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Von (Annette Reuther, dpa)  |  26.06.2009  | Netzcode: 1886787  |  104 Mal gelesen.
London (dpa)

Ein Comeback, das nie eines wurde: Jackos London-Konzerte

London (dpa). (Annette Reuther, dpa) Dass Michael Jackson nicht zu seiner Mammut- Konzertreihe in London antritt, war für viele ein wahrscheinliches Szenario. Dass er sie nicht antritt, weil er tot ist, haben aber die wenigsten erwartet.

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Titel
In weniger als drei Wochen, am 13. Juli, sollte es losgehen: Das wohl am sehnlichsten erwartete Comeback in der jüngeren Musikgeschichte. Doch daraus ist nun nichts geworden. Während die Fans mit leeren Händen dastehen, drohen dem Konzertveranstalter nach Medienberichten Zahlungen von bis zu 300 Millionen Pfund (mehr als 350 Millionen Euro).

Als der «King of Pop» im März zur Ankündigung seiner Konzertreihe in der Londoner O2-Arena die Bühne, wirkte er schon sehr zerbrechlich. Seine dahingestammelten Worte «This Is It» (Das ist es) und der gleichnamige Titel der Tour wirken jetzt wie eine düstere Vorahnung. Wie er ein Konzert, geschweige denn eine Reihe von 50 Shows, überstehen sollte, war den meisten ein Rätsel. Seit diesem Auftritt gab es in der Londoner Musikwelt fast nur ein Thema: Kommt er oder kommt er nicht? Und wenn ja: wie lange steht er auf der Bühne?

Auf die Konzerte hatte es dennoch - oder gerade deshalb - einen unvergleichlichen Ansturm gegeben. Innerhalb weniger Stunden versuchten Millionen Fans an Tickets für die ursprünglich zehn Konzerte zu kommen. Pro Sekunde wurden elf Tickets (zum Preis
zwischen 56 und 84 Euro je Stück) verkauft. Wegen des Ansturms wurden aus zehn Shows schnell 50. Im Internet kursierten rasch Angebote für Karten zum Preis von mehr als 1000 Euro. Gerüchte machten die Runde, dass Jackson an einem neuen Charakteristikum wie dem legendären Tanzschritt «Moonwalk» arbeitete oder dass er exotische Tiere auf die Bühne holen wollte. Grund für den Ansturm war aber auch der Hype um seinen Gesundheitszustand: «Viele denken, es ist die allerletzte Möglichkeit, ihn lebend zu sehen», erklärte damals ein Fan.

Doch die Zweifel wuchsen immer mehr, als die Veranstalter Ende Mai mitteilten, den Konzertauftakt vom 8. auf den 13. Juli zu verschieben. Organisatorisches war angeblich der Grund. Doch wer die Gerüchte verfolgte, dass Jackson Hautkrebs hatte, der fragte sich, ob das der wahre Grund war.

Die Firma AEG Live dementierte stets alle Spekulationen um Jacksons angebliche Krankheiten. «Er ist in fantastischer Form», sagte AEG-Chef Randy Phillips noch vor einem Monat. Und erst am Montag verkündeten die Organisatoren, dass weitere Karten zum Verkauf gestellt würden. Doch Freunde Jacksons, wie der Bühnen-Magier Uri
Geller, hielten den Stress der vergangenen Wochen für eine mögliche Todesursache des Superstars. «Das ist alles, woran ich denken kann: Dass ihn der Stress vielleicht umgebracht hat.»

Am Freitag herrschte erst einmal Stille vonseiten der Veranstalter: Auf der Internetseite der PR-Firma The Outside Organisation sowie auf der AEG-Live-Seite stand noch die Ankündigung, dass Jackson in einem Kostüm mit 300 000 Swarovski-Steinen auftreten
werde. Auf michaeljackson.com war am Morgen zu lesen, dass Tickets «immer noch zur Verfügung stehen».

Wie es nun weiter geht, war zunächst unklar. Fans schlugen aber schon vor, die Shows dennoch als Würdigung für «MJ» stattfinden zu lassen. So erklärte Fan Dave Standing im Forum der Zeitung «The Times»: «Es gibt doch fantastische Videos, die gezeigt werden
könnten.»

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