, einem weiteren Gesangsverein, schließt sich die Liedertafel 1933 zum Sängerbund zusammen.
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"Die Moosgrillia"
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Wahre Schätze hat dessen Vorsitzende Monika Schenk in einem Fach einer Schrankwand entdeckt, eine illustrierte Vereinschronik von 1876 etwa, Drahtaufnahmen als Tonträger und eine vom Sängerbund aufgenommene Schallplatte. Über das Vereinswesen, das bisweilen zur Vereinsmeierei verkommt, hat Kunz sich ebenfalls seine Gedanken gemacht, vielleicht auch genug Erfahrungen damit gesammelt, die er in der Satire "Die Moosgrillia" verarbeitet hat. Von ihrer Bedeutung und Aktualität hat sie bis heute nichts verloren. Diese findet sich aber nicht in der Ausstellung, die ausschließlich seinem musikalischen Werk vorbehalten bleibt.
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Die Ausstellung "Kunz & Co. - 200 Jahre Schwandorfer Musikgeschichte (n)" ist von 4. Dezember bis zum 200. Geburtstag von Konrad Max Kunz (29. April) im Stadtmuseum (Rathausstraße 1) zu sehen. mehr...
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Die Ausstellung "Kunz & Co. - 200 Jahre Schwandorfer Musikgeschichte (n)" ist von 4. Dezember bis zum 200. Geburtstag von Konrad Max Kunz (29. April) im Stadtmuseum (Rathausstraße 1) zu sehen. mehr...
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