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"Ballast der Republik": Neues Album der Toten Hosen
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Von Günter Kusch |
27.11.2010
| Netzcode: 2587867 | 1248 Mal gelesen.
Der Sprache einen Raum geben
Neue Dauerausstellung im Nürnberger Museum für Kommunikation
Die ersten Eindrücke, die ein Mensch von sich vermittelt oder von anderen aufnimmt, entstehen durch Bilder: durch den Gesichtseindruck und Gesten, durch Körperhaltung und Kleidung.
Fragend zieht sie die Stirn in Falten. Ihre Augen werden vor Staunen ganz groß. Voll Zorn bewegen sich die Augenbrauen nach unten. Erbost wendet sie ihr Gesicht zur Seite. Doch dann muss sie grinsen - und ihr Mundwinkel öffnet sich zu einem lauten Lachen. Julia Bartolome, so heißt die Darstellerin in diesem Video zum Thema Mimik. Der Filmbeitrag der Schauspielerin des Nürnberger Staatstheaters ist Teil einer neuen Dauerausstellung im Museum für Kommunikation und lehrt den Besucher, dass bei der Verständigung eben nicht nur die Worte zählen.
Was hat meine Jeans mit Kommunikation zu tun? Wie kann eine chinesische Sekretärin ihre Schreibmaschine mit mehreren Tausend Schriftzeichen beherrschen? Was ist ein "Spam"? Die gut durchdachte Schau auf rund 1200 Quadratmetern gibt mit Hilfe von 421 Exponaten auf diese und weitere Fragen nicht nur intelligente Antworten, sondern sorgt dafür, dass die Besucher etwas erleben und buchstäblich begreifen können. In vier aufwendig gestalteten Themenräumen stehen Menschen und ihre Kommunikation mit Tönen, Bildern, Schrift und mit Hilfe des Internets im Mittelpunkt. Ein Kunstwerk von Volker März im Eingangsbereich gibt quasi den roten Faden vor. In Form eines Mobiles werden schwebende Figuren gezeigt, die gestikulieren, reden, deuten, mit großen Ohren lauschen oder sich sogar küssen. Ihre Beziehung zueinander verändert sich permanent durch die Bewegung der miteinander verbundenen Fäden. "Hier wird anschaulich gemacht, dass der Mensch erst durch Kommunikation zum Menschen wird", erklärt Lieselotte Kugler, Kuratorin der Museumsstiftung Post und Telekommunikation.
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Der Sprache einen Raum geben
Neue Dauerausstellung im Nürnberger Museum für Kommunikation
Mit der Erfindung des Telefons in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts konnte die menschliche Stimme erstmals über große Entfernungen geschickt werden. Bilder: Kusch (5)
Im ersten Themenraum, der den Tönen gewidmet ist, sind Hörner, Trommeln und Glocken zu sehen. Weil die Reichweite der Stimme begrenzt ist, fertigten die Menschen schon früh Instrumente an, mit denen sie möglichst weit ihre Warn- oder Gruß-Signale verbreiteten. So kündigte man in Ozeanien mit Schneckentrompeten Versammlungen, Kriege oder die Geburt eines Kindes an. In anderen Kulturkreisen entwickelten sich sogenannte Pfeifsprachen und das Jodeln. An einer "Hör-Bar" gibt es darüber hinaus hörenswerte Einführungen in zehn deutsche Dialekte und in 1100 Jahre Sprachgeschichte.
Im Raum der Bilder und Zeichen wird die Bildsprache von Piktogrammen und Schildern, aber auch von Fotografie und Fernsehen thematisiert. Im Bereich Schrift stehen Alphabete aus verschiedenen Kulturen sowie die Funktion des Schreibens für Religion, Wirtschaft, Wissensvermittlung und Identität im Zentrum. Die große Bedeutung, die Gutenbergs Erfindung des Drucks für die Medienentwicklung hatte, wird am Beispiel des Massenmediums Tageszeitung dargestellt.
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Der Sprache einen Raum geben
Neue Dauerausstellung im Nürnberger Museum für Kommunikation
Bilder spielen in der Kommunikation von Menschen eine große Rolle. Die Fernseher, mit deren Hilfe auch Blicke in die Ferne möglich sind, werden dabei immer moderner und größer. In der Bilderflut unserer Zeit ist es wichtig, die Wirkung und Tragweite von Bildern zu verstehen.
Der vierte Ausstellungsraum ist schließlich dem Internet und der virtuellen Vernetzung gewidmet. In Interviews berichten Menschen, wie das Netz mittlerweile ihr ganzes Leben beeinflusst - ein durchaus auch erschreckender Ausblick in unsere virtuelle Zukunft.
Die halbjährige Umbauzeit hat sich gelohnt. Mit seiner völlig neu konzipierten Präsentation reiht sich das Nürnberger Haus unter die modernsten Kommunikationsmuseen Europas ein. Der abstrakte Inhalt "Kommunikation" wurde sorgfältig und ansprechend aufbereitet, die architektonische Raumgestaltung dem jeweiligen Thema angepasst. So werden zum Beispiel fließende Formen für das offene Medium Internet verwendet; der Raum der Töne ist bewusst dunkel gehalten, um die Konzentration auf das Hören zu verstärken.
Museum für die Familie
Ein Museum also, das die ganze Familie anspricht. Vor allem, weil es aktuellen Problemen nicht aus dem Weg geht. Angesichts der Migrationsdebatte kommt medial die derzeitige "Jugendsprache" zu Wort, um zu verdeutlichen: "Kommunikationssysteme leben vom Austausch", unterstreicht Museumsdirektor Stefan Kley. Sprachen prägen Gesellschaften und können Nationen voneinander abgrenzen.
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Neue Dauerausstellung im Nürnberger Museum für Kommunikation
Relikte der Vergangenheit: Im Themenbereich "Transport" gibt es Infos über logistische Anforderungen für das Versenden von Geschriebenem und von anderen Gütern.
An dieser Stelle gibt das Video mit Julia Bartolome eine interessante Anregung für gelungene Kommunikation: Der Gesichtsausdruck für grundlegende Gefühle wie Freude, Trauer, Wut oder Zuneigung ist nämlich in allen Kulturen der Erde gleich. Er scheint dem Menschen und auch anderen Primaten angeboren zu sein. Vielleicht sollten wir uns einfach öfters einander zuwenden - von Angesicht zu Angesicht.
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