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Von Marielouise Scharf |
27.08.2011
| Netzcode: 2939643 | 731 Mal gelesen.
Kunst und Natur
Unterwegs auf dem Amberger Skulpturenweg
Von Werner Röth stammt der stählerne "Fisch", der kleine Kunstfreunde schon auch mal zum Klettern einlädt. Im Hintergrund der Vesuna-Turm von Willi Koch zu sehen.
Vils und Venus, Vesuna-Turm und Wolke, Enten und Eicheln, Fisch, Flora, Figura nera und Flamingogruppe, Boot und Brunnen - wo beginnt die Kunst, wo hört die Natur auf? Der Amberger Skulpturenweg verbindet sie, ja er schweißt sie zu einer ästhetischen Einheit zusammen. Auf 3,5 Kilometern durch das ehemalige Landesgartenschaugelände lassen sich 26 Skulpturen von 23 Künstlern entdecken, die zwischen Wasser, Erde und Himmel, auf Pflaster, Gras, Lehm und Kies aufgestellt sind.
Giganten und kleinere Objekte auf Sockel, aus Holz, Stein oder Metall verlocken Spaziergänger wie Sportler zum Schauen und Staunen. 1996 zur Landesgartenschau wurden einige der Kunstwerke geschaffen, andere existieren bereits viel länger, wieder andere kamen im Lauf der vergangenen Jahre dazu. Dieser zeitliche Abstand des Entstehens, die Verschiedenheit der Themen und die unterschiedliche Technik der Ausführung geben dem Parcours eine spannende Note.
An einigen Plätzen stehen Ansammlungen von ausgewählten Objekten, andere sind vereinzelt zu entdecken. Mit der "Venus von Amberg" (2009 - Jahr der Aufstellung) beginnt die Runde im Stadtgraben vor der Stadtbrille. Lucia Torge (Schrobenhausen), die auch zwei lebensgroße Figuren für das Hauptportal des Regensburger Doms geschaffen hat, meißelte diese üppige Figur aus rosé Kalkstein "als Symbol der Fruchtbarkeit". Von Achim Hüttner stammt die archaische Granitarbeit "Januskopf & Echsenwesen" (2006) beim Amberger Congress-Centrum (ACC).
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Kunst und Natur
Unterwegs auf dem Amberger Skulpturenweg
Obwohl er zu den jüngsten Kunstobjekten zählt, ist der "Rastplatz der Sinne" des Kastler Künstlers Eckart Brandau bereits ein beliebter "magischer Ort" zum Verweilen vor Wasserrad, Bergkirche und Jugendzentrum.
Nach einem organisch-geometrischen Konzept bearbeitete Tomaz Sebrek (Slowenien) einen Kalksteinblock. Entstanden ist die Plastik "Norden-Süden-Osten-Westen" (2007). Aus Eisen, Kunststoff und Licht baute der Franzose Michel Brand sein architektonisch anmutendes Objekt "Stehen" (2003). Alle bisherigen Objekte befinden sich im Bereich des ACC, wo auch die von der Israelin Belle Shafir "mit Sägemaschine bearbeiteten Baumstämme" zu finden sind: "Ein Paar"(2003). Auch die Sandsteinplastik "Die Kämpfenden" (2001) des Pragers Richard Pesek Jr. hat hier einen guten Standort gefunden. Etappen einer Evolution, vom toten Stein zu bewegten Pflanze wollen die drei Künstler aus Regensburg - Susanne Starzinger, Heidi Langer und Günter Schwarz - mit ihrer Gemeinschaftsarbeit "Metamorphosen - von Stein zur Pflanzenform" (1999) demonstrieren. "Ohne Titel" (1999) greift das geschweißte, geschraubte und lackierte Stahlmonument von Eva Weinert (Düsseldorf) in die Natur.
Zwischen Eisstadion und "TC am Schanzl" verstreut der Amberger Christopher Trepesch seine überdimensional großen Holz-Früchte "Eicheln" (2009). Die "Figura Nera" (2010) von Achim Hüttner (Amberg) am Sportpark ist dagegen ein technisches Objekt aus Beton und Drahtgerüst, das mittels Solarmodul in Drehbewegung gebracht wird. Mitten im Wasser stehend, lassen sich interessante Spiegelungen und Verzerrungen entdecken.
