Kritisches Bewusstsein
Kinder müssen erst lernen, mit dem großen Angebot an Medien heutzutage umzugehen
Lassen Sie das Fernsehprogramm nicht ihren Alltag diktieren“, rät Orywal. Viele Lieblingssendungen der Kinder liefen täglich. Um nicht ständig über sie zu diskutieren, helfe ein möglichst klar strukturierter Fernsehplan.
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Natürlich dürfe es Ausnahmen geben, sagt Rieschel: „Wenn ein spannendes Fußballspiel oder ein toller Film läuft, darf die 30-Minuten-Regel auch mal aufgehoben werden.“ Regeln für die Kinder sind aber nur die halbe Miete: „Eltern sind Vorbild“, sagt Röllecke. „Wenn Mama und Papa oder große Geschwister selbst stundenlang vor der Mattscheibe sitzen, wollen die Kleinen das natürlich auch“, ergänzt Rieschel.
Eine eigene Glotze?
Ob ihr Kind einen eigenen Fernseher bekommt, überlegen sich die Erwachsenen vor dem Kauf besser gut: „Eltern haben dann häufig überhaupt keine Kontrolle mehr“, warnt Christiane Orywal. Die Kinder könnten gucken, wann und was sie wollen, auch nachts. Doch besonders abends liefen viele Sendungen, die Kinder noch nicht begreifen können und die ihnen womöglich Angst machen, warnt Rieschel. Optimal für die Medienerziehung sei, wenn Eltern gemeinsam mit ihren Kindern fernsehen: „Gerade bei jüngeren Kindern sollten Eltern die Sendungen kennen“, rät Orywal. Wenn gemeinsam Nachrichten geguckt werden, sprechen die Erwachsenen am besten hinterher mit ihren Kindern darüber: „Viele Bilder, zum Beispiel über Krieg oder Naturkatastrophen, können Kinder ängstigen.“
Ein generelles Fernsehverbot ist keine Lösung, findet Röllecke: „Fernsehen ist Teil unseres Alltags. Kinder wachsen heute in einer vielfältigen Medienwelt auf.“ Deshalb müssten sie einen kritischen und bewussten Umgang damit lernen. „Es gibt viele sehr wertvolle und gute Sendungen für Kinder“, ergänzt Susanne Rieschel. „Sorgsam ausgewählt und begleitet kann das Fernsehen Kinder sogar in ihrer Entwicklung unterstützen.“
Informationen
Die Online-Programmberatung www.flimmo.de gibt Tipps zum Fernsehprogramm. Dort finden Eltern zu täglich laufenden Sendungen Altersempfehlungen. Tipps zur Medienerziehung gibt die Broschüre „Geflimmer im Zimmer“ des Bundesfamilienministeriums.
Die Broschüre steht im Internet unter http://bit.ly/Geflimmer.


































