Von (dpa) |
10.03.2011
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Breisach
Zwillingsstädtchen, die sich mögen
Breisach und Neuf-Brisach am Rhein wollen gemeinsamen Weltkulturerbe-Status
Die sternförmig angelegten Festungsmauern sind noch immer die Grenzen von Neuf-Brisach. Bild: dpa
Wie ein Herz und eine Seele geben sich die ungleichen Zwillinge Breisach und Neuf-Brisach heute. Die Franzosen fahren kurz über die Rheinbrücke und kaufen Biolebensmittel, dunkles Brot, Kuchen und Törtchen beim Bäcker oder decken sich mit dem günstigeren badischen Wein ein. Die Deutschen holen sich aus dem Elsass Baguette, Fisch und Käse. Beide Tourismusbüros verweisen aktiv auf den ungleichen Zwilling und zeigen Radfahrern "grenzenlose Touren". Doch so familiär geht es erst seit 2000 zu, nachdem sich die beiden Städte offiziell verschwisterten. Früher waren die Zwillinge einander eine ständige Drohung.
Barocker Triumphbau
Frankreichs "Sonnenkönig" sah Breisach nach dem Friedensvertrag von Rijswijk 1697 als offene Flanke, die schnell zu schließen war. Kurz davor noch hatte sein Baumeister Vauban die stattliche Festung auf dem Münsterberg in Breisach zum Bollwerk gegen die Habsburger ausgebaut. Unten am Fluss trutzte das Rheintor als eines der schönsten Exemplare barocker Triumpharchitektur. Und dann die schmachvolle neue Grenzziehung.
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Breisach
Zwillingsstädtchen, die sich mögen
Breisach und Neuf-Brisach am Rhein wollen gemeinsamen Weltkulturerbe-Status
Ein Jahr nachdem Ludwig XIV. Breisach dem Erzfeind hatte zurückgeben müssen, begann Vauban deshalb, 2400 Meter entfernt eine Militärfeste aus dem oberrheinischen Schwemmland zu stampfen. Nach wenigen Jahren reckte sich ein gewaltiger, achteckiger Wall in die Höhe: Neuf-Brisach, der wehrhafte linksrheinische Zwilling von Breisach. Die Straßen im Inneren des elsässischen Festungssterns folgten einem strengen geometrischen Muster. Auf Kirche und Rathaus warteten die Bewohner zwar noch Jahrzehnte, aber die neu gezogene Reichsgrenze war erst einmal unbezwingbar, und die Soldaten hatten genügend Bier zu trinken. Zu ihrem Glück spielte Neuf-Brisach in der Militärgeschichte keine große Rolle.
Der quadratische Exerzierplatz in der Mitte der Festung ist heute ein Marktplatz mit Platanen, Holzbänken und viel "plein air". Marschall Vauban legte ihn einst an, um rasch die Truppen sammeln zu können. Jetzt spielt sich hier das kleinstädtische Leben vor Tourismusbüro und Konditorei ab. Die gewaltige Mauer um das Städtchen herum ist heute ein Spazierweg auf den Spuren vergangener Größe.
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Breisach
Zwillingsstädtchen, die sich mögen
Breisach und Neuf-Brisach am Rhein wollen gemeinsamen Weltkulturerbe-Status
Rechtsrheinisch geht es mit dem Münsterberg und dem romanisch-gotischen Stephansdom sowie dem ältesten Gebäude, dem Radbrunnen, deutlich weiter zurück in die Geschichte. Der Eckartsberg, auf dem der "getreue Eckhard" aus der Völkerwanderungs-Sage eine Burg besessen haben soll, ist ein gern erklommener Aussichtspunkt. Von der einstigen Festung ist nicht mehr viel zu sehen, nachdem Kaiserin Maria Theresia befahl, sie zu schleifen.
Verkostung in der Vinothek
Im prachtvollen Rheintor ist heute das Stadtmuseum untergebracht. Und in der Vinothek der größten europäischen Erzeuger-Weinkellerei, dem Badischen Winzerkeller am Marktplatz, findet man neben den Neuf-Brisachern auch andere Elsässer beim Degustieren der badischen Weine. Der kleinere Zwilling Neuf-Brisach hat es 2008 in die Liste des Welterbes geschafft, als Idealform der barocken Vauban'schen Festungsstadt. Und Breisach wäre gern mit dem Rheintor dabei - was in Neuf-Brisach auch befürwortet wird. Bis das gemeinsame Anliegen allerdings beschlussreif vor der Unesco landet, wird noch viel Wasser den Rhein hinunterfließen.
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