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Von Thomas Dobler |
26.03.2011
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Über dem Tal der Tränen
Bei den UN-Truppen auf den besetzten Golan-Höhen
Major Stefan Eder über dem "Valley of Tears", dem Tal der Tränen auf den Golan-Höhen. Eder ist Teil der Undof-Truppen, einer Beobachtertruppe, die aufgrund der Resolution 350 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen in dieses umstrittene Gebiet kam. Bilder: Dobler (4)
Major Stefan Eder zeigt mit weit ausholender Geste über die Ebene am Fuße des Vulkankegels Mount Bental: "Dort hat die größte Panzerschlacht seit dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden." Das war 1973, als sich Israel und Syrien in dem erbitterten Jom-Kippur-Krieg gegenüberstanden. Seitdem werden auf den Golan-Höhen die feindlichen Staaten durch einen breiten Gebietsgürtel getrennt. Ihn zu überwachen ist die Aufgabe von Männern wie Major Eder. Er gehört zu den dort stationierten UN-Truppen.
Die Golan-Höhen im Nahen Osten sind umstritten wie kaum ein anderes Gebiet auf der Erde: Eine kahle, rund tausend Quadratkilometer umfassende Hügellandschaft, die Israel seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzt hält und Syrien weiterhin für sich beansprucht. Sechs Jahre später, am 6. Oktober 1973, bricht hier plötzlich ein erbitterter, blutiger Krieg aus. An Jom Kippur, einem der wichtigsten jüdischen Feiertage, holt Syrien zum Gegenschlag aus und setzt alles daran, das verlorene Territorium zurück zu erobern.
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Von Thomas Dobler |
26.03.2011
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Über dem Tal der Tränen
Bei den UN-Truppen auf den besetzten Golan-Höhen
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Im trockenen Wind auf den Golan-Höhen wehen im UN-Camp Ziouani internationale Flaggen. Sie repräsentieren die sechs Staaten Österreich, die Philippinen, Indien, Kroatien, Japan und Kanada und deren Truppenteile.
In deutlicher Unterzahl
Während die israelischen Streitkräfte von der Offensive völlig überrascht werden, hat sich Syrien monatelang auf den Angriff vorbereitet - und schickt 1400 Panzer ins Gefecht. Die Israelis halten in deutlicher Unterzahl dagegen - und brechen schließlich durch, fast bis in die gegnerische Hauptstadt Damaskus. Das Gelände der Schlacht heißt seitdem Valley of Tears, Tal der Tränen.
Danach hatte die internationale Staatengemeinschaft das Wort. Sie entsandte die United Nations Disengagement Observer Force (Undof). "Wir sind eine Beobachtertruppe, die aufgrund der Resolution 350 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen vom 31. Mai 1974 auf die Golan-Höhen kam", erklärt Major Gerold Fraidl, ein Kollege von Major Eder. Ihre Aufgabe ist das Überwachen des Entflechtungsabkommens zwischen Syrien und Israel in einem Gebiet, das zwischen den von Israel besetzten Golan-Höhen und dem restlichen syrischen Staatsgebiet liegt. Dieses Gebiet ist bewohnt und wird durch die syrische Polizei behördlich überwacht. Keine anderen Streitkräfte außer der Undof sind in dieser Zone erlaubt.
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Über dem Tal der Tränen
Bei den UN-Truppen auf den besetzten Golan-Höhen
Die beiden Buchstaben UN auf Fahrzeugen und Gebäuden im Camp Ziouani auf dem Golan machen deutlich: Hier hat die internationale Staatengemeinschaft das Sagen - und zwar seit fast vier Jahrzehnten.
Es gibt zwei große Undof-Camps. Das auf den besetzten Golan-Höhen, also der israelischen Seite, heißt Camp Ziouani; das zweite liegt auf der anderen Seite der "Area of Separation", also dem bis zu neun Kilometer breiten, trennenden Gebietsgürtel. Das ist Camp Faouar. Dass es auf syrischer Seite liegt würden nur Zivilisten sagen. Für die internationalen Militärs ist das die Beta-Side. Folglich ist der besetzte Golan die Alpha-Side. Zwischen den beiden Seiten gibt es kaum Austauschmöglichkeiten. Schon gar keinen regulären Grenzübergang.
"Hat überhaupt jemand Interesse daran, dass es hier Frieden gibt?" Mit dieser Frage wird Major Fraidl immer wieder konfrontiert. Sein Kollege Eder glaubt, dass es zwar keinen unmittelbaren Anlass für Frieden gibt, "aber es wird zu teuer". Doch Politik ist nicht die Aufgabe der Soldaten. Eher schon sind sie humanitär engagiert: Wenn Studenten oder Pilgergruppen die "Area of Separation" durchqueren wollen, dann assistieren die UN-Truppen.
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Über dem Tal der Tränen
Bei den UN-Truppen auf den besetzten Golan-Höhen
Auf dem fast 1200 Meter hohen Mount Bental erinnern ein militärischer Unterstand und die Silhouetten von schießenden Soldaten an die kriegerischen Auseinandersetzungen früherer Jahre. Der Wegweiser zeigt, wie nahe die Hauptstädte der feindlichen Nachbarstädte liegen. Zur syrischen Hauptstadt Damaskus sind es 60 Kilometer, ins jordanische Amman 135 Kilometer.
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Eine Einbahnstraße
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Oder wenn eine Hochzeitsgesellschaft etwa aus Syrien nach Israel will. Das betrifft hauptsächlich die arabischen Drusen, die zu beiden Seiten der "Area of Separation" leben. Für eine frischgebackene, syrische Braut, die ihrem Mann nach Israel folgt, ist der Weg durch die "Area of Separation" aber eine Einbahnstraße - sie darf nie mehr zurück.
Eder, Fraidl und ihre über tausend Kameraden aus den sechs Staaten Österreich, den Philippinen, Indien, Kroatien, Japan und Kanada sind bei ihrer Überwachungsarbeit extremen klimatischen Gegebenheiten ausgesetzt. "Einer unserer Posten ist auf dem Mount Hermon. Er heißt Hermon-Hotel und liegt fast 3000 Meter hoch", informiert Fraidl. Wer dort Dienst tut, muss zumindest Skifahren können, weil Hermon-Hotel oft eingeschneit ist.
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Österreicher müssen ran
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"Das ist nichts für die Kameraden aus den Philippinen, da müssen Österreicher ran", versichert der Major und lächelt. 75 Kilometer südlich, wo die "Area of Separation" auf Jordanien stößt, bekommt es im Sommer über 50 Grad Celsius - dort gehen dann die philippinischen UN-Soldaten auf Streife.
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1200 Menschen überwachen die "Area of Separation" auf dem besetzten Golan zwischen Israel und Syrien. Davon sind 1047 uniformierte UN-Truppen aus sechs Nationen, dazu kommen 153 Zivilangestellte "und mehr...
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1200 Menschen überwachen die "Area of Separation" auf dem besetzten Golan zwischen Israel und Syrien. Davon sind 1047 uniformierte UN-Truppen aus sechs Nationen, dazu kommen 153 Zivilangestellte "und mehr...
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