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Von Susanne Wolke |
03.09.2011
| Netzcode: 2947921 | 720 Mal gelesen.
Frühen Menschen auf der Spur
Historisches Museum Regensburg löst einige "Rätsel der Steinzeit"
Das Grab eines Knaben der Linienbandkeramik aus dem Umland von Regensburg. Bilder: Wolke (4)
Rund 100 000 Jahre vor Christi Geburt herrschte im Raum zwischen der Donau und den Alpen bereits ein reges Treiben. Mammutjäger waren am Ufer der Donau unterwegs und dehnten ihre Gebiete immer weiter aus. Im 4. Jahrtausend v. Chr. bestanden bereits weitreichende Handelsbeziehungen zwischen dem heutigen Deutschland und Österreich. Nicht nur der "Ötzi" war damals unterwegs, um die Alpen zu überqueren.
Einen Einblick in die "Rätsel der Steinzeit zwischen Donau und den Alpen" gibt momentan das Historische Museum in Regensburg mit einer gleichnamigen Ausstellung. Die Schau präsentiert die unterschiedlichen Epochen zwischen Alt- und Jungsteinzeit. Archäologische Funde, Modelle, Texte und elektronische Medien führen die Gegend zwischen der Donau und den Alpen als Schlüsselregion mit weitreichenden Außenbeziehungen vor Augen.
Den Beginn der Ausstellung markieren die ältesten menschlichen Spuren in dieser Gegend - die des Neandertalers. Dem Neandertaler folgte vor 20- bis 30 000 Jahren der "anatomisch moderne Mensch", der Homo sapiens. Das Klima hieß diese ersten Menschen nicht gerade freundlich willkommen: Die Würm-Eiszeit überzog damals weite Teile Europas mit Kältesteppen.
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Frühen Menschen auf der Spur
Historisches Museum Regensburg löst einige "Rätsel der Steinzeit"
Mammuts bevölkerten die Welt der Eiszeitmenschen.
Die Menschen der Eiszeit waren jagende Nomaden. Als Beutetiere dienten ihnen Hirsche, Rentiere, Wildpferde und das Mammut. Eine Vorstellung davon, wie solche Jagden ausgesehen haben könnten, liefert in der Regensburger Ausstellung ein Modell.
Aber auch Originalzeugnisse dieser ersten menschlichen Kultur sind in der Schau vertreten: Gegenstände aus Knochen und Geweih, Steingeräte - und bereits Kunstgegenstände. Zu den Exponaten im Historischen Museum gehört auch eine Nachbildung der berühmten und geheimnisumwitterten "Venus von Willendorf".
Die Würm-Eiszeit war allerdings die letzte in unseren Breitengraden. Verhältnismäßig einfacher hatten es daher die Nachfolger der Eiszeitmenschen: Im 6. Jahrtausend v. Chr. begann die Jungsteinzeit. Eng mit dem sogenannten Neolithikum verbunden ist die "Linienbandkeramische Kultur", die sich vom Balkan aus nach Mitteleuropa verbreitete. Die Linienbandkeramiker, die nach den Verzierungen auf ihren Gefäßen benannt sind, waren die ersten Ackerbauern und betrieben Viehzucht. Den Jagd-Nomaden der ausgehenden Alt- und Mittelsteinzeit war mit dieser beginnenden Sesshaftigkeit das Ende beschieden.
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Frühen Menschen auf der Spur
Historisches Museum Regensburg löst einige "Rätsel der Steinzeit"
Fragmente weiblicher Tonstatuetten aus der Zeit um 5000 v. Chr.
Gerade entlang der Donau siedelten sich damals viele Dorfgemeinschaften an. Ihren Toten legten die frühen Menschen kostbaren Schmuck sowie Geräte und Waffen mit ins Grab - Funde, auf denen nun die Ausstellung im Historischen Museum basiert. Schwerpunkt der ursprünglich für das "Nordico Stadtmuseum Linz" zusammengestellten Präsentation sind jungsteinzeitliche Kulturgruppen in der Region von Linz. In der fürs Historische Museum in Regensburg neu gestalteten Schau werden die oberösterreichischen Exponate durch Stücke aus Ostbayern ergänzt.
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Faszinierende Geheimnisse
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Schmuck aus den großen Spondylusmuscheln etwa zeigt den Handel der oberösterreichischen und ostbayerischen Steinzeitmenschen mit Regionen am Schwarzen Meer, der Ägäis und der Adria. Wie der Handel mit den begehrten Muscheln über solch riesige Entfernungen abgelaufen ist, bleibt ungeklärt. Ein "Rätsel der Steinzeit" - und die Regensburger Ausstellung erhebt nicht den Anspruch, all diese Rätsel vollends aufzudecken.
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Frühen Menschen auf der Spur
Historisches Museum Regensburg löst einige "Rätsel der Steinzeit"
Grabinventar der Glockenbecherkultur aus dem 2. Jahrtausend v. Chr.
Vermittelt wird vielmehr das Bild einer Zeit, die gerade durch ihre Geheimnisse fasziniert. Es geht unter anderem um das "Pompeji am Mondsee": eine kupferzeitliche Pfahlbausiedlung im Salzkammergut, der durch eine Naturkatastrophe ein jähes Ende gesetzt wurde.
Nachgespürt wird auch dem Ötzi, der populären "Steinzeit-Mumie" aus den Zentralalpen. Heutigen Erkenntnissen zufolge handelt es sich bei der Mumie wohl um das Opfer eines Mordfalles. Dieser wird in der Ausstellung rekonstruiert. Allerdings: Die völlige Aufklärung erfolgt wohl nie. Sie bleibt ein "Rätsel der Steinzeit".
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Die Ausstellung "Rätsel der Steinzeit zwischen Donau und Alpen" ist bis zum 6. November im Historischen Museum am Dachauplatz in Regensburg zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 10 mehr...
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