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Kunst und Natur
Unterwegs auf dem Amberger Skulpturenweg
Die überdimensional großen Holz-"Eicheln" , die der Amberger Christopher Trepesch zwischen Eisstadion und "TC am Schanzl" verstreut hat, lassen sich auch vom Rad aus gut finden. Bilder: Petra Hartl (6)
Der "Vesuna Turm" (1996) beim Jugendzentrum wurde als Stahlkonstruktion mit Wendeltreppe und Plexiglasverkleidung von Wilhelm Koch aus Etsdorf erdacht und als "Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft als ein Ort der Begegnung und der Städtepartnerschaft" erbaut. Nicht weit entfernt davon liegt der "Fisch" (1995) von Werner Röth (Amberg). Sein Rückgrat besteht aus Stahl, Kopf und Schwanz aus Naturstein. Nach der Devise: "Das Kunstwerk will nicht mehr länger nur etwas bedeuten, sondern es will etwas sein!" erbaute der Regensburger Gerhard Brandl aus roten Ziegeln den Rundturm "AM-1995-8" (1995).
Ein paar Meter weiter lädt "Die Tanzende" (2002) ein, es ihr gleichzutun. Gebaut wurde sie aus Jura-Kalkstein und Kupfer von Verena Reimann (Georgensgmünd). Den "Rastplatz der Sinne" (2010) hat der Kastler Künstler Eckart Brandau in der Nähe des Wasserrades geschaffen. Naturgeformte Steinklötze schweben scheinbar schwerelos, sind aber auch in den Boden gerammt und mittels Metallstangen zu bewegen. "Ohne Titel" (1996) - Eisenschrott hat der gebürtige Oberpfälzer Künstler Erwin Regler aus Kanada geschweißt und verknäult und "zu einer sinnvollen Gestalt" verarbeitet. Zu finden im südlichen Teil des LGS-Geländes. Filigran in Granit und Chromnickelstahl zieht "Die Wolke" (1963) von Johannes Haimerl mit großer Leichtigkeit himmelwärts. "Hoch hinaus" (2010) will die "bewusst geschlechtslos gestaltete Figur" des Fensterbachers Christian Hiller.
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Kunst und Natur
Unterwegs auf dem Amberger Skulpturenweg
"Ein Boot - oder die Hoffnung fahren lassen" (2010) betitelt der Amberger Berndt Trepesch seine Schnitzarbeit aus Pappelholz, die bei der Perigueux-Brücke vor Anker liegt. "Himmelsskizzen" (2007) schreibt der Amberger Hermann Stadler in die Wolken bei den Scheunen Umweltwerkstatt.
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Zauber und Eleganz
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"Anmut, Temperament gepaart mit Zauber und Eleganz" bringt Miriam Mettbach in ihrem edlen Pferdekopf "Karim" (2010) mittels Ton und Bronze zum Ausdruck. Standort LGS-Gelände hinter dem ESV-Sportplatz. Im Kräutergarten wurzelt die "Geoskulptur" (1995), die im Zuge der LGS vom Architekten Werner Röth entworfen wurde. "Flora" (1992) heißt die stilisierte Blume aus Astir Marmor von Frank Claussner, die in der Nähe der Edelstahlplastik "Markierungsstäbe" von Jürgen Koene vor dem ACC Leuchtpunkte setzt.
Weiter geht es zum "Zanner-Brunnen" vor dem Kurfürstenbad. Christa Bruder-Schön (Schnaittach) gestaltete die Plastik aus Bronze und Tonerde-Schmelzelementen in sehr eigenwilliger Ausdeutung. Die überlebensgroße "Flamingogruppe" (1962) aus Bronze des in Cincinatti geborenen und 1967 in Amberg verstorbenen Künstlers Hermann Christlieb markiert das Ende des Skulpturenweges.
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Unterwegs auf dem Amberger Skulpturenweg
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Start und Ziel des Skulpturenweges ist die Stadtbrille. Hier gibt es auch eine Informationstafel, die Auskunft gibt über Streckenverlauf, Kunstwerke und Künstler. Außerdem ist eine sehr informative 60-seitigen Broschüre dazu kostenlos in der Tourist-Information Amberg (Hallplatz 2, Telefon: 09621/10-239) und auch im Arcadia-Hotel beim ACC zu haben. Parkmöglichkeiten findet man beim ACC und dem angrenzenden Parkhaus.
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